Baufinanzierung: Diese Förderprogramme gibt es in Brandenburg

Regionale Wohnungsbauförderung Baufinanzierung: Diese Förderprogramme gibt es in Brandenburg

von Eike Schulze
10.01.2019
Auf einen Blick
  • Die Investitionsbank des Landes Brandenburg bietet keine flächendeckenden Programme zur Immobilienfinanzierung. Sie vergibt Darlehen für Vorhaben in bestimmten Gebieten.

  • Verbraucher erhalten Fördermittel nur, wenn die Höhe der Einkünfte bestimmte Obergrenzen nicht überschreitet.

  • Ein Programm fördert speziell Schwerbehinderte mit einem Grad  der Behinderung ab 80 Prozent. Das Geld soll Betroffenen helfen, ihre Wohnung barrierefrei auszugestalten.

  • Damit Verbraucher leichter an Immobilienkredite herankommen, springt die landeseigene Investitonsbank unter bestimmten Voraussetzungen als Bürge ein.  
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In Brandenburg finanziert die landeseigene Investitionsbank die Bauförderung, die ILB Brandenburg. Die Anträge sind auch dort zu stellen. Die Bauförderung wird durch das Förderprogramm "Wohneigentum in Innenstädten" oder Wohnungsbaubürgschaften umgesetzt. Außerdem gibt es ein Programm speziell für Schwerbehinderte.

Hinweis: Die Vergabe der Förderdarlehen ist in Brandenburg abhängig von der Haushaltslage: Ist die Zahl der Antragsteller hoch, können die Haushaltsmittel zur Förderung auch erschöpft sein.

Fördergebiete

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern können aufgrund der Förderstruktur nur Maßnahmen in bestimmten Gebieten finanziell unterstützt werden. Grundsätzlich muss es sich um "Vorranggebiete Wohnen" oder "Konsolidierungsgebiete der Wohnraumförderung" handeln. Die Förderung ist damit nur innerhalb der festgelegten Sanierungs- und Entwicklungsgebiete möglich. Dies sind:

  • Städte der regionalen Wachstumskerne (RWK),
  • vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung geförderte Stadtumbaustädte,
  • Ober- und Mittelzentren gemäß zentralörtlicher Gliederung des Landes Brandenburg (MZ),
  • Gemeinden im Berliner Umland.

 

Geförderte Vorhaben

Gefördert wird der Erwerb von Wohnungen, wenn die damit verbundenen Kosten für die Modernisierung und Instandsetzung mindestens 500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche betragen. Zudem gibt es die Darlehen für den Ausbau, Umbau und die Erweiterung eines bestehenden Gebäudes sowie den Neubau oder Ersterwerb eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung, insbesondere zur Baulückenschließung und auf ehemaligen Recyclingflächen.

Wer in Verbindung mit der Hauptwohnung eine zweite Wohnung schafft für Haushaltsangehörige, kann ebenfalls ein Darlehen erhalten. Voraussetzung ist dann eine Mindesteigenleistung von 15 Prozent. Für die meisten weiteren Fördermaßnahmen ist ein Eigenkapitalaufwand von 10 Prozent nötig sowie die Einhaltung vorgegebener Einkommensgrenzen.

Eine weitere Bedingung: Soll ein vorhandenes Objekt modernisiert und instandgesetzt werden, muss es vor dem 1. Februar 2002 gebaut worden sein und nach dem Vorhaben das Neubau-Niveau der Vorgaben der Energieeinsparverordnung erreichen. Auch für diese Maßnahmen müssen mindestens 15 Prozent Eigenkapital zur Verfügung gestellt werden.

Biallo-Tipp

Bevor Sie über einen Immobilienerwerb oder eine Baumaßnahme mithilfe einer Förderung nachdenken, sollten Sie sich bei Ihrem Landratsamt oder in größeren Städten beim zuständigen Bauamt erkundigen, ob Ihr Vorhaben sich innerhalb der ausgewiesenen Gebiete befindet. Ist das nicht der Fall, ist eine Förderung nicht möglich.

