Frauen & Geld

Gender Pay Gap: Warum Frauen weniger verdienen und später weniger Rente bekommen

Redaktion
Redakteur
Stefanie Engelmann
Redakteurin
Aktualisiert am: 10.03.2026

Auf einen Blick

  • Frauen verdienen in Deutschland rund 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer.
  • Beim Alterseinkommen liegt die Rentenlücke bei etwa 27 Prozent.
  • Frühzeitige Altersvorsorge kann helfen, diese finanzielle Lücke zu verringern.
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Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer. Die Einkommenslücke wirkt sich langfristig auch auf die Höhe der späteren Rente aus.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Der Gender Pay Gap beschreibt die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. In Deutschland verdienen Frauen durchschnittlich rund 16 Prozent weniger und erhalten später häufig auch geringere Renten.

Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer. Diese Unterschiede zeigen sich in mehreren Bereichen: beim Einkommen (Gender Pay Gap), bei der unbezahlten Sorgearbeit (Gender Care Gap) und bei den Alterseinkommen (Gender Pension Gap).

Ursachen dafür sind unter anderem unterschiedliche Branchen, häufigere Teilzeitbeschäftigung, Erwerbsunterbrechungen durch Kindererziehung oder Pflege sowie strukturelle Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt.

Biallo-Lesetipp: Zum Weltfrauentag rücken diese Unterschiede regelmäßig in den Fokus der öffentlichen Debatte. Einen Überblick über aktuelle Zahlen und Entwicklungen finden Sie in unserem Beitrag zum Weltfrauentag.

Gender Pay Gap einfach erklärt

Der Gender Pay Gap bezeichnet den durchschnittlichen Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. Ursachen sind unter anderem Teilzeitbeschäftigung, Erwerbsunterbrechungen durch Kindererziehung oder Pflege sowie Unterschiede zwischen Branchen und Berufen.

Gender Pay Gap und Gender Pension Gap: Zwei zentrale Einkommenslücken

Der Gender Pay Gap beschreibt den durchschnittlichen Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern während des Erwerbslebens.

Der Gender Pension Gap bezeichnet dagegen die Unterschiede bei den Alterseinkommen von Frauen und Männern.

Beide Kennzahlen zeigen, dass Frauen im Durchschnitt weniger verdienen und dadurch häufig auch geringere Rentenansprüche erwerben. Der Zusammenhang zwischen beiden Kennzahlen ist eng: Wer im Erwerbsleben weniger verdient, erwirbt in der Regel auch geringere Rentenansprüche.

Der Unterschied zwischen Gender Pay Gap und Gender Pension Gap lässt sich vereinfacht so darstellen:

BegriffBedeutungZeitraumBeispiel
Gender Pay GapUnterschied beim durchschnittlichen Einkommen von Frauen und Männernwährend des ErwerbslebensFrauen verdienen pro Stunde im Durchschnitt weniger als Männer
Gender Pension GapUnterschied bei den Alterseinkommen von Frauen und Männernim RuhestandFrauen erhalten im Durchschnitt geringere Renten
Quelle: Statistisches Bundesamt

Warum gibt es den Gender Pay Gap?

Der Gender Pay Gap entsteht durch mehrere Faktoren auf dem Arbeitsmarkt. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit öfter für Kindererziehung oder Pflege und sind überdurchschnittlich häufig in schlechter bezahlten Branchen beschäftigt.

Typische Ursachen für die Lohnlücke sind unter anderem:

  • Teilzeitbeschäftigung: Frauen arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit als Männer.
  • Erwerbsunterbrechungen: Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen führen häufiger zu Pausen im Berufsleben.
  • Berufswahl und Branchenstruktur: Frauen sind überdurchschnittlich häufig in sozialen, pflegerischen oder dienstleistungsnahen Berufen tätig, die im Durchschnitt niedriger bezahlt werden.
  • Unterschiedliche Arbeitszeiten: Frauen arbeiten im Durchschnitt weniger Stunden pro Woche.
  • Strukturelle Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt: Männer sind häufiger in Führungspositionen vertreten.

