Förderprogramme in Berlin im Überblick

Bundesländer-Serie zur Wohnraumförderung Förderprogramme in Berlin im Überblick

von Anette Stein
22.02.2019
Auf einen Blick
  • Wer bestimmte Modernisierungs- oder Sanierungsmaßnahmen umsetzt, kann in Berlin ein Darlehen aus dem Programm "IBB Wohnraum modernisieren" beantragen.

  • Darüber hinaus vergibt die Förderbank an Bauherren, Käufer sowie Eigentümer von selbst genutztem Wohneigentum in Kooperation mit der KfW-Bankengruppe Fördermittel.

  • Wer bereits Kunde der IBB ist, kann ein Ergänzungsdarlehen erhalten. Ein solches dient dazu, eine mögliche Finanzierungslücke zu schließen oder eine bereits bestehende Finanzierung neu zu strukturieren.

  • Auch an Wohneigentümergemeinschaften (WEG) vergibt die IBB hauseigene Modernisierungsdarlehen, zudem ermöglicht sie ihnen auch Zugang zu Mitteln bestimmter KfW-Förderprogramme.

  • Daneben bietet die IBB Umschuldungshilfen für bereits seit Langem bestehende Förderdarlehen sowie auch Zuschüsse zu Energieberatungen.
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In Berlin stellt die Investitionsbank Berlin (IBB) Förderprogramme zur Modernisierung oder Schaffung von Wohneigentum zur Verfügung. Ihre Angebote richten sich sowohl an Neukunden als auch an Bestandskunden.

IBB-Wohnraum Modernisieren

Mit diesem Darlehen unterstützt die IBB die allgemeine Modernisierung und Instandsetzung, aber auch den Umbau sowie Arbeiten zur Verbesserung des energetischen Zustands von bestehenden Immobilien. 

Förderfähige Maßnahmen

Die Fördermittel stellt die Förderbank für verschiedenste Maßnahmen zur Verfügung. Zu diesen zählen:

  • Verbesserung der Energieeffizienz, zum Beispiel Wärmedämmung, Fenstererneuerung, Erneuerung der Heizungstechnik einschließlich der unmittelbar dadurch veranlassten Maßnahmen

  • Barrierereduzierung, etwa Instandsetzung und Modernisierung, Anbau, Aufstockung oder Ausbauten von Wohngebäuden, Reduzierung von Emmissionsbelastungen wie Lärm oder Radon, Hochwasserschutz

  • Allgemeine Instandsetzung und Modernisierung, wie Veränderung des Wohnungszuschnitts, Erneuerung von Sanitärinstallationen, Wasserversorgung

  • Erweiterung des Gebäudes durch Aufstockung, Anbau und Ausbau

  • Sonstige Baumaßnahmen zum Beispiel Lärmschutz, Behebung von Kellerwasserschäden

Wer kann das Darlehen beantragen?

Anträge auf die Förderung können natürliche und juristische Personen stellen. Sowohl Eigennutzer als auch Vermieter sowie Wohneigentümergemeinschaften werden gefördert.

Die Förderung

Die Förderung besteht aus einem zinsgünstigen Darlehen. Bis zu 100 Prozent der Gesamtkosten sind förderfähig, pro Wohneinheit beträgt das Darlehen maximal 100.000 Euro. Die Höchstgrenze liegt bei insgesamt 500.000 Euro. Sie kann jedoch in Einzelfällen auch überschritten werden, Antragsteller erhalten dann ein individuelles Konditionsangebot. Bei einem Darlehensbetrag von bis zu 50.000 Euro wird auf eine dingliche Sicherung verzichtet. Die Kombination mit anderen Förderprogrammen ist möglich.

Die Konditionen

Für das Darlehen sind verschiedene Zinsbindungen möglich. Vor Ende der Zinsbindungsfrist erhält der Darlehensnehmer ein neues Angebot. Die Auszahlungssumme beträgt 100 Prozent des zugesagten Betrages. Innerhalb von 18 Monaten nach der Abruffrist müssen Darlehensnehmer ihren Kredit abrufen. Für den noch nicht abgerufenen Betrag fällt ab dem vierten Monat nach Zusage eine Bereitstellungsprovision von 0,25 Prozent pro Monat an. Eine vorzeitige, auch teilweise Rückzahlung innerhalb der Zinsbindungsfrist ist bei berechtigtem Interesse gegen Zahlung eines banküblichen Vorfälligkeitsentgeltes möglich.

IBB WEG-Finanzierung

Dieses Programm richtet sich an Wohneigentümergemeinschaften. Es verschafft ihnen Zugang zu Fördermitteln der KfW sowie der IBB.

Wer kann die Förderung beantragen?

