Immer mehr Banken und Sparkassen erheben Negativzinsen

Geldpolitik Immer mehr Banken und Sparkassen erheben Negativzinsen

Horst Biallo
von Horst Biallo Sebastian SchickKevin SchwarzingerMax Geißler
Auf einen Blick
  • Laut Bundesbank hat sich der Anteil der Banken und Sparkassen, die Negativzinsen von Privatkunden kassieren, auf rund zwölf Prozent nahezu vervierfacht. 

  • Seit 1. September erhebt die Hamburger Sparkasse (Haspa) einen Strafzins für Einlagen von Privatkunden ab 500.000 Euro auf dem Girokonto und Tagesgeld.

  • Nach einem rechtskräftigen Urteil sind Minuszinsen unzulässig, wenn sie nachträglich über Klauseln in Geldanlage-Verträge wie Tages- oder Festgeld geschrieben werden.

  • Auch Negativzinsen auf privaten Girokonten sind mit dem Gesetz nicht vereinbar, wenn zugleich Kontoführungsgebühren erhoben werden.
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Immer mehr Banken und Sparkassen reichen den negativen Einlagezins der EZB an Kunden weiter. Das schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht September. Der Anteil der Geldinstitute, die negative Zinsen auf Sichteinlagen meldeten, sei von rund 26 Prozent im Januar 2017 auf gut 50 Prozent im Dezember 2017 gestiegen. "Betroffen waren vor allem großvolumige Sichteinlagen im Firmenkundengeschäft", so die Bundesbank. Die Zinsstatistik der Bundesbank umfasst rund 220 Banken und Sparkassen.

"Zur Stabilsierung der Zinsmargen verzinsen Banken zunehmend auch Einlagen privater Haushalte negativ", heißt es in dem Monatsbericht weiter. Der Anteil der Kreditinstitute, die Negativzinsen an private Haushalte weiterreichen, habe sich im Jahresverlauf auf rund zwölf Prozent nahezu vervierfacht. Auch hier dürfte es sich laut Bundesbank vornehmlich um großvolumige Sichteinlagen handeln. Die Namen der einzelnen Banken und Sparkassen, die Negativzinsen an Kunden weiterreichten, veröffentlichte die Bundesbank nicht.

Größte deutsche Sparkasse kassiert Negativzinsen

Vor kurzem sorgte die größte deutsche Sparkasse für Negativschlagzeilen in puncto Negativzinsen. Seit 1. September belastet die Hamburger Sparkasse (Haspa) private Kundeneinlagen ab 500.000 Euro auf Girokonto und Tagesgeld mit minus 0,40 Prozent. Institutionelle Anleger werden bereits ab 250.000 Euro zur Kasse gebeten werden. Wir haben bei Haspa-Sprecherin Stefanie von Carlsburg nachgefragt:

Warum haben Sie sich jetzt doch dazu entschlossen, Negativzinsen für Privaktkunden einzuführen? Manche Experten gehen davon aus, dass die EZB zumindest den negativen Einlagenzins noch in diesem Jahr anheben könnte.

Stefanie von Carlsburg: "Während der Leitzins in den USA wieder moderat nach oben zeigt, ist in der Euro-Zone in diesem Jahr noch keine Anhebung zu erwarten. Wir erwarten noch kein Abrücken vom negativen Einlagezins von -0,4 Prozent pro Jahr. Sollten sich die Rahmenbedingungen ändern, die uns zu dieser Sonderregelung veranlasst haben, werden wir die Situation selbstverständlich neu bewerten. Sprich: Wenn die EZB ihre Zinspolitik nachhaltig ändert und die Strafzinsen für Banken abschafft – und das fordern wir schon lange – gibt es auch für uns keine Veranlassung mehr, von unseren Kunden ein Verwahrentgelt zu nehmen."

Institutionelle Anleger werden schon ab 250.000 Euro belastet, Privatkunden ab 500.000 Euro. Wie ist der Unterschied zu erklären?