Neben dem Gender Pay Gap gibt es weitere Kennzahlen, die Unterschiede zwischen Frauen und Männern sichtbar machen. Dazu gehören der Gender Time Gap (Unterschiede bei der Arbeitszeit), der Gender Lifetime Earnings Gap (Unterschiede beim Einkommen über das gesamte Erwerbsleben) sowie der Gender Pension Gap bei den Alterseinkommen.

Frauen übernehmen zudem deutlich mehr unbezahlte Sorgearbeit. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts leisten Frauen in Deutschland rund 44 Prozent mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer.

Wie hoch ist der Gender Pay Gap in Deutschland?

Der Gender Pay Gap beschreibt den durchschnittlichen Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der unbereinigte Gender Pay Gap in Deutschland zuletzt bei rund 16 Prozent. Frauen verdienen damit im Durchschnitt deutlich weniger pro Stunde als Männer.

Neben dieser Gesamtzahl gibt es weitere Kennzahlen, die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern sichtbar machen – etwa beim Einkommen während des Erwerbslebens, bei unbezahlter Sorgearbeit oder bei den Alterseinkommen.

Was bedeutet der bereinigte Gender Pay Gap?

Der bereinigte Gender Pay Gap berücksichtigt nur vergleichbare Faktoren wie Beruf, Qualifikation, Arbeitszeit und Erwerbsbiografie. Dadurch lässt sich besser erkennen, welcher Teil der Lohnunterschiede statistisch erklärt werden kann.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag dieser bereinigte Gender Pay Gap zuletzt bei rund sechs Prozent. Selbst bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation verdienen Frauen im Durchschnitt also weiterhin etwas weniger als Männer.

Der bereinigte Gender Pay Gap zeigt damit, dass ein Teil der Einkommensunterschiede auch durch strukturelle Faktoren auf dem Arbeitsmarkt beeinflusst wird.

Wichtige Begriffe rund um den Gender Pay Gap

Mehrere Kennzahlen beschreiben die Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei Einkommen, Arbeitszeit und Altersvorsorge. Die wichtigsten Begriffe im Überblick.

Gender Pay Gap
Der Gender Pay Gap beschreibt den durchschnittlichen Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. In Deutschland verdienen Frauen pro Stunde im Durchschnitt rund 16 Prozent weniger als Männer.

Gender Pension Gap
Der Gender Pension Gap bezeichnet den Unterschied bei den Alterseinkommen von Frauen und Männern. Frauen erhalten im Durchschnitt rund 27 Prozent geringere Renten als Männer.

Gender Care Gap
Der Gender Care Gap beschreibt Unterschiede bei der unbezahlten Sorgearbeit. Frauen leisten nach Angaben des Statistischen Bundesamts rund 44 Prozent mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer.

Gender Time Gap
Der Gender Time Gap zeigt Unterschiede bei der Arbeitszeit. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger, etwa wegen Kindererziehung oder Pflege.

Gender Lifetime Earnings Gap
Der Gender Lifetime Earnings Gap beschreibt den Unterschied beim gesamten Erwerbseinkommen über das Berufsleben hinweg.

Gender Pay Gap im europäischen Vergleich

Der Gender Pay Gap fällt in Europa unterschiedlich stark aus und hängt unter anderem von Arbeitsmarktstruktur, Branchenverteilung und Erwerbsbiografien ab.

Der Gender Pay Gap ist kein rein deutsches Phänomen. Auch in anderen europäischen Ländern verdienen Frauen im Durchschnitt weniger als Männer. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat lag der unbereinigte Gender Pay Gap in der Europäischen Union zuletzt bei rund zwölf Prozent. Deutschland liegt damit weiterhin über dem EU-Durchschnitt.

In einigen europäischen Ländern ist die Lohnlücke deutlich kleiner, während andere Staaten ähnliche Unterschiede zwischen den Einkommen von Frauen und Männern aufweisen.