Geförderte Personen

Personen und Haushalte, die Wohnungen in innerstädtischen Quartieren zur Selbstnutzung als Eigentümer besitzen, erwerben, bauen oder energetisch sanieren und die vorgegebenen Einkommensgrenzen einhalten. Die Einkommensgrenzen beziehen sich hierbei auf die positiv erzielten Einkünfte im Durchschnitt der letzten zwei Jahre. Folgende Grenzen gelten:

  • für Bauherrn 50.000 Euro,
  • für den Partner aus der gemeinsamen Ehe oder einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft 25.000 Euro,
  • für jede weitere zum Haushalt gehörende Person jeweils 15.000 Euro.

Eingehalten werden müssen auch die Grenzen, die der Staat bei der Sozialhilfe zum normalen Unterhalt rechnet zuzüglich einem Aufschlag von 50 Prozent. Damit soll sichergestellt sein, dass die Finanzierung auf Dauer möglich ist.

Förderung

Die Darlehenssumme der Grundförderung beträgt 50.000 Euro, wird vorhandener Wohnraum zur energetischen Sanierung modernisiert und instand gesetzt 40.000 Euro. Weitere Zusatzdarlehen können bei Erwerb von Bestandsimmobilien, geringeren Einkommen, Haushalten mit Kindern oder schwer behinderten Angehörigen, besonderer Energieeffizienz oder im Fall von Auflagen des Denkmalschutzes hinzukommen. Die Darlehenshöhen im Einzelnen:

  • Sofern bei Bestandsmaßnahmen die für den Neubau verbindlichen Vorgaben des EEWärmeG erfüllt werden, wird ein weiteres Baudarlehen - bei entsprechenden Kosten von bis zu 10.000 Euro - gewährt.

  • Bei Baudenkmälern kann der Antragsteller ein Darlehen von 10.000 Euro für die Mehrkosten erhalten, dies gilt auch für bodenarchäologische Maßnahmen.

  • Für Bestandsmaßnahmen bei Ersterwerb oder bei der Revitalisierung von leer stehenden Gebäuden sowie Baulückenschließung wird ein weiteres Baudarlehen in Höhe von 20.000 Euro gewährt. Hinzukommen kann ein Kinderzuschuss in Höhe von 5.000 Euro für jedes im Haushalt lebende Kind.

  • Für Haushalte mit schwerbehinderten Angehörigen wird einmalig ein weiteres Baudarlehen in Höhe von bis zu 10.000 Euro für entsprechende Umbaumaßnahmen gewährt.

  • Der Um- und Ausbau oder die Erweiterung einer zweiten Wohnung wird mit einem Baudarlehen von bis zu 20.000 Euro gefördert.

  • Wer Wohneigentum neu schafft oder bestehenden Wohnraum wieder herrichtet, um ihn anschließend an selbst nutzende private Haushalte zu verkaufen, kann eine Anschubfinanzierung bekommen. Dabei ist es möglich, eine der Wohnungen selbst zu beziehen. Die Darlehen betragen 1.800 Euro je Quadratmeter Wohnfläche im Bestand, die Eigenleistung muss mindestens 20 Prozent betragen. Auch hier sind Zusatzdarlehen möglich.

Konditionen

Die Darlehen sind ab dem Zeitpunkt der ersten Auszahlung für die Dauer von 20 Jahren zinsfrei, danach fallen marktübliche Zinsen an. Die Tilgung beträgt drei Prozent jährlich.

Mit Zusage fällt ein einmaliges Entgelt in Höhe von zwei Prozent an. Außerdem werden jährliche Bearbeitungsgebühren von 0,50 Prozent der jeweiligen Restschuld erhoben. Kommen während der Zeit Kinder hinzu, so gibt es einen einmaligen Tilgungsnachlass von 5.000 Euro.

Biallo-Tipp

Lassen Sie sich im Zusammenhang mit dem Darlehen auch über zusätzliche Förderprogramme der KfW-Bank informieren. Denn eine Kombination von Landes- und Bundesmitteln ist durchaus möglich.

Behindertengerechte Anpassung von vorhandenem Wohnraum – Zuschüsse

Wer bestehenden Wohnraum durch den Abbau von Barrieren behindertengerecht anpassen lässt, kann von der Bank Zuschüsse erhalten.