Von Carlsburg: "Wir versuchen weiterhin, Negativzinsen für die Spareinlagen im breiten Privatkundengeschäft zu vermeiden. Dagegen stemmen wir uns für unsere Kunden bereits seit einigen Jahren. Aber wenn Kunden größere Mengen Bargeld auf Giro- oder Tagesgeldkonten verwahren, kostet dies die Haspa Tag für Tag sehr viel Geld. Wir gehen davon aus, dass sich die Belastungen der Niedrigzinsphase in den vergangenen Jahren auf jeweils hohe zweistellige Millionenbeträge belaufen. Hinzu kommt, dass Kunden zunehmend Geld von Konten anderer Banken, die Verwahrentgelte erheben, auf Haspa-Konten umbuchen. Da dies jedoch die Kosten der Haspa zusätzlich erhöht, werden wir – auch im Interesse der großen Mehrheit unserer Kunden – die Freibeträge für das Verwahrentgelt anpassen.

Wir ändern das nun mit Augenmaß. Schließlich ist die Sparkasse einst für die kleinen Leute gegründet worden, um es ihnen zu ermöglichen, mehr aus ihrem Geld zu machen und vorzusorgen. Deshalb werden wir auch weiterhin alles dransetzen, dass kleine und mittlere Vermögen eben diesen Schutz genießen und das Verwahrentgelt erst auf Guthaben von mehr als einer halben Million Euro erheben. Erst wenn dieser Freibetrag überschritten wird, wird ein Verwahrentgelt fällig."

Haben Sie keine Sorge, dass Sie mit der Maßnahme vermögende Kunden vergraulen könnten?

Von Carlsburg: "In den Gesprächen, die wir bisher geführt haben, haben wir festgestellt, dass diese Kunden sich gut auskennen und auch Verständnis für die Situation haben. Wir bieten den betroffenen Kunden in persönlichen Gesprächen zur Vermeidung eines Verwahrentgelts alternative Anlageformen an. Oberstes Ziel ist es, dass wir erst gar kein Verwahrentgelt erheben müssen."

Andere Sparkassen halten sich (noch) zurück

Dass sich die Hamburger Sparkasse jetzt doch zu diesem Schritt entschlossen hat, überrascht die Kollegen der anderen großen Sparkassen in Deutschland. Die Frankfurter Sparkasse jedenfalls will kurz- bis mittelfristig keine Strafzinsen für Privatkunden einführen. Und auch bei der Stadtsparkasse München sind keine derartigen Maßnahmen geplant, obwohl das Institut bereits seit April 2017 Einlagen von Firmenkunden und institutionellen Anlegern über 250.000 Euro mit minus 0,40 Prozent pro Jahr belastet (sieh Tabelle unten).

Dass die Haspa jetzt Guthaben ab 500.000 Euro auf dem Girokonto mit Negativzinsen belastet, könnte noch ein juristisches Nachspiel haben. Denn laut einem Urteil des Landgerichts Tübingen vom 25. Mai 2018 (Az.: 4 O 225/17) sind Negativzinsen auf Girokonten von Privatkunden unzulässig, wenn bereits Kontoführungsgebühren erhoben werden. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Sachsen gegen die Volksbank Reutlingen. Das Gericht sah eine "unangemessene Benachteiligung der Bankkunden". Laut Hamburger Sparkasse ist der Fall allerdings nicht vergleichbar: "Die Volksbank hatte die Gebühr mittels Preisaushang eingeführt, wir führen individuelle Gespräche", sagt Haspa-Sprecherin von Carlsburg.

Auch der nachträglichen Einführung von Minuszinsen bei Geldanlageverträgen wie Tagesgeld und Festgeld schob das Landgericht Tübingen im Januar 2018 einen Riegel vor (Az.: 4 O 187/17). Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Auslöser war ebenfalls ein Preisaushang der Volksbank Reutlingen. Die Bank hatte für bestehende Tages- und Festgeldkonten von einem auf den anderen Tag Negativzinsen angekündigt, ohne in den Klauseln zwischen Alt- und Neuverträgen zu differenzieren. Von der Verbraucherzentrale wurde sie deswegen abgemahnt. Die Volksbank Reutlingen weigerte sich jedoch eine Unterlassungserklärung abzugeben.

"Allgemeine Geschäftsbedingungen einer Bank, mit denen bei Sicht-, Termin- und Festgeldeinlagen im Verhältnis zu Verbrauchern Negativzinsen eingeführt werden, sind dann nach Paragraf 307 BGB unwirksam, wenn davon auch Altverträge erfasst werden, die ohne eine Entgeltpflicht des Kunden geschlossen wurden", urteilten die Tübinger Richter.