Beispielhafte Unterschiede innerhalb der EU

LandGender Pay Gap
Luxemburgunter 1 Prozent
Italienrund 5 Prozent
Frankreichrund 15 Prozent
Deutschlandrund 16 Prozent
Estlandüber 20 Prozent
Quelle: Eurostat / Statistisches Bundesamt

Der internationale Vergleich zeigt, dass strukturelle Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle spielen – etwa bei Branchenverteilung, Arbeitszeiten und Erwerbsbiografien.

Equal Pay Day: Was der Aktionstag bedeutet

Der Equal Pay Day ist ein internationaler Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern. Er macht auf die bestehende Lohnlücke aufmerksam und soll Ursachen sowie mögliche Lösungsansätze sichtbar machen.

Der Aktionstag markiert rechnerisch den Tag, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern unbezahlt arbeiten würden, wenn man den durchschnittlichen Lohnunterschied zugrunde legt.

Der Equal Pay Day basiert auf dem unbereinigten Gender Pay Gap des Statistischen Bundesamts und wird in Deutschland unter anderem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt.

Gehaltsverhandlungen: Warum sie für Frauen besonders wichtig sind

Einkommen und Karriereentwicklung hängen eng zusammen. Studien zeigen, dass Frauen sich im Durchschnitt seltener auf höher bezahlte Positionen bewerben oder niedrigere Gehaltsforderungen stellen.

Karrierecoach und Verhandlungsexpertin Claudia Kimmich beobachtet, dass viele Frauen länger überlegen, bevor sie Gehaltsforderungen stellen, während männliche Kollegen häufig schneller reagieren.

Geht es um Gehaltsverhandlungen, hat die Expertin ebenfalls Tipps für Frauen. Etwa, wenn von Arbeitgeberseite ein Gehalt genannt wird, das nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Frauen sollten auf lange Erklärungen und Rechtfertigungen verzichten. "Im Zweifel sagen Sie einfach Nein, lehnen sich zurück und warten ab", rät Kimmich. "`Nein´ ist ein ganzer Satz."

Wer sich über branchenübliche Gehälter informieren möchte, kann folgende Portale nutzen:

  • Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit: zeigt reale Verdienste sozialversicherungspflichtig Beschäftigter nach Beruf.
  • Lohnspiegel der Hans-Böckler-Stiftung: basiert auf Befragungen zu Einkommen und Arbeitsbedingungen.
  • Gehaltsrechner des Statistischen Bundesamts: ermöglicht Schätzungen von Bruttomonatsverdiensten auf Basis der Verdienststrukturerhebung.

Berufsgruppen mit besonders hohem Frauenanteil in Deutschland

Ein Blick auf die Beschäftigungsstruktur zeigt, in welchen Berufsgruppen besonders viele Frauen arbeiten.

BerufsgruppeFrauenanteil
Bürokräfte, kaufmännische Angestellte65,5 Prozent
Technikerinnen und gleichrangige nicht-technische Berufe64 Prozent
Dienstleistungsberufe, Verkäuferinnen61,9 Prozent
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen54 Prozent
Hilfsarbeitskräfte53,9 Prozent
Gastgewerbe52 Prozent
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Beschäftigtenstatistik

Viele dieser Branchen gehören zu den Bereichen mit vergleichsweise niedrigen Durchschnittsgehältern, was ebenfalls zum Gender Pay Gap beiträgt.

Gender Pension Gap: Warum Frauen weniger Rente erhalten

Der Gender Pension Gap beschreibt den Unterschied bei den Alterseinkommen von Frauen und Männern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts liegt diese Rentenlücke in Deutschland bei rund 27 Prozent. Frauen erhalten damit im Durchschnitt deutlich geringere Renten als Männer.

Die Ursachen liegen vor allem im Erwerbsleben: geringere Einkommen, häufigere Teilzeit, Erwerbsunterbrechungen durch Kindererziehung oder Pflege sowie niedrigere Einzahlungen in die gesetzliche und private Altersvorsorge.

Wie wirkt sich der Gender Pay Gap auf die Rente aus?

