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  • Immer häufiger drohen Negativzinsen, die Ihre Ersparnisse verringern anstatt zu vermehren.

  • Viele Bankkundinnen und Bankkunden sind irritiert, wenn sie den Strafzins für ihre Ersparnisse bezahlen sollen.

  • Wir erklären, wie Sie die Negativzinsen vermeiden und mit welcher Strategie Sie doch noch ins Plus kommen.
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Immer mehr Banken und Sparkassen bezahlen für Sparguthaben keine Zinsen mehr. Im Gegenteil: sie drehen den Spieß um und verlangen für die Verwahrung der Ersparnisse sogar noch Geld. Kein Wunder also, dass immer mehr Bankkundinnen und Bankkunden diese Negativzinsen oder Verwahrentgelte, wie die Banken den Strafzins gern nennen, vermeiden möchten. Schließlich werden die Freibeträge immer niedriger, der Zins dafür höher. Unsere große Auswertung der Minuszinsen zeigt, dass einige Banken bereits ab 5.000 Euro Guthaben 0,50 Prozent pro Jahr berechnen. Mehr als 30 Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu – Tendenz steigend.

Was viele Kunden nicht wissen: Die Negativzinsen lassen sich in vielen Fällen vermeiden. Gerade Sparer mit einem kleinen oder mittleren Guthaben können dem Strafzins aktuell noch ganz gut entkommen. Allerdings geht das meist nicht mit der eigenen Hausbank und Sie müssen selbst tätig werden, um Ihr Geld in die Gewinnzone zu bringen. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige Geldanlagen vor. Je größer Ihre Ersparnisse sind, umso mehr müssen Sie aufteilen.

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Nutzen Sie Angebote für Tagesgeld und Festgeld

Auch wenn die Zinsen für Festgeld und Tagesgeld schon länger an einem Tiefpunkt angekommen sind, können Sie damit zumindest den Strafzinsen noch entweichen. Unser Tagesgeld-Vergleich zeigt, dass Sie für das jederzeit verfügbare Tagesgeld bei verschiedenen Anbietern wie der Sberbank oder Südtiroler Sparkasse überdurchschnittliche Zinsen bekommen. Die spanische Openbank zahlt sogar einen guten Zins, ohne das die Anlagesumme begrenzt ist. Entscheiden Sie sich für ein Festgeld-Angebot, können Sie aktuell ebenfalls nennenswerte Zinsen bei ein oder zwei Jahren Laufzeit bekommen, beispielsweise bei der FCA Bank. Viele Autobanken berechnen aktuell keinen Strafzins oder bieten sehr hohe Freibeträge. Bei der Ford Money Bank etwa können Sie bis zu einer Million Euro als Festgeld anlegen und bekommen dafür sogar Zinsen

Besonders attraktiv für Sparer ist derzeit das Festgeld der Klarna Bank aus Schweden. Bis zu 500.000 Euro können Sie bei Klarna auf dem Anlagekonto anlegen und erhalten für das Termingeld je nach gewählter Laufzeit bis zu 0,94 Prozent Zinsen pro Jahr. Damit gehört das Festegeld-Angebot derzeit zu den besten Offerten am Markt. Alle Details dazu finden Sie in unserem ausführlichen Produkttest zum Klarna-Festgeld.

 

Schichten Sie Ihr Geld zielgerichtet um

Dem Strafzins entkommen Sie auch mit einer simplen Umschichtung Ihres Vermögens. Wer sein gesamtes Vermögen auf einem oder mehreren Konten seiner Hausbank liegen hat, wird von den Geldhäusern oft bestraft. Es gibt noch viele überregionale Banken, welchen einen Freibetrag von 50.000 Euro oder 100.000 Euro anbieten oder Geldhäuser die gar keine Negativzinsen berechnen. Schichten Sie das Geld auf Girokonten oder noch besser Tagesgeld beziehungsweise Festgeldkonten dieser Banken um. Bei einem Guthaben von 100.000 Euro kann es sich beispielsweise lohnen, dass Geld auf zwei Institute mit je 50.000 Euro umzuschichten. Meiden Sie dabei unbekannte ausländische Banken und achten Sie immer auf die Einlagensicherung.

 

Genossenschaftsanteile bei Volksbanken

Als Mitglied einer Genossenschaftsbank entkommen Sie ebenfalls den Negativzinsen und stecken sogar noch eine attraktive Dividende ein. 2019 schütteten die Volks- und Raiffeisenbanken durchschnittlich vier Prozent aus. 2020 waren es nur gut zwei Prozent, weil ein Drittel aller Genossenschaftsbanken wegen Corona keine Ausschüttung vornahm. Bei der Raiffeisenbank Hochtaunus können Sie aktuell bis zu 50.000 Euro pro Person investieren. Ein Paar mit zwei Kindern bringt also 200.000 Euro unter, wenn jeder Genosse/in wird. Fürs vergangene Geschäftsjahr schüttete diese Genossenschaftsbank im Frühjahr 2,5 Prozent Dividende aus. Gleich hoch war sie in diesem Jahr bei der Volksbank Dortmund-Nordwest. Sie hat die Summe pro Person aktuell auf 9.000 Euro gesenkt. Sie wollen das Geld zurück? Die Kündigungsfrist beträgt sechs beziehungsweise drei Monate (Dortmund) zum Jahresende.

