Girokonto

Kostenlose Girokonten: Gebührenvirus breitet sich weiter aus

25.06.2020
Auf einen Blick
  • Das kostenlose Girokonto ist vielerorts in Deutschland vom Aussterben bedroht.

  • Demnächst werden weniger als 40 Banken und Fintechs noch ein Gratiskonto anbieten.

  • Trotz dieses Abwärtstrends gibt es immer noch für jeden das passende Null-Euro-Konto. Empfehlenswert: das DKB-Cash oder das kostenlose Gehaltskonto der Commerzbank.
Wird gern übersehen: Nicht immer ist die Bargeldversorgung weltweit kostenfrei.
Hadrian / shutterstock.com

Biallo.de nimmt fortlaufend bundesweit die Kontomodelle von rund 1.300 Geldinstituten unter die Lupe. Dabei konnten wir im Mai 47 Banken und Fintechs entdecken, die noch bedingungslos kostenlose Girokonten anbieten. Jedoch nehmen nun weitere vier Geldinstitute Abschied vom Girokonto-Modell zum Null-Tarif. Darunter die Deutsche Skatbank, die Sparda-Bank Baden-Württemberg und die 1822 Direkt, ein Geschäftszweig der Frankfurter Sparkasse.

Aber auch die Tage des Gratis-Kontos der überregionalen BBBank sind gezählt: Für Neukunden gilt ab 1. Juli eine monatliche Kontoführungsgebühr, die Girocard kostet extra. Bestandskunden werden erst ab September zur Kasse gebeten.

Wie wir bereits im Februar berichteten, ist bei Deutschlands größter Direktbank ING seit 1. Mai ein Girokonto nur mit einem monatlichen Geldeingang von mindestens 700 Euro erhältlich. Zudem verkündete die ING an diesem Donnerstag, dass sich ihre Kunden auf neue Konditionen einstellen müssen. Demnach wird es ab 1. September Preisanpassungen für Papier-Überweisungen und Kartenzahlungen außerhalb des Euro-Raums geben – das neue Auslandseinsatzentgelt wird 1,99 Prozent betragen (aktuell sind es 1,75 Prozent).

Rechner giroonline
3
 
Anbieter
Monatspreis
Dispozinsen
Jahrespreis
Girocard
 
1.
0,00
Sofortdispo 6,74%
0,00
2.
  0,00
Sofortdispo 6,99%
0,00
ING
3.
0,00
Sofortdispo 7,25%
0,00

Empfehlenswerte Auslaufmodelle bleiben

Gut zu wissen: Trotz Corona-Pandemie und anhaltender Niedrigzinsen sehen zahlreiche Banken immer noch davon ab, an der Gebührenschraube zu drehen. Dabei stechen einige Banken besonders hervor: So bieten die Direktbanken Deutsche Kreditbank (DKB) und Consorsbank ihren Kunden eine kostenlose Bargeldversorgung weltweit über ihre gebührenfreien Visakarten – einfach perfekt für Leute, die viel unterwegs sind und von überall bequem auf ihr Girokonto zugreifen wollen.

Bestens mit den Direktbanken mithalten kann Meine Bank, eine Marke der Raiffeisenbank im Hochtaunus. Ihr OnlineOnly-Konto kommt auch ganz ohne Kosten aus. Sollten Kunden mit diesem Konto ins Minus rutschen, zahlen sie bei den hessischen Genossen niedrige 7,25 Prozent pro Jahr an Dispozinsen. Übrigens jeder Kunde von Meine Bank kann einen Genossenschaftsanteil von mindestens 100 Euro bis maximal 25.000 Euro erwerben. Der Vorteil dabei: Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 winkt eine erwartete Dividende in Höhe von 2,5 Prozent.

Mit dem "Vorteilskonto" der Commerzbank erhalten Verbraucher das Beste aus zwei Welten: ein Girokonto ohne Grundgebühr, das sowohl online als auch über eine Filiale geführt werden kann. Hervorzuheben ist auch die Hypovereinsbank mit ihrem "Pluskonto". Denn das große Filialnetz gepaart mit den digitalen Leistungen sowie die kostenlose Bargeldversorgung sind derzeit nur schwer zu überbieten. Darüber hinaus ein interessantes Girokonto für Personen, die gerne alles digital erledigen und ihre Budgets mobil überblicken wollen, ist die Konto-App "Go" von Moneyou.

Biallo-Tipp

Über unseren Girokonto-Vergleich finden Sie nicht nur kostenlose Konten, sondern auch zahlreiche Banken mit fast kostenlosen Girokonten.



  Kerstin Weinzierl


 
 
 
 
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