Förderprogramme im Saarland

Bundesländer-Serie zur Wohnraumförderung Förderprogramme im Saarland

von Anette Stein
13.03.2019
Auf einen Blick
  • Wer im Saarland Wohnraum neu kaufen, bauen oder Baumaßnahmen vornehmen lassen möchte, kann ein Förderdarlehen erhalten. Steht das Objekt in Gebieten mit besonderem Wohnungsbedarf, gibt es zusätzlich noch einen Tilgungszuschuss.

  • Die Förderbank vergibt auch Darlehen an Käufer, die eine gebrauchte Immobilie erwerben wollen. Das Programm zielt dabei auf Käufe mit oder ohne anschließende Modernisierung ab.

  • Für allgemeine Modernisierungsarbeiten an vorhandenem Immobilieneigentum stellt die Bank ebenfalls Darlehen zur Verfügung.

  • Wohneigentümergemeinschaften (WEG) können über die saarländische Förderbank für die Modernisierung und den barrierereduzierenden Umbau Mittel der KfW sowie hauseigene Ergänzungsdarlehen beantragen.
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Im Saarland finanziert die Saarländische Investitionskreditbank AG (SIKB) die Bauförderung. Anträge sind vor Baubeginn oder Abschluss des Kaufvertrages unter Verwendung der Antragsformulare und mit den erforderlichen Bau- und Finanzierungsunterlagen dort zu stellen.

Hinweis: Bauförderprogramme für Selbstnutzer im Saarland werden im Rahmen der Wohnraumförderung vergeben, Antragsteller müssen also festgelegte Einkommensgrenzen einhalten. Keine Einkommensgrenzen gelten beim Programm "Finanzierung von Wohneigentümergemeinschaften".

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Saarländische Wohnraumförderung – Neubau von selbst genutztem Wohneigentum

Das Saarland vergibt an Privatpersonen für die Errichtung, den Ersterwerb sowie den Umbau oder die Erweiterung von selbst genutzten Immobilien ein zinsgünstiges Darlehen.

Geförderte Vorhaben

Gegenstand der Förderung ist der Neubau und Ersterwerb von Einfamilienhäusern, Eigentumswohnungen sowie selbst genutzten Wohnungen in Zweifamilienhäusern. Die nicht zur Selbstnutzung vorgesehene Wohnung in Zweifamilienhäusern wird nicht gefördert. Außerdem gibt es Darlehen für Aus- und Umbauten sowie Erweiterungen, wenn diese Maßnahmen das Gebäude auf Dauer wieder zu Wohnzwecken nutzbar machen, dadurch neuer oder erweiterter Wohnraum geschaffen oder Wohnraum an geänderte Wohnbedürfnisse angepasst wird.

Es werden Vorhaben in bestimmten Gebieten des Saarlands gefördert.

Wer wird gefördert?

Gefördert werden Privathaushalte, die jeweils die Einkommensgrenzen des Paragraf 9 Absatz 2 WoFG (i.V.m. §§ 20-24 WoFG) nicht überschreiten.

Folgende Summen sind festgelegt (Summe der Jahreseinkommen der Haushaltsangehörigen abzüglich bestimmter Frei- und Abzugsbeträge):

  • Einpersonenhaushalt: 9.500 Euro
  • Zweipersonenhaushalt: 30.000 Euro
  • Zuzüglich für jede weitere zum Haushalt zu rechnende Person: 7.500 Euro
  • Zuzüglich für jedes Kind, das bei der Lohn- und Einkommenssteuer berücksichtigt wird: 900 Euro

Welche Voraussetzungen gelten?

Wer ein Darlehen erhalten möchte, muss außerdem folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Eigenmittel: Mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten müssen als Eigenkapital (inklusive Eigenleistungen) eingebracht werden. Falls Grundstücks- oder Erschließungskosten oberhalb der 20-Prozent-Marke liegen, müssen die Kosten hierfür in jedem Fall durch Eigenmittel gedeckt sein.

  • Die förderbare Wohnfläche: Sie beträgt für einen Vier-Personen-Haushalt 90 Quadratmeter. Sie erhöht oder ermäßigt sich um jeweils zehn Quadratmeter je Person, wenn zum Haushalt mehr oder weniger als vier Personen gehören.

  • Die maximale Wohnfläche: Die Wohnfläche der geförderten Immobilie darf maximal 156 Quadratmeter betragen, bei Zweifamilienhäusern 240 Quadratmeter, wobei die größte Wohnung ebenfalls maximal 156 Quadratmeter haben darf.

  • Wer eine Förderung erhält, muss die geförderte Wohnung für die Dauer von zehn Jahren ab Bezugsfertigkeit selbst bewohnen.

Welche Förderungen gibt es?