Strafzins oft als "Verwahrentgelt" getarnt

Negativzinsen für Privatkunden sind längst kein Tabu mehr. Nach Untersuchungen von biallo.de erheben derzeit 16 Banken und Sparkassen Negativzinsen oder ein sogenanntes "Verwahrentgelt" für Spareinlagen auf dem Tagesgeld- oder Girokonto (siehe Tabelle unten). Die betreffenden Geldinstitute begründen die Einführung von Strafzinsen meist mit dem negativen Einlagezins der Europäischen Zentralbank, der die Ertragslage belaste. Für Einlagen bei der EZB müssen Banken und Sparkassen seit Mitte 2014 nämlich einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen, den immer mehr Geldinstitute auch an Privatkunden weiterreichen.

"Diese Argumentation ist aber mit Blick auf die aktuelle Ertragslage der Finanzinstitute nicht nachvollziehbar", sagt Verbraucherschützer Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Tatsache ist, dass die Ergebnisse seit Jahren relativ konstant geblieben sind."

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Sparda-Bank Berlin war die erste Großbank

Dass mittlerweile auch große Banken nicht vor Negativzinsen für Privatkunden zurückschrecken, zeigt nicht nur die Haspa, sondern auch die Sparda-Bank Berlin – mit über 500.000 Teilhabern die mitgliederstärkste Genossenschaftsbank Deutschlands. Seit Anfang September 2017 berechnen die Berliner Genossen bei Beträgen ab 100.000 Euro aufs Tagesgeld ein sogenanntes "Verwahrentgelt" von minus 0,4 Prozent pro Jahr. Die Bank begründete den Schritt ebenfalls mit der Kostenbelastung durch den negativen Einlagezins der EZB. Betroffen sei laut Sparda-Bank Berlin rund ein Prozent der Kunden.

"Es ist völlig in Ordnung, einen Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto zu haben, aber ab 100.000 Euro kann von einem Notgroschen wirklich nicht die Rede sein", sagte die Sprecherin der Sparda-Bank Berlin, Nancy Mönch, gegenüber biallo.de. "Das bedeutet für uns und unsere Kunden Geldvernichtung."

Die Bank spreche mit den betroffenen Kunden über Angebotsalternativen. "Der Schock ist erst einmal groß, unsere Kunden sind ja vorwiegend Traditionalisten in Fragen der Geldanlage", sagt Mönch. Doch wenn man die Alternativen erkläre und mit Zahlen verdeutliche, zeigten sich viele aufgeschlossen.

Zu den aktuellen Empfehlungen gehörten etwa Fonds. Das Risiko bei Wertpapieren sei kurzfristig betrachtet natürlich "sehr hoch", über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren sehe das ganz anders aus. "Fünf bis zehn Jahre - das ist auch oft der Anlagezeitraum bei Tagesgeld."

Im Jahr 2014 sandte der damalige Chef des Sparda-Banken-Verbands, Joachim Wuermeling, eine ganz andere Botschaft an die Genossen: "Unseren Sparkunden sind Minuszinsen nicht begreiflich zu machen. Die schwäbische Hausfrau steht kopf, wenn sie fürs Sparen zahlen muss."

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Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate

So wehren Sie sich gegen Negativzinsen

  • Auch wenn Negativzinsen auf dem privaten Girokonto laut Landgericht Tübingen unzulässig sind, wenn bereits Kontogebühren erhoben werden, zeigt das Beispiel Hamburger Sparkasse, dass Privatkunden nicht davor gefeit sind. Deshalb sollten Sie immer auch die Kontomodelle in Ihrer Region vergleichen. Der neue Girokonto-Vergleich von biallo.de umfasst das Datenmaterial von gut 1.300 Banken und Sparkassen. Lesen Sie auch unsere bundesweite Studie zu Premiumkonten.

  • Negativzinsen auf Tagesgeld oder Festgeld sind längst keine Seltenheit mehr (siehe Tabelle). Am besten fahren Sie, wenn Sie ein, zwei oder drei gebührenfreie (!) Tagesgeldkonten aus unserem Vergleich eröffnen. Dadurch sparen Sie sich nicht nur die 0,4 Prozent Strafzinsen, sondern bekommen auch noch Guthabenzinsen.