Geförderte Vorhaben

Voraussetzung ist, dass im Haushalt Personen leben, deren Art und Schwere der Behinderung eine besondere bauliche oder technische Ausstattung erfordert (Grad der Behinderung 80 und höher). Förderfähige Maßnahmen sind beispielsweise die Verbreiterung von Türen, Entfernen von Türschwellen, Einbau automatischer Türöffner, Notruf- und Gegensprechanlagen, bauliche Veränderungen in Küche und Bad zum Abbau von Barrieren usw. Gefördert wird ebenso der Einbau von Höhen überwindenden Hilfsmitteln und die Schaffung barrierefreier Zugänge durch Rampen. Dabei sind alle Anforderungen nach der DIN18040-2 zu gewährleisten. Teilmaßnahmen können nur im Einzelfall gefördert werden.

Geförderte Personen

Gefördert werden Vermieter, Mieter und Selbstnutzer.

Förderung

Der Zuschuss beträgt bis zu 90 Prozent der anerkannten förderfähigen Kosten. Pro Wohnung ist der Höchstsatz auf 10.000 Euro für bauliche Maßnahmen und 12.000 Euro für den Einbau von Höhen überwindenden Hilfsmitteln wie Rampen und automatischen Türöffnern festgelegt.

Bürgschaften für Wohnungsbaudarlehen

Dieses Programm richtet sich auch an den Selbstnutzer. Hier tritt das Land als Bürge auf. Ziel ist es, auf diesem Weg leichter an Kredite heranzukommen, die der Kapitalmarkt bietet. Eine Förderung ist nur im Rahmen der dafür ausgewiesenen "Gebietskulisse" der Städte möglich. Gebürgt werden kann für neu zu schaffenden oder bestehenden Wohnraum, bei Ersterwerb und Selbstnutzung eines Gebäudes oder eines neuen Wohnhauses in Baulücken sowie bei der Modernisierung und Instandhaltung von Wohnraum. Es können auch Bürgschaften bei Anschlussfinanzierungen übernommen werden, die den oben genannten Kriterien entsprechen.

Auf Antrag wird eine Ausfallbürgschaft für nachstellige Kapitalmarktdarlehen gewährt, die ab dem zweiten Rang im Grundbuch eingetragen sind. Die Bagatellgrenze liegt bei 5.000 Euro. Die Bearbeitungsgebühr beträgt zwei Prozent der zu besichernden Summe. Außerdem ist eine Überbrückungsbürgschaft im ersten Rang möglich. Grundvoraussetzung ist, dass für einen bestimmten Zeitraum dem freien Kreditinstitut noch keine dinglichen Sicherheiten geboten werden können.

Die Überbrückungsbürgschaft ist nur im ersten Rang des Grundbuchs denkbar. Die Bearbeitungsgebühr beträgt einmalig 0,5 Prozent der Bürgschaftssumme. Dauert die Bürgschaft länger als zwei Jahre, so fällt danach eine jährliche Bearbeitungsgebühr von 0,5 Prozent, höchstens jedoch 7.500 Euro an.

Hinweis: Die Landesbürgschaft ist als Notfallinstrument für die Finanzierung anzusehen. Ein Anspruch hierauf besteht nicht, auch bestimmte Finanzierungsformen sind von der Bürgschaft ausgeschlossen wie beispielsweise Arbeitgeberdarlehen oder Vor- und Zwischenfinanzierungen.

Regionale Förderprogramme

Informationen über Wohnungsbauförderporgramme in anderen Bundesländern finden Sie hier:

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Eike Schulze
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Eike Schulze

entstammt aus einer Familie von Zigarrendrehern, Strandräubern und Baumeistern und entschloss sich entgegen der Familientradition Geographie und BWL bis zum guten Ende zu studieren. Nach Zwischenstation als Vertriebsspezialist und Trainer eines Versicherungsunternehmens entdeckte er seine Leidenschaft für Wirtschaftsjournalismus. Seit 20 Jahren gibt es von ihm etwas zu lesen, zunächst nur in Zeitschriften und zwischen Buchdeckeln und seit gut 10 Jahren auch im Netz. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Immobilien, Versicherungen und Geldanlage.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de