Ein geringeres Einkommen während des Erwerbslebens führt langfristig zu niedrigeren Rentenansprüchen. Der Gender Pay Gap trägt daher wesentlich zum Gender Pension Gap bei.

Wer über viele Jahre hinweg weniger verdient oder häufiger in Teilzeit arbeitet, zahlt entsprechend weniger Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Dadurch fallen die späteren Rentenansprüche im Durchschnitt geringer aus.

Biallo-Lesetipp: Zum Weltfrauentag rückt auch die finanzielle Situation von Frauen stärker in den Fokus. Welche finanziellen Lücken beim Einkommen, bei der Altersvorsorge und beim Vermögensaufbau bestehen, zeigt unser aktueller Überblick zum Weltfrauentag.

Warum Frauen häufiger von Altersarmut betroffen sind

Nicht nur Frauen mit Teilzeitjobs sind von Altersarmut bedroht. Auswertungen des Bundesarbeitsministeriums zeigen, dass viele Frauen trotz Vollzeitbeschäftigung vergleichsweise niedrige Rentenansprüche erwerben.

Ursachen dafür sind unter anderem:

• geringere Einkommen
• häufigere Teilzeitphasen
• Erwerbsunterbrechungen durch Kindererziehung oder Pflege

Wie hoch die spätere gesetzliche Rente ausfällt, hängt vor allem vom Einkommen und von der Zahl der Beitragsjahre ab.

Beispielrechnung zur gesetzlichen Rente

Um eine monatliche Rente von etwa 1.000 Euro netto zu erreichen, müssten Angestellte derzeit rund 45 Jahre lang durchgehend etwa 2.000 Euro brutto im Monat verdienen.

MonatseinkommenJahreseinkommenMögliche Brutto-Rente nach 45 Beitragsjahren
2.600 Euro31.200 Euro1.251 Euro
4.100 Euro49.200 Euro1.973 Euro
5.090 Euro61.080 Euro2.449 Euro
Quelle: Finanzfluss Rentenrechner

Gerade für Frauen kann eine zusätzliche private Altersvorsorge daher besonders wichtig sein, um mögliche Rentenlücken auszugleichen.

Viele Frauen verdienen weniger als Männer und erhalten später geringere Renten. Wie Sie finanzielle Lücken vermeiden und Ihre Altersvorsorge gezielt stärken können, zeigt unser ausführlicher Experten-Ratgeber „Finanzielle Stärke für Frauen“.

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Gender Lifetime Earnings Gap

Studien zeigen auch eine deutliche Lücke beim sogenannten Gender Lifetime Earnings Gap – also beim Einkommen über das gesamte Erwerbsleben hinweg. Frauen verdienen im Laufe ihres Berufslebens im Durchschnitt deutlich weniger als Männer, was sich später auch in geringeren Rentenansprüchen niederschlägt.

Biallo-Lesetipp: Wie Sie für finanzielle Sicherheit im Ruhestand sorgen und Ihre Rentenlücke rechtzeitig schließen können, erfahren Sie in einem weiteren Ratgeber von uns.

Mütterrente und Rentenpunkte für Kindererziehung

Für Kindererziehungszeiten erhalten Eltern Rentenpunkte in der gesetzlichen Rentenversicherung. Für vor 1992 geborene Kinder werden derzeit zweieinhalb Entgeltpunkte angerechnet.

Diese Erweiterung der Kindererziehungszeiten wird umgangssprachlich häufig als Mütterrente II bezeichnet.

Der Gender Pension Gap zeigt, dass viele Frauen im Alter mit geringeren Renten rechnen müssen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig zusätzlich für die eigene Altersvorsorge vorzusorgen.

Biallo-Lesetipp: Für Kind und Familie nehmen viele Frauen eine berufliche Auszeit. Der Wiedereinstieg fällt vielen Müttern schwer. Tipps und Informationen zum beruflichen Wiedereinstieg finden Sie in unserem Ratgeber auf biallo.de.