  • Hier haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Sie wollen wirklich das beste Ergebnis für sich herausholen mit den höchsten Zinsen? Dann müssen Sie Ihr Geld auf verschiedene Anbieter aufteilen und die Tagesgeld-Neukunden-Offerten nutzen. Spitzenreiter im Juli ist die Advanzia Bank. Diese gewährt für die ersten vier Monate nach Kontoeröffnung anteilig 1,0 Prozent pro Jahr für Anlagebeträge von 5.000 bis 1.000.000 Euro. Danach werden immerhin noch 0,5 Prozent Zinsen bezahlt.

  • Consorsbank und Renault Bank Direkt gewähren Neukunden 0,60 Prozent für die ersten sechs Monate beziehungsweise 0,50 Prozent für die ersten drei Monate. Bei der Consorsbank gilt der Aktionszins allerdings nur bis zu einem Anlagevolumen von 25.000 Euro, bei der Renault Bank Direkt bis 500.000 Euro. Vorsicht: Nach dem Aktionszeitraum sinkt der Zins bei der Consorsbank auf 0,01 Prozent! Bei der Renault Bank Direkt fallen Kunden weicher auf 0,35 Prozent pro Jahr.

  • Ein besonderes Angebot hat derzeit die ING-Diba im Angebot. Hier gibt es ab sofort 2,0 Prozent pro Jahr anteilig für die ersten vier Monate bis zu einem Anlagevolumen von 25.000 Euro, wenn Kunden gleichzeitig ein Girokonto mit Gehaltseingang bei der ING-Diba eröffnen. Auch hier sinkt der Zins nach dem Aktionszeitraum wie bei der Consorsbank auf 0,01 Prozent pro Jahr.

  • Sie wollen sich nicht die Mühe machen, auf Neukunden-Offerten zu reagieren und danach wieder neue Banken zu suchen? Sind Sie an dauerhafteren Lösungen interessiert, auch wenn das etwas Rendite kostet? Dann können Sie auch alternativ kurze Laufzeiten beim Festgeld wählen. Wo es aktuell die höchsten Zinsen gibt, lesen Sie in unserem Ratgeber Festgeldzinsen.

Warum liegen die Zinsen unter null Prozent?

Strafzinsen, Minuszinsen, Negativzinsen. Vor wenigen Jahren hätte sich kaum ein Sparer vorstellen können, dass diese Wortschöpfungen einmal zum Alltagsvokabular gehören. Es war im Juni 2014, als die Europäische Zentralbank (EZB) die Parole ausgab und erstmals den Einlagenzins ins negative Terrain drehte, damals auf minus 0,10 Prozent. Seither müssen Banken auf Geld, das sie bei der EZB hinterlegen, Zinsen bezahlen. Im März 2016 senkte EZB-Chef Mario Draghi den Einlagenzins auf das historische Tief von minus 0,4 Prozent, auf dem er seither verharrt.

Das ursprüngliche Ziel der EZB war es, dass Banken ihre Einlagen nicht schlummern lassen, sondern als Kredite in den Markt pumpen. Ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. Denn irgendwann muss die EZB den Geldhahn wieder zudrehen. Dadurch steigt auch das Zinsänderungsrisiko für die Banken, da sie langfristige Kredite zu niedrigen Zinsen vergeben haben, sich aber irgendwann wieder höher refinanzieren müssen.

Deshalb reichen Banken und Sparkassen die Negativzinsen, die sie jetzt der EZB bezahlen müssen, an Sparer weiter. Sie verlangen ein "Verwahrentgelt". Zuerst betraf dies Einlagen ab einer Höhe von 500.000 Euro. Den Anfang machte im November 2014 die Skatbank in Thüringen. 2016 folgten die Raiffeisenbank in Gmund und die Volksbank in Stendal, beide Geldhäuser schraubten den Schwellenwert, ab dem der negative Zins greift, auf 100.000 Euro herunter.

