129 Banken verzichten auf die monatliche Grundgebühr

Girokonten 129 Banken verzichten auf die monatliche Grundgebühr

Horst Biallo
von Horst Biallo
Auf einen Blick
  • Die monatliche Grundgebühr beim Girokonto ist übers Jahr gerechnet für alle Verbraucher der größte Kostenblock.

  • Umso erfreulicher ist es, dass 129 Geldinstitute darauf verzichten. Zumindest wenn ein bestimmter Betrag im Monat auf das Konto eingeht.

  • Bundesweit sind 29 Kontomodelle komplett kostenfrei. Bei weiteren 38 Girokonten wird nur maximal ein Euro pro Monat für die Girocard verlangt – sonst nichts.
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Genau 100 Banken mit (fast) kostenlosen Girokonten

Verbraucherschützer sind manchmal sehr streng. Wirklich "kostenlos" dürfen Banken und Sparkassen Ihr Girokonto nur dann nennen, wenn diese vier Bedingungen erfüllt sind:

  • keine monatliche Grundgebühr
  • null Euro Kosten für die Girocard
  • keine Gebühren für Überweisungen
  • kein monatlicher Geldeingang in bestimmter Höhe

Nach Recherchen von biallo.de erfüllen bundesweit noch 29 Banken diese strengen Kriterien und bieten kostenlose Girokonten.

Aber ist das gerecht? Da haben wir große Zweifel. Dafür diese Beispiele:

  • Sparda-Banken nehmen für die Girocard zwischen 5,00 und 12,00 Euro im Jahr, also maximal 1,00 Euro im Monat für ein sonst komplett gebührenfreies Filialkonto, das sich natürlich auch online führen lässt.
  • Viele Banken verzichten auf alle Gebühren fürs Girokonto, wenn darauf monatlich 500,00 Euro (VR-Bank Nürnberg) bis 1.500,00 Euro eingehen.
  • Sieben Banken verlangen lediglich Geld für Überweisungen, und zwar zwischen 0,10 und 1,50 Euro je Transaktion.

Wir haben 100 überregionale und regionale Banken sowie Direktbanken in Deutschland entdeckt, deren Konten fast kostenlos, also auch sehr attraktiv sind.

Diese sehen Sie auf unserer interaktiven Karte (zum Vergrößern rechts oben klicken):

38 Banken berechnen Ihren Kunden nur eine Gebühr für die Girocard

Keine monatliche Grundgebühr, kein Geld für Überweisungen, keine Kosten für die Nutzung des SB-Terminals, null Euro für Buchungen. Nur einmal im Jahr zahlt der Kunde einen Betrag zwischen 5,00 und 12,00 Euro für die Girocard, die bei den Sparkassen meist Sparkassen-Card und bei den VR-Banken Bankcard heißt.

Das bedeutet: Im günstigsten Fall zahlen Kunden der Sparda-Bank München, der VR-Bank Südthüringen oder der VR-Bank Ostholstein Nord-Plön 42 Cent pro Monat für Ihr Girokonto. Im "teuersten" sind es ein Euro – und keinen Cent mehr. Das sind günstige Anbieter wie die Sparkasse Dortmund, die Sparda-Bank Baden-Württemberg oder auch die VR-Bank Oberbayern Südost.

Die Mehrzahl der 38 Geldinstitute nimmt nicht mehr als zehn Euro für die Karte. Das sind zum Beispiel:

  • Volksbank Euskirchen mit 7,50 Euro
  • Frankfurter Sparkasse mit 6,00 Euro
  • Sparkasse Rottal-Inn mit 7,00 Euro.

Im Vergleich zu den Direktbanken, welche die Karte meist kostenlos ausgeben, muss man jedoch sagen: Diese Banken und Sparkassen bieten für ein paar Euro im ganzen Jahr auch Filialen an, in denen man beispielsweise Bargeld aus einem privaten Autoverkauf auf sein Konto einzahlen kann.

Sechs Banken nehmen nur Geld für Überweisungen

Hier eine Übersicht der Banken und Sparkassen, die auch keine monatliche Grundgebühr nehmen, bei denen auch die Girocard nichts kostet, die aber einen kleinen Obolus für Überweisungen nehmen:

Bankname

Kontobezeichnung

€ je Stück

OstseeSparkasse Rostock

Giro online

0,10

Volksbank Geest

VR-Online

0,10

Stadtsparkasse Magdeburg

Giro Online

0,15

VR-Bank in Mittelbaden Iffezheim

VR-Konto Direkt

0,10

Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing

Privatkonto Gehalt

0,30

Sparkasse Unstrut-Hainich

Girokonto Online

0,25

Zehn Banken berechnen Kosten für Girocard und Überweisungen

Günstig unter dem Strich sind auch jene zehn Anbieter, die jeweils Geld für das Girocard und Geld für Überweisungen nehmen. Denn über das Jahr gerechnet sind das meist auch nicht mehr als insgesamt 20 oder 30 Euro - je nachdem wieviel Überweisungen anfallen.