Antragsteller können für ihr Vorhaben ein Darlehen in Höhe von bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten erhalten. Die Fördersätze sind abhängig von der Art der Maßnahme und der Haushaltsgröße:

Folgende Darlehenshöhen pro Quadratmeter werden gewährt:

  • bei Neubau und Ersterwerb bis zu 600 Euro je Quadratmeter Wohnfläche

  • bei Durchführung wesentlicher Baumaßnahmen bis zu 500 Euro je Quadratmeter förderbarer Wohnfläche

Für einen Haushalt mit vier Personen ergibt sich bei Ausschöpfung der förderfähigen Wohnfläche von maximal 90 Quadratmetern bei Neubauten ein Höchstbetrag von 54.000 Euro und bei Aus- oder Umbauten von 45.000 Euro. Für Haushalte mit behinderten Menschen kann das Darlehen um bis zu 15.000 Euro erhöht werden, wenn wegen der Behinderung spezielle Baumaßnahmen erforderlich sind.

Die Konditionen

Die Saarländische Investitionskreditbank legt bei der Kreditauszahlung jeweils für die ersten zehn Jahre der Laufzeit sowie auch für die restlichen Jahre bis zur kompletten Rückzahlung Zinssätze fest. Die maximale Kreditlaufzeit umfasst 30 Jahre. Das erste Jahr der Laufzeit ist tilgungsfrei. Ausgezahlt wird das Darlehen zu 100 Prozent, die Auszahlung erfolgt in einer Summe beim Erwerb einer Immobilie, ansonsten je nach Baufortschritt in Teilzahlungen. Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt in monatlich gleichbleibenden Annuitäten. Das Darlehen kann durch nachrangige Grundschulden abgesichert werden.

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Saarländische Wohnraumförderung Sonderprogramm – Neubau von selbst genutztem Wohneigentum

Dieses Programm ähnelt überwiegend dem oben beschriebenen, allerdings stellt es nur Fördermittel für Immobilien in Gebieten mit erhöhtem Wohnungsbedarf zur Verfügung. Wer in einem solchen Gebiet eine Immobilie neu baut, kauft oder an einem vorhandenen Objekt Baumaßnahmen vornehmen lässt, kann ein Darlehen sowie einen Tilgungszuschuss erhalten.

Folgende Darlehenshöhen pro Quadratmeter werden gewährt:

  • bei Neubau und Ersterwerb bis zu 800 Euro je Quadratmeter Wohnfläche

  • bei Durchführung wesentlicher Baumaßnahmen bis zu 700 Euro je Quadratmeter förderbarer Wohnfläche

Die Voraussetzungen, welche der Darlehensnehmer erfüllen muss, sowie die Darlehenskonditionen sind identisch mit dem Programm Saarländische Wohnraumförderung – Neubau von selbst genutztem Wohneigentum. Der Unterschied: Der/die Geförderte bekommt zusätzlich noch einen Tilgungszuschuss. Dieser beträgt bei Haushalten mit ein bis zwei Kindern zehn Prozent und bei Haushalten ab drei Kindern 15 Prozent.

Saarländische Wohnraumförderung – Modernisierung von selbst genutztem Wohneigentum

Auch für die Modernisierung vorhandenen Wohnraums vergibt die Saarländische Investitionskreditbank vergünstigte Kredite. Ziel des Programms ist es, einen Beitrag zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Wohnversorgung zu leisten.

Geförderte Vorhaben

Als Modernisierung gelten bauliche Vorhaben, die den Gebrauchswert des Wohnraums oder des Wohngebäudes nachhaltig erhöhen oder die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern.

Dazu gehören beispielsweise folgende Maßnahmen:

  • Änderung des Wohnungszuschnitts und der Funktionsabläufe
  • Belichtung und Belüftung
  • allgemeiner Schallschutz
  • Energieversorgung Wasserversorgung, Abwasserentsorgung
  • nachhaltige Einsparungen von Energie oder Wasser (zum Beispiel Einbau von Wärmedämmfenstern, Einbau von Wärmepumpen, Solaranlagen und Biogasanlagen, Einbau von Kalt- und Warmwasserzählern)

Nicht gefördert werden beispielsweise neue Sanitäranlagen, Einbauküchen, Ausbaumaterialien mit überdurchschnittlichem Qualitätsstandard (zum Beispiel bei Fliesen, Armaturen, Wand- und Fußbodenbelägen, Sanitärkeramik, etc.), reine Schönheitsreparaturen usw.

Wer wird gefördert?

Gefördert werden Eigentümer von Wohnungen in selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern beziehungsweise von selbst genutzten Eigentumswohnungen, welche die Einkommensgrenzen des Paragraf 9 Absatz 2 WoFG (i.V.m. §§ 20-24 WoFG) nicht überschreiten. Ansonsten müssen Antragsteller im Großen und Ganzen dieselben Voraussetzungen wie beim Programm Neubau von selbst genutztem Wohneigentum erfüllen.

Welche Förderungen gibt es?