Mehr als ein Dutzend Banken und Sparkassen berechnen inzwischen Privatkunden negative Zinsen. Stärker betroffen sind institutionelle Kunden. Die Zahl der von biallo.de erfassten Geldhäuser, die von Geschäftskunden und Kommunen ein Entgelt für hohe Einlagen fordern, liegt bei fast 40.

In den folgenden Tabellen sind exemplarisch Banken und Sparkassen gelistet, die negative Zinsen eingeführt haben.

Diese Geldhäuser berechnen Privatkunden Negativzinsen

GeldinstitutNegativzins p.a.Anlagebetrag
Deutsche Skatbank0,40 %ab 500.000 Euro auf Tagesgeldkonto, ab 1.000.000 Euro auf Girokonto
Ethik Bankindividuellbei Kontoeröffnung für Großeinleger
Flatex0,40 %für Guthaben auf dem Cashkonto
Hamburger Sparkasse (Haspa)0,40 %; ab 09/2018für Guthaben ab 500.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonten
Kreissparkasse Osterholz0,40 %ab 1.000.000 Euro auf Girokonto
Raiffeisenbank Gmund0,40 %ab 100.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonto
Raiffeisenbank Naabtal0,60 %ab 250.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonto
Raiffeisenbank Südstormann Mölln0,40 % ab 1.000.000 Euro auf Spar- oder Girokonten
Sparda-Bank Berlin0,40 %ab 100.000 Euro auf Tagesgeldkonto
Sparkasse Köln-Bonn0,40 % für Einlagen in Millionenhöhe
Volksbank Baden-Baden Rastatt0,40 %je nach Einzelvereinbarung
Volksbank Dresden-Bautzen0,40 %ab 1.000.000 Euro auf Tagesgeldkonto
Volksbank Eisenbergindividuellbei Kontoeröffnung für Großeinleger
Volksbank Raiffeisenbank NiederschlesienStrafgebühr von 5-50 Euro pro Monatab 0,01 Euro auf Tagesgeldkonto
Volksbank Stendal0,40 %ab 100.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonto
VR-Bank Mittelsachsen0,30 %ab 100.000 Euro

Negative Zinsen für institutionelle Anleger und Firmenkunden

Bayern

GeldinstitutNegativzinsAnlagebetrag
Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg0,40 %k.A
Raiffeisenbank Isar-Loisachtal0,40 %200.000 Euro Freibetrag für zwei Konten
Sparkasse Allgäu0,40 %ab 250.000 Euro
Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen0,40 %k.A
Sparkasse Nürnberg0,40 %ab 1.000.000 Euro
Stadtsparkasse Augsburg0,40 %ab 1.000.000 Euro
Stadtsparkasse München0,40 %ab 250.000 Euro
V-Bank München0,40 %ab 500.000 Euro
Volks- und Raiffeisenbank Bayern Mitte0,40 %ab 500.000 Euro

Baden-Württemberg

GeldinstitutNegativzinsAnlagebetrag
Sparkasse Hanauer Land0,40 % k.A.
Sparkasse Rhein-Neckar0,40 %bei mehr als 1.000.000 Euro
Volksbank Lahr0,40 %k.A.

Rheinland-Pfalz

GeldinstitutNegativzinsAnlagebetrag
Kreissparkasse Kaiserslautern0,40 %k.A.
Sparkasse Germersheim Kandel0,40 % k.A.
Sparkasse Südliche Weinstraße0,40 %k.A.
Sparkasse Vorderpfalz0,40 %ab 1.000.000 Euro
Volksbank Kaiserslautern0,30 %k.A.
Volksbank Kur- und Rheinpfalz0,15 bis 0,40 %ab 1.000.000 Euro
VR-Bank Südpfalz0,35 %k.A.