Warum Altersvorsorge für Frauen besonders wichtig ist

Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer und unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger für Kindererziehung oder Pflege. Dadurch entstehen oft niedrigere Rentenansprüche und ein höheres Risiko für finanzielle Lücken im Alter. Umso wichtiger ist es, frühzeitig Vermögen aufzubauen und zusätzliche Altersvorsorge zu betreiben.

Finanzielle Unabhängigkeit in Partnerschaften

Eine Ehe bietet zwar rechtliche Absicherungen, etwa durch Rentenausgleich im Scheidungsfall oder Witwenrenten. Dennoch ersetzt sie keine eigene Altersvorsorge.

Finanzexpertinnen betonen seit Jahren, wie wichtig finanzielle Unabhängigkeit ist. Wer dauerhaft weniger verdient oder längere Zeit aus dem Beruf aussteigt, muss auch mit niedrigeren Rentenansprüchen rechnen. Der bekannte Satz „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ bringt dieses Risiko auf den Punkt.

Biallo-Lesetipp: Immer mehr Frauen setzen sich aktiv mit ihren Finanzen und dem Thema Rente auseinander. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) beobachtet ein verstärktes Interesse an der eigenen Altersvorsorge, bei Frauen und Männern gleichermaßen.

Frauen sollten finanzielle Unabhängigkeit anstreben

Wer die Erwerbstätigkeit längere Zeit für Familie oder Pflege unterbricht, kann später finanziell unter Druck geraten – etwa nach einer Scheidung oder im Alter.

Seit der Unterhaltsreform von 2008 gilt stärker das Prinzip der Eigenverantwortung. Geschiedene Partner sollen möglichst selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen.

Deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig über finanzielle Fragen in der Partnerschaft zu sprechen. Dazu gehört etwa, wie Erwerbszeiten, Kinderbetreuung und Einkommen aufgeteilt werden und wie mögliche Auszeiten finanziell ausgeglichen werden können.

Drei-Konten-Modell für Paare

Das sogenannte Drei-Konten-Modell hilft Paaren, gemeinsame Ausgaben und individuelle Finanzen besser zu organisieren.

Die Idee: Jeder Partner behält ein eigenes Konto für persönliche Ausgaben. Zusätzlich gibt es ein gemeinsames Konto für Miete, Versicherungen oder Lebensmittel.

Variante 1

Beide Partner behalten jeweils ein eigenes Girokonto. Zusätzlich gibt es ein Gemeinschaftskonto, auf das beide monatlich Geld für gemeinsame Ausgaben überweisen.

Variante 2

Wenn ein Partner zeitweise weniger arbeitet, etwa wegen Kindererziehung, können sämtliche Einnahmen zunächst auf ein Gemeinschaftskonto fließen. Überschüsse werden anschließend gleichmäßig auf zwei private Konten verteilt.

Biallo-Lesetipp: Wie Sie Schritt für Schritt ein Vermögen aufbauen können, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Geldanlage für Einsteiger.

Altersvorsorge für Frauen: Geld anlegen und Vermögen aufbauen

Eine frühzeitige Geldanlage kann helfen, die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern teilweise auszugleichen.

Gerade für Frauen ist eine langfristige Geldanlage ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Wer regelmäßig Geld investiert, kann Einkommensunterschiede im Laufe des Berufslebens teilweise ausgleichen.

Viele Anlegerinnen bevorzugen breit gestreute Investments wie ETFs oder Investmentfonds. Sie ermöglichen bereits mit kleinen Beträgen einen Einstieg in den Vermögensaufbau.

Robo-Advisor

Robo-Advisor sind digitale Vermögensverwaltungen, die Geld automatisch nach bestimmten Anlagestrategien investieren.

Sie eignen sich besonders für Menschen, die sich nicht selbst intensiv mit Geldanlage beschäftigen möchten. Ein Einstieg ist häufig bereits mit kleinen Beträgen möglich. Die Kosten liegen je nach Anbieter meist bei bis zu rund ein Prozent pro Jahr.

