Immobilien: Förderprogramme in Hessen im Überlick

Bundesländer-Serie zur Wohnraumförderung Immobilien: Förderprogramme in Hessen im Überlick

von Anette Stein
28.11.2018
Auf einen Blick
  • Ob Erwerb, Kauf oder Umbau: Das Bundesland Hessen vergibt zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse zur Bauförderung. Ein Teil der Programme richtet sich an Selbstnutzer.

  • Wohneigentümergemeinschaften, die ihr Eigentum sanieren oder umbauen wollen, werden mit speziellen Programmen (Zugang zu KfW-Darlehen) gefördert.
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Wer fördert?

In Hessen finanziert die Wirtschafts- und Infrastruktur Bank Hessen (WI Bank Hessen) die Bauförderung. Die Beantragung erfolgt bei der zuständigen Wohnungsbauförderstelle der jeweiligen Stadt- beziehungsweise Kreisverwaltung.

Worauf sind die Landesförderprogramme in Hessen ausgerichtet?

Das Land Hessen fördert

  • Familien, die Wohnraum bauen wollen, mit dem Hessen-Baudarlehen,
  • Familien, die Wohnraum kaufen wollen, mit dem Hessen-Darlehen,
  • Personen, die ihr Eigenheim behindertengerecht umbauen möchten, mit einem Zuschuss bis zu 12.500 Euro,
  • Wohneigentümergemeinschaften, in dem es diesen vereinfachten Zugang zu zinsgünstigen Darlehen der KfW Förderbank ermöglicht (Programme Energieeffizient Sanieren – Kredit, Energieeffizient Sanieren – Kredit – Einzelmaßnahmen und Altersgerechter Umbau).

Biallo-Tipp: Antrag frühzeitig stellen

Bei der Bewilligung der Programme "Hessen-Baudarlehen", "Hessen-Darlehen" und "Förderung des behindertengerechten Umbaus von selbstgenutztem Wohneigentum" spielt auch die Reihenfolge der abgegebenen Anträge eine Rolle.

Da zudem die jährlichen Mittel je nach finanzieller Ausstattung des Bundeslands begrenzt sind, werden diese im Laufe des Jahres verbraucht und zu spät gestellte Anträge abgewiesen. Wenn Sie eine Förderung erhalten möchten, sollten Sie möglichst frühzeitig mit der Bewilligungsstelle in Kontakt treten.

Das Hessen-Baudarlehen (HBD): Bau einer selbstgenutzten Immobilie

Mit diesem Programm fördert das Land Hessen den Bau oder Kauf eines neuen Ein- oder Zweifamilienhauses oder einer Eigentumswohnung zur Selbstnutzung. An der Förderung beteiligt sich die KfW-Förderbank mit Mitteln aus dem KfW-Wohneigentumsprogramm.

Förderfähige Vorhaben

Das Programm dient in erster Linie der Finanzierung von Neubauten. Unter Umständen gibt es ein Darlehen auch für den Ausbau und die Erweiterung bestehender und selbstgenutzter Ein- und Zwei-Familienhäusern um eine weitere Wohnung, wenn diese Angehörigen als Wohnraum dient. Die Wohnfläche muss mindestens 40 Quadratmeter betragen und für die Familiengröße angemessen sein.

Wer kann das Darlehen beantragen?

Gefördert werden Familien und andere Haushalte mit Kindern sowie Haushalte, bei denen wegen einer Behinderung eines Haushaltsangehörigen ein besonderer baulicher Bedarf besteht. Die Förderung einer Einzelperson ist ausgeschlossen.

Welche Voraussetzungen gelten?

Der Antragsteller muss 15 Prozent der Gesamtkosten als Eigenkapital einbringen, davon zehn Prozent in Form von Geldmitteln. Da dieses Programm dem Wohnraumförderungsgesetz des Landes unterliegt, müssen auch bestimmte Einkommensgrenzen eingehalten werden. Diese liegt zurzeit für eine dreiköpfige Familie bei rund 68.620 Euro brutto pro Jahr. Der Antragsteller muss nachweisen, dass nach Abzug aller Verpflichtungen noch genügend verfügbares Einkommen zur Bestreitung des Lebensunterhalts verbleibt.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Höhe des "Hessen-Baudarlehens" beträgt maximal bis zu 115.000 Euro. Bei Errichtung von Gebäuden im Passivhausstandard kann das Darlehen noch um weitere 20.000 Euro aufgestockt werden. Insgesamt darf der Betrag nicht mehr als 50 Prozent der Gesamtkosten ausmachen.

Der Darlehensbetrag steht dabei in Abhängigkeit zu den Grundstückskosten. Je höher dieser Betrag, desto höher die Förderung. Weil das Land Hessen auch eine Bürgschaft vergibt, kann das Förderdarlehen im Grundbuch nachrangig abgesichert werden. Kombinationen mit anderen Fördermitteln, mit Ausnahme von Mitteln aus dem "KfW-Wohneigentumsprogramm", sind möglich.