Hessen

GeldinstitutNegativzinsAnlagebetrag
Sparkasse Gießen0,40 %ab 1.000.000 Euro
Sparkasse Starkenburg0,40 % ab 1.000.000 Euro

Nordrhein-Westfalen

GeldinstitutNegativzinsAnlagebetrag
Dortmunder Volksbank0,40 %ab 1.000.000 Euro
Kreissparkasse Köln0,40 %ab 2.000.000 Euro
Kreissparkasse Wiedenbrück0,40 %individuelle Vereinbarung
Sparkasse Höxterk. A.individuelle Vereinbarung
Sparkasse Köln-Bonnk.A.individuelle Vereinbarung (institutionelle Anleger und Firmenkunden)
Stadtsparkasse Solingenk.A. (ab Juli 2017)ab 1.000.000 Euro
Stadtsparkasse Versmold0,40 %individuelle Vereinbarung
Volksbank Lübbecker Land0,40 %ab 1.000.000 Euro, in Ausnahmefällen und nach individueller Vereinbarung

Hamburg

GeldinstitutNegativzinsAnlagebetrag
Hamburger Sparkasse (Haspa)0,40 % ab 250.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonten
Hamburger Volksbank0,20 %ab 500.000 Euro auf Tagesgeld

Berlin-Brandenburg

GeldinstitutNegativzinsAnlagebetrag
Mittelbrandenburgische Sparkasse0,40 %ab 500.000 Euro (Neukunden)

Sachsen

GeldinstitutNegativzinsAnlagebetrag
Erzgebirgssparkasse0,40 %ab 500.000 Euro auf kommunalen Giro - und Tagesgeldkonten. Ab 100.000 Euro auf Geschäftskonten.
Ostsächsische Sparkasse Dresdenk.A.ab 100.000 Euro Tagesgeld
ab 1.000.000 Euro Girokonto
Sparkasse Leipzig0,40 %ab 500.000 Euro
Sparkasse Vogtland0,40 %ab 100.000 Euro

Sachsen-Anhalt

GeldinstitutNegativzinsAnlagebetrag
Saalesparkasse0,40 %ab 1.000.000 Euro
Quelle: eigene Recherche / Stand: August 2018

Zwei Arten von Zinsen

Finanzexperten unterscheiden zwischen Zinsen auf Geldkapital und Zinsen auf Sachkapital. Ein Zins für Sachkapital ist zum Beispiel der Mietzins. Die Miete ist das Entgelt, das Sie an den Eigentümer der Immobilie für die Überlassung der Wohnung bezahlen. Ähnlich verhält es sich, wenn Sie sich einen Mietwagen oder ein Ruderboot für den Sonntagsausflug leihen.

Interessant für Anleger und Kreditnehmer sind die Zinsen, die man für angelegtes Geld bekommt bzw. für geliehenes Geld zahlen muss. Legen Sie Ihr Kapital als Tagesgeld, Festgeld bzw. auf einem Sparbuch an, erhalten Sie normalerweise Zinsen. Borgen Sie sich Geld bei der Bank, zahlen Sie Kreditzinsen. Zinsen erfüllen also verschiedene Zwecke: Sie sind Lohn für bereitgestelltes Geld oder Kosten für geliehenes Geld.

Warum kann die Bank Zinsen zahlen

Im Normalfall zahlen Banken für angelegtes Geld Zinsen. Wie geht das? Ganz einfach: Die Bank verleiht das angelegte Geld als Kredit weiter und kassiert dafür Zinsen. Kreditnehmer sind zum Beispiel Verbraucher, die Ratenkredite aufnehmen, oder Unternehmer, die einen Investitionskredit abschließen. Da der Kreditzins höher ist als der Anlagezins, kann die Bank einen Teil der vereinnahmten Zinsen als Sparzins an die Anleger auszahlen, den Rest behält sie als Lohn für die eigenen Mühen ein.

Wie entsteht der Zinseszinseffekt

Ist Ihr Geld längerfristig bei der Bank angelegt, verzinst sich nicht nur die Kapitaleinlage, sondern auch die Zinsen. Durch die Verzinsung der Zinsen entsteht der sogenannte Zinseszinseffekt, der das Ersparte immer schneller wachsen lässt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Bank signifikante Zinsen zahlt. Bei einer Verzinsung nahe null, tendiert auch der Zinseszinseffekt gegen null.

Für Sie als Sparer ist es von Vorteil, wenn die Zinsen so oft wie möglich ausgezahlt werden. Erhalten Sie monatlich oder quartalsweise Zinsen, verstärkt sich der Zinseszinseffekt. Welche Bank ausgeschüttete Zinsen wieder verzinst, erfahren Sie in diesem Artikel: Welche Bank legt den Ertrag wieder an?

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Anbieter
Zinsertrag
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Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre
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Horst Biallo
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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de