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Auf einen Blick
  • Die Bundesförderung effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG) Programm 261 ersetzt zum 1. Juli 2021 das bisherige KfW-Programm Energieeffizient Bauen Programm 153.

  • Neubauten müssen bestimmte Mindeststandards gemäß des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) einhalten, dies ersetzt die Energieeinsparverordnung (ENEV) und weitere Gesetze.

  • Wer energieeffizient baut, kann staatliche Fördermittel der KfW erhalten. Voraussetzung ist der Bau oder Erwerb eines KfW-Effizienzhauses oder einer entsprechenden Eigentumswohnung. Gleichzeitig wurden neue Energieklassen mit den Kürzeln EE und NH geschaffen. EE steht für Energieeffizienz und NH für ein Nachhaltigkeitshaus. Für beide gibt es einen zusätzlichen Bonus.

  • Das neue Programm stellt Bauherren und Immobilienkäufern zinsgünstige Darlehen bis 150.000 Euro und Tilgungszuschüsse bis zu 37.500 Euro zur Verfügung (jeweils pro Wohneinheit). Die höchsten Werte gelten für das KfW-Effizienzhaus 40 Plus.

  • Die Schaffung einer neuen Wohneinheit aus unbeheizten Räumen ist zukünftig Bestandteil der Neubauförderung und kann nicht über den Bereich “Sanieren“ abgewickelt werden.

  • Das neue Programm gilt bei Neubeantragung, bereits beantragte Programme fallen unter die alten Regelungen.
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Technische Mindestanforderungen: BEG - die neue Richtlinie für Häuslebauer

Mit der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude ändert sich so einiges. Die gesamte energieeffiziente Förderung für Wohngebäude wird neu strukturiert und die Förderung angehoben. Programme, die keine Energiekomponente aufweisen, wie das KfW-Wohneigentumsprogramm, sind  hingegen geblieben. Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Programme untereinander sind weiterhin möglich, eine gleichzeitige Förderung durch zwei Programme ist ausgeschlossen. Als Basis für die neue Verordnung dient das ebenfalls noch neue Gebäudeenergiegesetz (GEG), dass die alten ENEV-Regeln ablöst.

Was zählt als Neubau?

Wichtig zu wissen: Unter Neubau fällt beispielsweise bei einem Bestandsgebäude, wenn im bislang unbeheizten Dach eine neue Wohnung durch Um- und Ausbauen entsteht. Diese neue Wohneinheit fällt nicht mehr unter die Sanierungsförderung. 

Die neuen gesetzlichen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG)

Das GEG führt im Wesentlichen die Energieeinsparverordnung (ENEV), das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EwärmeG) zusammen. Die entscheidenden Vorgaben betreffen hauptsächlich den Wohnungsneubau. So muss der Heiz- und Warmwasserbedarf berechnet werden, so soll das Gebäude nach Errichtung nicht mehr als notwendig Energie verbrauchen. Insgesamt soll das neue Gesetz auch Erleichterungen bei der Berechnung bieten. Zur Berechnung gibt es nun zwei Methoden:

  • Berechnung des Primärenergiebedarfs
  • Menge des zulässigen CO2 zu bestimmen, dass das Gebäude verbrauchen darf.

Was ist der Jahres-Primärenergiebedarf?

Beim Jahres-Primärenergiebedarf geht es nicht darum, wie viel Energie im Haus tatsächlich für Warmwasser und das Heizen verbraucht wird. Es handelt sich vielmehr um einen rechnerischen Wert, der neben dem tatsächlichen Verbrauch auch erfasst, wie viel Energie für die Herstellung, Lagerung und den Transport der verwendeten Brennstoffe verbraucht wird. Und diese fällt je nach Energieträger sehr unterschiedlich aus: Während beispielsweise Erdgas mit einem recht hohen vorgelagerten Energieverbrauch einhergeht, spielt dieser bei Wärme aus Sonnenenergie kaum eine Rolle. Die Wahl des Energieträgers wirkt sich also­ – neben anderen Faktoren wie Heizungsanlage, Anlage Warmwasserbereitung, Dämmung und so weiter – darauf aus, inwieweit ein Neubau den neuen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes entspricht. Der Jahresprimärenergiewert für das Haus gilt immer entsprechend zu einem Vergleichsgebäude mit gleicher Geometrie, Abmessung sowie vorgegebenen technischen Eigenschaften.

Weggefallen ist hingegen die Berechnung des durchschnittlichen Transmissionswärmeverlusts (H´T), wie es noch in der ENEV der letzten Fassung vorgesehen ist. Dieser Wert beschreibt, wie viel Wärme das Haus durch wärmeübertragende Flächen – zum Beispiel das Dach, Fenster und die Wände verliert. Als Ersatz dient nun ein gebäudetypischer statischer Transmissionswärmeverlust, der dokumentiert wird. Der maximale Transmissionswärmeverlust muss jedoch weiter ermittelt werden.

Hinweis: Bodentiefe Fenster, wie sie von vielen Bauherren gewünscht werden, sorgen jetzt für einen höheren Transmissionswärmeverlust und damit für einen schlechteren Wert. Wird allerdings eine Kühlung eingebaut, kann sich dieser Wert deutlich verbessern, und somit besteht wieder ein größerer Spielraum bei der Fassadengestaltung. Insgesamt können die Bauherren selbst entscheiden, ob sie lieber in eine bessere Wärmedämmung oder eine energieeffiziente Haustechnik investieren wollen, um die Vorgaben einzuhalten.

Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert Heizen mit erneuerbaren Energien

Das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz schrieb den Einsatz regenerativer Wärmequellen beim Neubau vor. Dies gilt nun auch in ähnlicher Weise beim GEG. Es nimmt Bauherren und Erwerber von Neubauten in die Pflicht, indem es vorschreibt, dass der Heizwärmebedarf für neu zu errichtende Gebäude zu einem bestimmten Anteil mit erneuerbaren Brennstoffen gedeckt werden muss. Der Eigentümer ist dabei frei in seiner Entscheidung, welche alternative Energiequelle er nutzen möchte. Bislang gab es jedoch die Möglichkeit, durch Ausgleichsmethoden für Abhilfe zu sorgen, wie durch eine spezielle Dämmung. Dies ist nun entfallen. Es besteht nun die Pflicht, einen Anteil von 15 Prozent regenerativer Wärmequellen im Haus zu verbauen. In vielen Fällen wird hierfür eine Solarthermieanlage genommen.

Wichtig ist das Gebäudeenergiegesetz für die Planung von Häusern und Wohnungen. Hier sind dann Architekten oder Energieberater die richtigen Ansprechpartner, wenn es darum geht, die eigene Immobilie richtig zu planen. Dies ist zentraler Aspekt, um die Baukosten im Blick zu behalten. Andererseits bedeutet das neue GEG auch eine gewisser Lockerung für Bauvorhaben. Wer nur nach den Mindestvorgaben baut, erhält keine Förderung und das neue Zuhause könnte schon in einigen Jahren als bautechnisch veraltet gelten.

Lese-Tipp: Baustoffe, Kosten, Einsparmöglichkeiten - informieren Sie sich hier ausführlich rund um das Thema "Nachhaltiges bauen".

Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG): Welche Fördervoraussetzungen gibt es?

Kurz gefasst lässt sich die neue Bundesförderung effiziente Gebäude so beschreiben: Höhere Energieeffizienz gleich höhere Förderung. Die Bundesförderung für energieeffiziente (Wohn-)Gebäude will die finanzielle Unterstützung für Häuslebauer weiter verbessern. Wer nur die Mindestanforderungen für das Bauen einhält, hat keine Chance auf eine Förderung. Nur wer bestimmte Mindestvoraussetzungen erfüllt, kann mit Fördergeldern „belohnt“ werden. Hierzu gelten nach wie vor die Energieeffizienzhaus-Standards der KfW als Maßstab.

Diese Punkte gelten beim Bau eines KfW-Effizienzhauses als wesentlich:

  • Der Wärmeschutz der Gebäudehülle: Gedämmt werden müssen damit das Mauerwerk / Außenwände und das Dach, Kellerdecken und die oberste Geschossdecke – soweit vorhanden, damit der Wärmeverlust möglichst gering bleibt.
  • Fenster und Türen müssen wärmeisolierend wirken.
  • Energieeffiziente Anlagen zur Warmwasserbereitung und zum Heizen, ein Teil des Energiebedarfs muss aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Hierzu zählen unter anderem Solarthermie oder das Heizen mit Holzpellets.

Ähnlich wie das GEG bestimmt die KfW ein Referenzhaus. Unterschreitet das zu bauende Haus deutlich diese Vorgaben winkt eine Förderung. So bedeutet ein KFW-Effizienzhaus 55, dass 55 Prozent der Energie des gebäudetypischen Referenzhauses verbraucht wird. Die Standards sind laut KfW:

  • 55, 55 EE oder 55 NH
  • 40, 40 EE oder 40 NH
  • 40 Plus

Erläuterung: EE bedeutet, dass das Haus mindestens zu 55 Prozent über erneuerbare Energie versorgt wird. NH ist ein Nachhaltigkeitshaus, dass entsprechend durch eine Zertifizierungsstelle dokumentiert ist. Plus bedeutet, dass die Energieerzeugung auf erneuerbaren Energien basiert. Neu sind dabei die Ausweisung eines EE oder NH Hauses. Der Unterschied  zwischen einem  KfW-40-Haus und einem KfW-40 Plus-Haus liegt an folgenden Punkten, die vorhanden sein müssen:  

  • eine Anlage zur Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien,
  • ein Batteriestromspeicher,
  • eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und
  • ein Benutzerinterface zur Visualisierung des Stromverbrauchs.

Biallo-Tipp: Kosten abwägen

Lassen Sie sich vom Bauträger, Bauunternehmern oder Architekten, falls Sie kein Haus von der Stange wünschen, die technischen Details und Mindestanforderungen erklären. Wichtig ist auch immer, welche Energieeinsparungen damit zu erzielen sind und wie sich dies später im eigenen Portemonnaie bemerkbar macht. Je höher der Standard, desto höher auch die Gesamtkosten. Das bedeutet in vielen Fällen auch, dass der Weg des Finanzierbaren gefunden werden muss. Förderfähig sind bei einem Neubau meist die gesamten gebäudebezogenen Investitionskosten. Ob beispielsweise eine Smarthome-Ausstattung auch dazugehört oder welche Bestandteile davon, sollte im Bedarfsfall auch geklärt werden.

Fördermittel für energieeffizientes Bauen: So gehen Sie richtig vor

Eine weitere Voraussetzung für Fördergelder: Die Arbeiten müssen von einem Fachunternehmen ausgeführt werden. Außerdem ist auch ein Fachmann für die Planung notwendig. Meistens sind die Fachleute Architekten oder Bauingenieure. Die Hauptaufgabe besteht darin, Gebäude entsprechend der Normen und Gesetze so zu gestalten, dass die Energieeinsparungen der Vorgaben eingehalten werden. