Fidor schafft das kostenlose Girokonto ab

Konten und Karten Fidor schafft das kostenlose Girokonto ab

Horst Biallo
von Horst Biallo
29.08.2019
Auf einen Blick
  • Die Smartphone-Bank Fidor führt für ihr Girokonto Kontoführungsgebühren. Fünf Euro monatlich müssen Kunden künftig berappen.

  • Aber: Wer das Girokonto intensiv nutzt, bekommt diese Gebühr wieder erstattet.

  • Auch in einem anderen Bereich schrauben die Direktbanker aus München an der Gebührenschraube.
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Die E-Mail klingt zunächst vielversprechend: "Um Dir weiterhin innovative und außergewöhnliche Produkte anbieten zu können, werden wir unser Preismodell weiterentwickeln", schreibt die Fidor Bank an ihre Kunden. Wer sich dann das neue Preis- und Leistungsverzeichnis näher ansieht, wird darin jedoch weder etwas "innovatives" noch "außergewöhnliches" entdecken.

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Denn statt null Euro Jahresgebühr, werden ab 1. November fünf Euro für das bislang kostenlose "Smart Girokonto" fällig. Diese Gebühr erstattet die Münchner Direktbank ihren Kunden, wenn sie mehr als zehn Transaktionen im Monat vorweisen können – etwa in Form von Daueraufträgen, Überweisungen oder auch Kartenzahlungen. Das sollten die meisten Kunden, die aktiv dieses Konto nutzen, auch schaffen, sodass dieser Preis nicht ganz so schlimm ist, wie er auf den ersten Blick aussieht.

Allerdings: Wer wenig Geld hat und auf ein Pfändungsschutzkonto oder ein Basiskonto angewiesen ist, zahlt die fünf Euro in jedem Fall, denn für diese Klientel gilt die Bonusregelung nicht.

3
 
Anbieter
Monatspreis
Dispozinsen
Jahrespreis
Girocard
 
1.
0,00
6,74%
0,00
2.
0,00
6,99%
0,00
3.
 0,00
7,17%
0,00

Allerdings müssen wir die Fidor Bank nun aus unserer Übersicht der Banken, die ein kostenloses Girokonto anbieten, ab 1. November herausnehmen. Dann sind es nur noch 39 Anbieter. Und auch die Kollegen von "Finanztest" müssen ihre kleine Liste von 22 Anbietern um diesen einen kürzen. Aber immerhin können wir Fidor dann zu den 80 Anbietern umgruppieren, die eine Null-Euro-Grundgebühr an eine bestimmte Bedingung knüpfen. Meist ist das ein regelmäßiger Geldeingang von 500 Euro und mehr.

PR-technisch ist das natürlich nicht so schön. Da fragt man sich, was das Motiv für diese Preiserhöhung war. "Gibt es vielleicht viele Karteileichen, die das Konto nicht nutzen und will man die auf diese Weise loswerden?" haben wir die Fidor-Pressestelle gefragt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit wissen wir jedoch, dass Presseanfragen an Fidor entweder gar nicht oder erst sehr spät beantwortet werden. Sollte die Fidor Bank doch antworten, fügen wir die Antwort hinzu.

"Außergewöhnlich" kann man eine zweite Preisanhebung nennen. Fast alle Banken und Sparkassen geben die immer weiter sinkenden Zinsen ihren Kunden in Form reduzierter Dispokredit-Zinsen weiter. Die Münchner hingegen heben diese von 7,49 auf 8,50 Prozent pro Jahr an.

Und wenig "innovativ" ist es zudem, seinen Kundinnen und Kunden nur zwei Bargeldauszahlungen kostenfrei zu gestatten und danach drei statt bislang zwei Euro in Rechnung zu stellen. Das können Konkurrenten wie DKB, ING oder Comdirect viel besser, weil mit deren Kreditkarten Verbraucher in der gesamten Eurozone oder sogar weltweit kostenlos Bargeld ziehen können.

Biallo-Lesetipp

Die Fidor Bank verlangt nicht nur eine Kontoführungsgebühr fürs Girokonto. Sie gibt auch den negativen Einlagenzins der EZB von minus 0,40 Prozent pro Jahr an einen Teil ihrer Kunden weiter. Welche Bank noch einen Negativzins auf Girokonto und Tagesgeld erhebt, können Sie in unserem Ratgeber "Negativzinsen" nachlesen.

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Horst Biallo
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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de