Bei diesem Investment greift die klassische Einlagensicherung wie bei Tages- oder Festgeld nicht. Allerdings ist noch nie eine Genossenschaftsbank insolvent geworden, da sich die bundesweit gut 800 Institute gegenseitig stützen. Mehr zum Risiko, der Sicherheit und weiteren Angeboten lesen Sie in unserem ausführlichen Artikel zu Genossenschaftsanteilen bei VR-Banken.

 

Robos passen auf Ihr Geld auf und vermehren es

Immer mehr Geldanleger vertrauen ihr Geld digitalen Vermögensverwaltern an, auch Robo-Advisor genannt. Weil intelligente Computerprogramme die Geldanlage steuern, liegen die Kosten sehr günstig unter einem Prozent. Sie können ab einem Euro monatlich sparen oder sich für eine Einmalanlage ab 500 Euro entscheiden. Zudem werden Sie gefragt, ob Sie ganz vorsichtig, also konservativ mit geringeren Rendite-Chancen investieren wollen. Oder doch mit etwas höherem Risiko, wie etwa bei der ausgewogenen oder offensiven Strategie (bis zu 100 Prozent Aktien), die im Gegenzug mehr Renditepotenzial bieten. Vor allem jüngere Leute mit einem langen Anlagehorizont sollten einen Teil des Geldes in chancenreichen Investments anlegen.

Weiterer Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist: Sie kommen jederzeit an Ihr Geld. Brauchen Sie alles oder einen Teil davon, ist es in spätestens drei, vier Tagen auf Ihrem Konto.

 

Denken Sie über eine Geldanlage in Aktien oder ETFs nach

Wenn Sie langfristig Vermögen aufbauen möchten, dann sind ETF-Sparpläne ein ideales Anlagevehikel. Etliche Onlinebroker und Direktbanken bieten kostenlose ETF-Sparpläne. Bei der ING können ETF-Sparer zum Beispiel schon ab einer monatlichen Sparrate von einem Euro einsteigen. Auch mit Aktien können Sie mittel- und langfristig attraktive Gewinne erzielen. Allerdings sollten Sie bei dieser Anlageform das Risiko nicht aus den Augen lassen. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber zum Thema Aktien kaufen für Anfänger.

 

Mit Immobilien entkommen Sie ebenfalls den Negativzinsen

Eine Geldanlage in Immobilien ist in der Regel nur dann interessant, wenn Sie das Vermögen langfristig nicht benötigen. Dann bietet der Kauf von Immobilien gute Renditen. Beispielsweise könnten Sie Ihr Geld in eine Einfamilienwohnung oder ein Haus zur Vermietung anlegen. Sie profitieren hier von den jährlichen Mieteinnahmen und zusätzlich in vielen Fällen noch von der Wertsteigerung der Immobilie. Als Kleinsparer könnten Sie in Immobilienfonds investieren, um indirekt an Immobilienpreisen und Mieteinnahmen zu partizipieren.

 

Achten Sie stets auf die Sicherheit

Je nachdem wie hoch Ihr Vermögen tatsächlich ist, werden Sie an der Aufteilung der Ersparnisse wahrscheinlich nicht drum herumkommen. Generell gilt, dass Sie besonnen handeln sollten. Wenn Sie eine Negativzins-Ankündigung Ihres Geldinstituts bekommen, sollten Sie zunächst das Gespräch suchen. Unterschreiben Sie keine Dokumente ohne eingehende Prüfung. Genaustens sollten Sie auch die angebotenen Geldanlagen Ihrer Hausbank prüfen, da diese nicht immer zu Ihrem Vorteil sein müssen.

Achten Sie in jedem Fall bei der Umschichtung Ihres Guthabens auf die gesetzliche Einlagensicherung, die Ihre Ersparnisse im Ernstfall absichert. Ein Risiko sollten Sie immer nur mit einem Teil Ihres Vermögens eingehen, wenn Sie das Risiko überschauen können. Lassen Sie unbedingt die Hände von dubiosen Geldanlagen im Internet, die Ihnen eine hohe Rendite versprechen.

Aufruf in eigener Sache

Horst Biallo, Gründer und Geschäftsführer von biallo.de, ist davon überzeugt, dass Banken die Strafzinsen als eine Art "Hebel" benutzen. So können die Geldhäuser unter dem "Deckmantel Negativzins“ Produkte verkaufen, mit denen sie gute Geschäfte zulasten ihrer Kunden machen. Haben Sie auch solche Erfahrungen gemacht? Könnten Sie uns solche Bankvorschläge senden? Dann schreiben Sie uns unter  [email protected]. Vielen Dank für Ihre Mithilfe! 

Über den Autor Mike Belschner

Mike, Jahrgang 1971, ist Online-Redakteur und bringt seine Expertise bei biallo.de im Bereich Verbraucherthemen sowie in Ratgeber und Anleitungen ein. Er ist erst dann zufrieden, wenn der Leser die Lösung für sein Problem gefunden hat. Als Verkäufer, freier Autor, Unternehmer und erfolgreicher Gründer bringt er viel Erfahrung und “Internet-Geist” mit. 2016 gründete Mike das Verbraucherschutzportal onlinewarnungen.de, später verbraucherschutz.com, welches bereits 3 Jahre später zu den führenden Webseiten im Bereich Verbraucherschutz gehörte. Nach dem Verkauf des Projektes verstärkt Mike das Biallo-Team seit 2020. 

  Mike Belschner