Offene Immobilienfonds: So umgehen Sie die zweijährige Haltefrist

Geldanlage Offene Immobilienfonds: So umgehen Sie die zweijährige Haltefrist

Max Geißler
von Max Geißler
20.09.2017
Auf einen Blick
  • Die zweijährige Mindesthaltefrist gilt nicht beim Börsenhandel.
  • Das Kursrisiko beim Verkauf am Kapitalmarkt sollte nicht unterschätzt werden.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Immobilienfonds sind als wertstabile Anlage wieder geschätzt. Etwa 88 Milliarden Euro haben die Deutschen in offenen Immobilienfonds angelegt. Davon kamen allein fünf Milliarden Euro im vergangenen Jahr neu hinzu.

"Doch während Anleger Anteile von Aktienfonds, Renten- und Mischfonds grundsätzlich jederzeit zum aktuellen Anteilswert zurückgeben können, müssen sie bei offenen Immobilienfonds Halte- und Kündigungsfristen beachten", erklärt Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken.

So gelte für Neu-Anleger eine zweijährige Mindesthaltefrist. Zudem sei eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten einzuhalten.

Für weitere Beiträge rund um das Thema Fonds abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Fristen stabilisieren Offene Immobilienfonds

Die Verkaufsbarrieren hatte der Gesetzgeber nach der Finanzkrise 2008 eingeführt, als reihenweise offene Immobilienfonds ins Trudeln gerieten, weil Anleger schlagartig ihre Anteile verkaufen und ihr angelegtes Geld zurückhaben wollten. Da sich Immobilien aber nicht über Nacht und schon gar nicht zu einem angemessenen Preis verkaufen lassen, mussten zahlreiche Immobilienfonds aus Geldmangel schließen.

Viele Fonds haben sich nie wieder erholt und wurden aufgelöst - mit teils herben Verlusten für die Anleger. Heute können neu gekaufte Anteile an offenen Immobilienfonds nur noch zeitversetzt zurückgegeben werden - das verschafft den Fondsgesellschaften einen zeitlichen Puffer und Kalkulationssicherheit.

  • Biallo-Tipp: Haltefrist und Kündigungsfrist müssen nicht nacheinander ablaufen, sondern können parallel laufen. Im Klartext: Bereits während der zweijährigen Mindesthaltefrist können Sie die einjährige Kündigungsfrist starten, und zwar frühestens zwölf Monate nach Anteilskauf. Dann sind Ihre Fondsanteile nach zwei Jahren zum Verkauf frei.
3
 
Name
ISIN
Wertzuwachs p.a.
 
1.
Wertgrund WohnSelect D
DE000A1CUAY0
8,93%
2.
Inter Immo Profil
DE0009820068
3,68%
3.
UniImmo: Deutschland
DE0009805507
2,81%
Laufzeit: 5 Jahre

Börsenhandel hebelt Haltefrist aus

Für Ungeduldige gibt es aber eine Hintertür. Sie können Anteile offener Immobilienfonds jederzeit, ohne Einhaltung von Fristen, über die Börse verkaufen. Das gilt auch dann, wenn die Anteile über die Fondsgesellschaft erworben wurden. "Die Mindesthaltefrist und die Kündigungsfrist gelten nur für Rückgaben an die Fondsgesellschaft", bestätigt Topar.

Ohne Risiko ist die Sache allerdings nicht. Denn beim Börsenhandel richtet sich der Preis, zu dem Fondsanteile gehandelt werden, nach Angebot und Nachfrage. Kommen gleichzeitig viele Verkäufer an die Börse, gerät der Anteilspreis unter Druck. Die Folge können Mindererlöse oder sogar Verluste sein. Hier gilt es aufzupassen und gegebenenfalls Verkaufslimits zu setzen.

Andersherum kann der Börsenkauf Kursvorteile bescheren. Das gilt vor allem dann, wenn sich viele Verkäufer am Markt tummeln und den Preis drücken.

Warum sind nicht alle Immobilienfonds verfügbar?

Offene Immobilienfonds sind beliebt, weil sie die Möglichkeit bieten, bereits mit kleinen Geldbeträgen breit gestreut in eine Vielzahl von Immobilien zu investieren. Allerdings nehmen einige Fondsgesellschaften derzeit keine neuen Anlagegelder an. Der Grund: Es gibt nicht genügend attraktive Immobilien zu angemessenen Preisen zu kaufen.

Sorgen um den Wert ihrer Fondsanteile müssen sich Anleger deshalb nicht machen. "Die Einstellung der Anteilsausgabe schützt die bisherigen Anteilsbesitzer. Denn ansonsten würde es ihre Rendite vermindern, wenn neues Geld nicht gewinnbringend genug in neue Immobilien investiert werden kann", unterstreicht Topar.

Biallo-Lesetipp

Viele Privatanleger investieren in Mietwohnungen. Nicht immer mit Erfolg. Wo lauern Risiken und wie kalkuliert man richtig? "Immobilie als Kapitalanlage: So vermeiden Sie Verluste".

Ihre Meinung ist uns wichtig
Max Geißler
Max Geißler
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Max Geißler
Max Geißler

nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de