Nachhaltige Geldanlage

Nachhaltige Geldanlagen berücksichtigen neben finanziellen Kriterien auch ökologische und soziale Aspekte.

Viele Anlegerinnen achten heute darauf, dass ihr Geld etwa in Unternehmen investiert wird, die Umwelt- oder Sozialstandards einhalten. Informationen zur Nachhaltigkeit einzelner Fonds bieten unter anderem spezialisierte Finanzportale und Nachhaltigkeitsratings.

Fazit: Gender Pay Gap wirkt bis in die Rente

Der Gender Pay Gap hat langfristige Folgen für die finanzielle Situation vieler Frauen. Niedrigere Einkommen, häufigere Teilzeitphasen und Erwerbsunterbrechungen führen dazu, dass Frauen im Durchschnitt geringere Rentenansprüche erwerben.

Umso wichtiger ist es, frühzeitig Vermögen aufzubauen und sich aktiv mit der eigenen Altersvorsorge zu beschäftigen.

Checkliste: So können Frauen finanziell vorsorgen

Frauen haben im Durchschnitt geringere Einkommen und dadurch oft niedrigere Rentenansprüche. Umso wichtiger ist es, frühzeitig vorzusorgen und finanzielle Lücken im Alter zu vermeiden.

Wichtige Schritte für die eigene Altersvorsorge sind zum Beispiel:

  • Frühzeitig mit dem Vermögensaufbau beginnen – je länger Geld angelegt ist, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt.
  • Regelmäßig Geld für Altersvorsorge und Geldanlage zurücklegen – etwa über Sparpläne mit ETFs oder Fonds.
  • Gehalt aktiv verhandeln – ein höheres Einkommen erhöht langfristig auch die Rentenansprüche.
  • Teilzeitphasen möglichst begrenzen oder finanziell ausgleichen – zum Beispiel durch zusätzliche private Vorsorge.
  • Zusätzliche Altersvorsorge prüfen – etwa über ETFs, Fonds oder eine betriebliche Altersvorsorge.
  • Rentenansprüche regelmäßig überprüfen – zum Beispiel anhand der Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung.
  • Frühzeitig Vorsorgelücken erkennen – so bleibt mehr Zeit, Vermögen aufzubauen und die eigene Altersvorsorge zu stärken.

Je früher Frauen beginnen, Vermögen aufzubauen, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Wer frühzeitig mit dem Vermögensaufbau beginnt, kann Einkommensunterschiede im Laufe des Berufslebens teilweise ausgleichen und die eigene Altersvorsorge deutlich verbessern.

FAQ: Gender Pay Gap und Altersvorsorge

Viele Leserinnen und Leser haben Fragen zum Gender Pay Gap, zur Rentenlücke zwischen Frauen und Männern sowie zur Altersvorsorge. Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Was ist der Gender Pay Gap?

Der Gender Pay Gap beschreibt den durchschnittlichen Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. In Deutschland lag diese Lohnlücke zuletzt bei rund 16 Prozent.

Was ist der Gender Pension Gap?

Der Gender Pension Gap beschreibt den Unterschied bei den Alterseinkommen von Frauen und Männern. Frauen erhalten im Durchschnitt deutlich geringere Renten als Männer.

Warum verdienen Frauen im Durchschnitt weniger als Männer?

Ursachen sind unter anderem häufigere Teilzeitbeschäftigung, Erwerbsunterbrechungen durch Kindererziehung oder Pflege sowie Unterschiede bei Branchen und Berufen.

Warum ist Altersvorsorge für Frauen besonders wichtig?

Geringere Einkommen und Erwerbsunterbrechungen führen häufig zu niedrigeren Rentenansprüchen. Deshalb ist es für Frauen besonders wichtig, zusätzlich privat vorzusorgen.

Wie können Frauen ihre Altersvorsorge verbessern?

Frauen können ihre Altersvorsorge verbessern, indem sie frühzeitig Vermögen aufbauen, regelmäßig Geld investieren und ihre Rentenansprüche regelmäßig überprüfen.

Quellen:

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