Das Programm richtet sich an die Eigentümer einer Wohneigentümergemeinschaft, die ihr Eigentum modernisieren, bezüglich der Energieeffizienz verbessern oder Maßnahmen zur Barrierereduzierung durchführen lassen wollen.

Die Förderung

Über dieses Programm kann die WEG Zugang zu Förderprogrammen der KfW beziehungsweise der IBB bekommen. Die geförderten Vorhaben und Rahmenbedingungen entsprechen denen des IBB-Programms "Wohnraum Modernisieren" beziehungsweise der KfW-Förderprogramme "Energieeffizient Sanieren" sowie "Altersgerecht umbauen".

Die Konditionen

Gefördert werden bis zu 100 Prozent des Gesamtfinanzierungsbedarfs. Es wird eine Bearbeitungsgebühr von zwei Prozent erhoben, auf eine gesamtschuldnerische Haftung der WEG verzichtet die IBB. Eine weitere Ausnahme gilt bei der beantragten Darlehenssumme bis zu 25.000 Euro: Beim Eigentümer/bei den Eigentümern wird ein vereinfachtes Antragsverfahren durchgeführt. Voraussetzung hierfür sind regelmäßige Wohngeldzahlungen und eine positive Schufa-Auskunft. Eine vorzeitige, auch teilweise Tilgung des Darlehens innerhalb der ersten Zinsbindungsfrist ist ggf. ohne weitere Kosten möglich.

Wie wird die Förderung beantragt?

Für die Beantragung des Programms ist ein entsprechender Beschluss der WEG notwendig. Die Koordination übernimmt danach der beauftragte WEG-Verwalter. Bei Bedarf ist die Teilnahme der IBB an der WEG-Versammlung und eine Vor-Ort-Beratung möglich.

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Kooperation mit der KfW-Bankengruppe

Dieses Ergänzungsdarlehen dient dazu, eine mögliche Finanzierungslücke bei der Inanspruchnahme aktueller Förderprodukte der IBB zu schließen. So lässt sich damit beispielsweise weiterer Finanzierungsbedarf, der bei Inanspruchnahme eines KfW-Darlehens noch vorhanden ist, abdecken.

Wer kann die Förderung beantragen?

Kunden der IBB, die eine Neustrukturierung ihrer bestehenden Förderung benötigen oder eine Finanzierungslücke schließen wollen.

Die Förderung

In folgenden Fällen können Kunden der IBB das Förderergänzungsdarlehen bekommen:

  • Neustrukturierungen von Förderungen (z.B. bei Erbschafts- und Scheidungsfällen) oder Umstellung auf Restkapital

  • Schließung von Finanzierungslücken bei Inanspruchnahme aktueller Förderprodukte (z.B. anteilige Kaufpreisfinanzierungen von Grund und Boden bei Neubauvorhaben)

  • Umschuldungen bei Schwierigkeiten des Darlehensnehmers mit vorrangig abgesicherten Darlehensgebern im Fall von Marktversagen

  • Anschlussfinanzierungen bei durch die IBB geförderten Objekten (z.B. im sozialen Wohnungsbau oder KfW-Darlehen)

Die Konditionen

Antragsteller erhalten ein individuelles Darlehensangebot für bis zu 100 Prozent des Finanzierungsbedarfs. Die Auszahlungssumme beträgt 100 Prozent des zugesagten Betrages. Für den noch nicht abgerufenen Betrag fällt ab dem vierten Monat nach Zusage eine Bereitstellungsprovision von 0,25 Prozent pro Monat an. Eine vorzeitige, auch teilweise Rückzahlung innerhalb der Zinsbindungsfrist ist bei berechtigtem Interesse gegen Zahlung eines banküblichen Vorfälligkeitsentgeltes möglich.

Förderoptimierungsdarlehen

Ein weiteres Programm, das auf Immobilieneigentümer ausgerichtet ist, betrifft die Umschuldung und heißt IBB Förderoptimierungsdarlehen. Allerdings bezieht sich dies auf Rückführungen aus alten Wohnungsbauförderprogrammen bis 1989 (Aufwendungsdarlehen und Aufwendungshilfedarlehen). Darlehensnehmer können 100 Prozent der Restschuld über diesen Weg zu den aktuellen Konditionen umschulden.

ENEO-Energieberatung

Das Programm ENEO-Energieberatung für Effizienz und Optimierung gewährt einen Zuschuss bis zu 500 Euro bei einem Einfamilienhaus und bis zu 2.000 Euro bei Gebäuden mit mehr als 100 Wohneinheiten, wenn ein anerkannter Gutachter Vorschläge zur energetischen Sanierung und Modernisierung macht.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de