Antragsteller erhalten ein zinsgünstiges Darlehen, dessen Höhe bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten umfassen kann. Die Förderhöhe je Wohnung muss mindestens 12.500 Euro betragen, die Höchstgrenze liegt bei 50.000 Euro.

Die Konditionen

Die Konditionen entsprechen im Großen und Ganzen den Konditionen der Förderung gemäß dem Neubau von selbst genutztem Wohneigentum.

Finanzierung von Wohneigentümergemeinschaften

Wohnungseigentümergemeinschaften können über die Investitionskreditbank sowohl KfW-Darlehen als auch SIKB-Ergänzungsdarlehen für Modernisierungsarbeiten beantragen und erhalten.

Welche Förderung gibt es?

Gefördert werden Maßnahmen, die den Anforderungsvorgaben der KfW für Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen sowie für barrierearme oder barrierefreie Umbauten entsprechen. Keine Förderung gibt es für Maßnahmen an Miteigentumsanteilen von Eigentümern, die bereits eine Förderung für dieses Vorhaben beantragt beziehungsweise erhalten haben.

Voraussetzungen der Förderung

Durch dieses Programm erhalten Wohneigentümergemeinschaften auf unkomplizierte und transparente Weise Zugang zu KfW-Darlehen und Zuschüssen, der sonst umständlicher zu realisieren wäre. Die Förderung besteht aus einem Darlehen pro WEG, welches nicht grundpfandrechtlich besichert werden muss. Eine Voraussetzung für die Vergabe besteht darin, dass die WEG über ausreichende Bonität verfügt und die Finanzierung der Gesamtmaßnahme gesichert ist. Zudem soll die Laufzeit des Darlehens nicht länger als 15 Jahre betragen. Die Rückzahlung des Darlehens ist durch die Aufnahme einer entsprechenden Position im Wirtschaftsplan sicherzustellen. Die Kreditvergabe erfolgt unter Einbindung des Verwalters direkt an die Wohnungseigentümergemeinschaft.

Die Konditionen

Bezüglich der Konditionen gelten die Vorgaben aus den jeweiligen Programmen der KfW beziehungsweise denen für die SIKB-Darlehen festgelegten Bedingungen.

Saarländische Wohnraumförderung – Erwerb von Bestandsobjekten ohne/mit Modernisierung

Auch für den Erwerb von Wohnraum in vorhandenen Ein- und Zweifamilienhäusern mit oder ohne Modernisierung vergibt die Saarländische Investitionskreditbank vergünstigte Kredite. Ziel der Programme ist es, einen Beitrag zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Wohnversorgung zu leisten. Gefördert werden nur Objekte in bestimmten Gebieten des Saarlands, Auskunft über diese Gebiete erteilt die SIKB.

Geförderte Vorhaben

Gefördert wird der Erwerb von vorhandenem Wohnraum in Ein- und Zweifamilienhäusern zur Selbstnutzung mit oder ohne anschließender Modernisierung. Bei der Förderung mit Modernisierung gilt: Der Wohnraum muss modernisierungsbedürftig sein. Schäden an der Bausubstanz dürfen jedoch nicht vorliegen. Ansonsten entsprechen die förderfähigen Modernisierungsmaßnahmen denen des Programms Saarländische Wohnraumförderung – Modernisierung von selbst genutztem Wohneigentum.

Wer wird gefördert?

Gefördert werden Privathaushalte, die Wohnraum beziehungsweise modernisierungsbedürftigen Wohnraum zur Eigennutzung erwerben und jeweils die Einkommensgrenzen des Paragraf 9 Absatz 2 WoFG (i.V.m. §§ 20-24 WoFG) nicht überschreiten. Ansonsten müssen Antragsteller im Großen und Ganzen dieselben Voraussetzungen wie beim Neubau von selbst genutztem Wohneigentum erfüllen.

Welche Förderungen gibt es?

Für den Erwerb ohne Modernisierung gewährt die Bank ein Darlehen in Höhe von bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten und abhängig von der Art der Maßnahme und der Haushaltsgröße. Es beträgt maximal 400 Euro je Quadratmeter förderbarer Wohnfläche und lässt sich für die Finanzierung des Kaufpreises einschließlich Nebenkosten einsetzen.

Wer eine Immobilie kaufen und diese modernisieren möchte, erhält die Förderung, wenn der Modernisierungsaufwand pro Wohneinheit mindestens 12.500 Euro beträgt. Für den Erwerb bekommt der Antragsteller einen Pauschalbetrag von 25.000 Euro, für die Modernisierung bis zu 80 Prozent der förderfähigen Modernisierungskosten und max. 50.000 Euro. Die Summe aus beiden Leistungen darf die Gesamtkosten nicht übersteigen.

Die Konditionen

Die Konditionen des Darlehens entsprechen im Großen und Ganzen den Konditionen der Förderung gemäß dem Programm "Saarländische Wohnraumförderung – Neubau von selbstgenutztem Wohneigentum".

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de