Steuererklärung 2018: Mit der Anlage Vorsorgeaufwand Steuern sparen

Steuer-Serie Teil 6 Steuererklärung 2018: Mit der Anlage Vorsorgeaufwand Steuern sparen

von Michael Schreiber
16.05.2019
Auf einen Blick
  • Altersvorsorge, Kapitalerträge und Versicherungsbeiträge: Auch für Vorsorgeaufwand ist Platz in der Steuererklärung und es können Steuervorteile winken.
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Die Aufwendungen für eine medizinische Grundsicherung sind in voller Höhe absetzbar ­– davon profitieren alle Steuerzahler, wenn sie die Anlage Vorsorgeaufwand ausfüllen. Ehegatten füllen ein gemeinsames Formular aus. Auf dem Formular werden verschiedene Kategorien von Versicherungsbeiträgen unterschieden.

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Beiträge für eine Basisversorgung im Alter

Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (Zeilen 4-10) können Arbeitnehmer aus der Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers einfach übernehmen (Nr. 23 a/b und 22 a/b). Beiträge zu einer Rürup-Rente gehören in die Zeile 8.

  • Biallo-Tipp: Das Finanzamt berücksichtigt für 2018 maximal Beiträge von 23.712 Euro für ledige (2019: 24.305 Euro) und 47.444 Euro für verheiratete Vorsorgesparer (2019: 48.610 Euro). Davon werden für 2018 maximal 86 Prozent steuerwirksam – das macht 20.392 Euro Steuerabzug für ledige Steuerzahler. Für Ehepaare gibt es 40.784 Euro. Der absetzbare Teil der geleisteten Beiträge steigt bis 2025 jedes Jahr um weitere zwei Prozentpunkte.

Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung

Beiträge zur Basisabsicherung für den Krankheits- und Pflegefall sind in voller Höhe abzugsfähig – deshalb sollte jeder Steuerzahler diese Rubrik sorgfältig ausfüllen. Pflichtversicherte Arbeitnehmer übertragen ihre Krankenkassenbeiträge aus Nummer 25 der Lohnsteuerbescheinigung in Zeile 12. Rentner und freiwillig gesetzlich versicherte Selbstzahler tragen ihre Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung und Pflegeversicherung in die Zeilen 17 und 19 ein.

Ruheständler entnehmen die Beiträge aus der Bescheinigung des Rentenversicherungsträgers. Privat versicherte Selbstständige und Beamte tragen ihre Beiträge zu einer Basis-Kranken- und Pflegepolice in die Zeilen 24 und 25 ein. Beiträge für Wahl- und Zusatztarife gehören in die Zeilen 28 und 29.

Haben Steuerzahler im vergangenen Jahr für ihre studierenden Kinder Krankenversicherungsbeiträge gezahlt und erhalten Sie kein Kindergeld mehr, füllen sie die Zeilen 40-45 aus. Die gezahlten Versicherungsbeiträge bescheren ihnen dann wenigstens eine Steuererstattung.

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Boni und Prämien – was gilt?

Bezahlt ein Steuerzahler freiwillig eigene Krankheitskosten, um eine Beitragsrückvergütung seiner Versicherung zu erhalten, kann er diese Kosten weder als Versicherungsbeiträge noch als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen. Diese Verwaltungsauffassung hat der BFH mit Urteil vom 29. November 2017 (Az. X R 3/16) ausdrücklich bestätigt. Auch ein mit der Krankenkasse vereinbarter Selbstbehalt zur Beitragsreduktion kann nicht als Sonderausgaben abgezogen werden (BFH-Urteil vom 1. Juni 2016, Az. X R 43/14). Nicht jeder Bonus reduziert allerdings die steuerlich abzugsfähigen Sonderausgaben. Fördert eine Krankenkasse gesundheitsbewusstes Verhalten seiner Versicherten mit einem Extra-Bonus, mindert dieser nicht die abzugsfähigen Versicherungsbeiträge in der Steuererklärung (BFH-Urteil, Az. X R 17/15). Voraussetzung ist aber, dass die Kasse nur tatsächlich vom Mitglied verauslagte Beträge erstattet. Gefördert werden beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Kurse für gesunde Ernährung oder sportliche Aktivitäten. Bei pauschal gezahlten Bar- oder Sachleistungen sieht die Sache schon wieder anders aus. Diese Boni ziehen die Finanzämter weiter konsequent von den als Sonderausgaben geltend gemachten Beträgen ab.

  • Biallo-Tipp: Das Sächsische Finanzgericht hat gerade mit Urteil vom 20. September 2018 entschieden, dass diese Rechtsauffassung der Finanzämter nicht korrekt ist (Az. 6 K 619/17). Betroffene Steuerzahler legen gegen ablehnende Steuerbescheide Einspruch ein und verweisen auf das Urteil.

Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen

Die in dieser Rubrik aufgeführten Versicherungsbeiträge bringen oft keinen Steuervorteil mehr, weil die gesetzlichen Höchstbeträge von 1.900 / 2.800 Euro bereits durch die Basiskranken- und Pflegepolicen ausgeschöpft werden. Arbeitnehmerbeiträge zur Arbeitslosenversicherung gehören in die Zeile 46 – der Eintragungswert steht in Nummer 27 der Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers.

Deckt eine Unfall- oder Haftpflichtpolice ausschließlich private Risiken ab, gehören die Beiträge in die Zeile 50. Mitgerechnet werden Beiträge zu einer Kfz-,Unfall-, Reiseunfall-, Privat-, Gebäude-, Öltank-, Pferde- und Hundehaftpflichtversicherung.

  • Biallo-Tipp: Beiträge einer Berufshaftpflicht- und Verkehrsrechtschutzpolice sind bei vielen Arbeitnehmern als Werbungskosten absetzbar (Anlage N – Zeilen 46-48). Beiträge zu Lebensversicherung und Rentenversicherung gehören in die Zeilen 51/52.

Anlage AV – Steuervorteil für Riester-Sparer

Riester-Sparer sollten die Anlage AV ausfüllen, um einen zusätzlichen Steuervorteil auf ihre Beiträge zu erhalten. Über den Steuerbescheid prüft das Finanzamt, ob anstelle der gewährten Riester-Zulagen ein Sonderausgabenabzug günstiger für den Riester-Sparer ist. Für 2018 akzeptiert der Fiskus die Beiträge für einen Riestervertrag bis zu 2.100 Euro als Sonderausgaben – der Zulagenanspruch von maximal 175 Euro wird dabei mitgezählt, nicht aber die aufs angesparte Guthaben gezahlten Zinsen. Stellt sich bei der Vergleichsberechnung heraus, dass der Steuervorteil aus dem Sonderausgabenabzug größer ist als die Zulage, wird der Differenzbetrag über den Steuerbescheid gutgeschrieben.

Lesen Sie auchSteueränderungen 2019 – Wie viel Entlastung bringen die Reformen?

Biallo-Lesetipp

Was Sie bei Ihren Angaben gegenüber dem Finanzamt beachten sollten, stellen wir in unserer siebenteiligen Steuer-Serie für Sie zusammen: Weitere aktualisierte Beiträge, rund um Mantelbogen und Anlagen zur Steuererklärung, finden Sie in nächsten Tagen auf unserer Homepage oder in unserem Newsletter. Bisher bereits erschienen sind folgende Artikel unserer aktuellen Steuer-Serie:

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de