Die Konditionen

Für das Darlehen zahlt der Kreditnehmer einen Sollzinssatz, – zum Betrachtungszeitpunkt 1,1 Prozent pro Jahr – der für die ersten zehn Jahre nach der Darlehenszusage festgeschrieben ist. Anschließend kann der Darlehensnehmer das Darlehen zu den dann gültigen marktüblichen Konditionen verlängern. Darüber hinaus gilt:

  • Anfangstilgung zurzeit 3,8 Prozent,
  • Finanzierungszeitraum circa 25 Jahre,
  • zwei tilgungsfreie Anlaufjahre sind möglich, in denen der Kunde nur die Zinsen zahlt,
  • ein Bearbeitungsentgelt in Höhe von einem Prozent der Darlehenssumme fällt an,
  • gegebenenfalls fallen 0,25 Prozent Bereitstellungszinsen pro Monat auf die Mittel der KfW an, beginnend zwei Bankarbeitstage und vier Monate nach Zusage.

Hessen-Darlehen: Kauf einer selbstgenutzten Immobilie

Für Käufer einer gebrauchten Immobilie zur Selbstnutzung vergibt das Land Hessen über die WI Bank, ebenfalls unter Beteiligung der KfW-Bank, das zinsgünstige "Hessen-Darlehen". Eigentümer, die ihre selbstgenutzte Immobilie behindertengerecht umbauen wollen, können außerdem Zuschüsse erhalten.

Förderfähige Vorhaben

Mit dem Hessen-Darlehen fördert das Land den Kauf von Ein- und Zwei-Familienhäusern sowie Eigentumswohnungen. Vergeben wird das Darlehen nur, wenn die Immobilie sich in einem guten baulichen Zustand befindet und zur dauerhaften Wohnraumversorgung des Erwerbers geeignet ist.

Eigentümer, die ihre vorhandene, selbst genutzte Immobilie behindertengerecht umbauen wollen, können außerdem Zuschüsse erhalten. 15 Prozent der Gesamtkosten muss der Antragsteller als Eigenkapital einbringen, davon zehn Prozent als Geldmittel.

Geförderte Personen und Voraussetzungen

Der geförderte Personenkreis entspricht den Personen, die auch mit dem Hessen-Baudarlehen gefördert werden. Der notarielle Kaufvertrag darf vor Bewilligung der Förderungsmittel noch nicht geschlossen worden sein, es sei denn, er enthält einen Rücktrittsvorbehalt zu Gunsten des Käufers für den Fall, dass sein Förderungsantrag abgelehnt wird. Ansonsten gelten im Wesentlichen dieselben Voraussetzungen wie beim Hessen-Baudarlehen.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Höhe beträgt maximal 100.000 Euro, insgesamt darf der Betrag nicht mehr als 50 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Weil das Land Hessen auch eine Bürgschaft vergibt, kann das Förderdarlehen im Grundbuch nachrangig abgesichert werden. Kombinationen mit anderen Fördermitteln, mit Ausnahme von Mitteln aus dem "KfW-Wohneigentumsprogramm", sind möglich.

Die Konditionen

Die Konditionen für das "Hessen-Darlehens" entsprechen im Großen und Ganzen den Konditionen des "Hessen-Baudarlehens".

Zuschuss für behindertengerechten Umbau von selbst genutztem Wohneigentum (bis zu 12.500 Euro)

Wer seine selbstgenutzte Immobilie behindertengerecht umbauen möchte, kann vom Bundesland Hessen einen Kostenzuschuss erhalten. Ziel ist die Schaffung von Wohnraum, der baulich so gestaltet ist, dass behinderte Menschen selbstständig und unabhängig darin leben können.

Außerdem sollen die Wohngebäude und Wohnungen barrierefrei erreichbar sein. Für diese und andere Maßnahmen gewährt die Förderstelle einen Kostenzuschuss von bis zu 50 Prozent.

Die wichtigsten Bedingungen und Konditionen:

  • Förderungsfähig sind Kosten bis zu 25.000 Euro je Wohneinheit, der Zuschuss beträgt also maximal 12.500 Euro.
  • Umbauten, die weniger als 1.000 Euro Kosten verursachen, werden nicht gefördert.
  • Es gelten keine Einkommensgrenzen.
  • Es fällt ein Bearbeitungsgeld von ein Prozent des Zuschussbetrags an.
  • Als "selbstgenutzt" gelten Wohnungen, wenn sie vom Eigentümer, einem Angehörigen in gerader Linie oder bis zum dritten Grad in der Seitenlinie bewohnt werden.

Programme für Wohneigentümergemeinschaften: Energetische Modernisierung und altersgerechter Umbau

Die WI-Bank ermöglicht Wohneigentümergemeinschaften (WEG) den vereinfachten Zugang zu den günstigen Förder-Darlehen der KfW-Bank – dies betrifft die Programme "Energieeffizient Sanieren – Kredit" und "Energieeffizient Sanieren – Kredit – Einzelmaßnahmen" und "Altersgerechter Umbau".

Voraussetzung für eine Förderung ist insbesondere, dass die aktuellen Anforderungen der genannten KfW-Programme erfüllt werden und die Gesamtfinanzierung sichergestellt ist. An Eigenkapital muss die WEG mindestens zehn Prozent der Gesamtkosten der Modernisierungs- beziehungsweise Umbaumaßnahmen aufbringen.

Liegen die Voraussetzungen im Zeitpunkt der Antragstellung nach den jeweils gültigen Bürgschaftsbestimmungen vor, verbürgt das Land Hessen die ausgereichten Darlehen in voller Höhe. Auf eine dingliche Sicherung kann verzichtet werden.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de