Bankname

Kontobezeichnung

Preis Girocard

Überweisung

Raiffeisen-Volksbank Saale-Orla

RVB PrivatGiroIndividual

7,50

Onl. 0,50 ,Term. 0,50

Sparkasse Mecklenburg-Strelitz

GiroWeb Classic

15,00

0,10

Kreissparkasse Northeim

Giro-Online

5,00

0,20

Raiffeisenbank Kaarst

VR-Online

6,00

0,15

Sparda-Bank Südwest

Sparda Giro Flex

12,00

Term. 0,30

Volksbank Darmstadt-Südhessen

VR-Individual

12,00

Onl. 0,15 Term. 0,15

Volksbank Überherrn

VR-NetKonto

6,95

0,10

VR Bank Alsheim

Individuell

9,00

Onl. 0,10 Term. 0,30

Raiffeisenbank Bad Abbach-Saal

VR-GiroOnline

5,00

0,10

Raiffeisenbank Frankenwinheim

RB-Online

7,50

0,15

35 Banken mit einem Mindestgeldeingang für kostenlose Kontoführung

Viele regionalen Banken und Sparkassen verzichten weiterhin auf eine monatliche Mindestgebühr, wenn der Kunde einen regelmäßigen monatlichen Geldeingang hat. Das kann sein:

  • Lohn
  • Gehalt
  • Rente
  • Pension
  • Bafög
  • Arbeitslosengeld
  • sonstige staatliche Unterstützung

Das ist eigentlich nichts Unehrenhaftes, schließlich hat jeder von uns irgendwelche monatlichen Einnahmen. Die Höhe des Geldeingangs, die dabei vorausgesetzt wird, ist aber recht unterschiedlich.

Bei Anbietern, die nicht viel voraussetzen, kommen also auch Leute unter, die nicht so viel verdienen, bei anderen wieder nicht. Für alle gilt aber: Wird der geforderte Betrag nicht erreicht, muss ein monatlicher Pauschalbetrag in unterschiedlicher Höhe bezahlt werden. Hier drei Beispiele mit einem niedrigen Betrag:

  • Die Bezirkssparkasse Reichenau will für ihr GiroOnline einen monatlichen Geldeingang von 500,00, sonst zahlt der Kunde 2,50 Euro pro Monat.
  • Die überregionale Targobank verlangt einen Geldeingang fürs Online-Konto von monatlich 600,00 Euro, sonst werden 3,95 Euro fällig.
  • Die VR Bank Nürnberg setzt einen monatlichen Geldeingang von 500 Euro für ihr VRGiroOnline voraus. Andernfalls zahlt man 2,50 Euro pro Monat.

Die Mehrzahl dieser Anbieter hat eine Mindestsumme von 1.000 Euro festgelegt, damit keine Grundgebühr anfällt:

  • Das ist zum Beispiel die Sparkasse Emden, die sonst 2,00 Euro Monatsgebühr nimmt.
  • Die VR-Bank Südthüringen stellt einem bei Nicht-Erreichen dieses Betrags 5,00 Euro in Rechnung.
  • Der Höchstbetrag, der verlangt wird, ist 1.900 Euro. Den will die VR-Bank Ostholstein Nord-Plön für ihr VR-Online-Plus. Wird der Betrag unterschritten, zahlt man 3,90 Euro pro Monat.

Hier muss man bedenken: 1.900 Euro Geldeingang dürfte für einen Alleinstehenden eine Menge Geld sein. Bei Gemeinschaftskonten von Eheleuten oder unverheirateten Paaren ist das schon anders.

Biallo-Tipp

Das günstigste Konto in Ihrer Nähe, finden Sie auch unserem Girokonto-Vergleich.

Elf Banken fordern ein bestimmtes Durchschnittsguthaben

Knapp ein Dutzend Banken und Sparkassen haben wir gefunden, denen ein Geldeingang allein nicht reicht. Denn der kann ja eingehen und morgen wieder abgehoben oder woandershin überwiesen werden. Bei ihnen muss ein bestimmter Betrag über einen Monat oder über ein Quartal hin auf dem Konto sein.

Einige Beispiele:

  • 500 Euro im Durchschnitt bei der Hallertauer Volksbank
  • 600 Euro bei der VR Bank Kitzingen
  • 2.000 Euro bei der Sparkasse Rottal-Inn
  • 3.000 Euro bei der Raiffeisenbank Greding-Thalmässing

(Stand: 21.09.2018)

Aber auch hier ist zu bedenken: Da das angelegte Geld auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto auch nicht viel bringt, kann man es lieber dazu verwenden, um Gebühren fürs Girokonto zu sparen.

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Horst Biallo
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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de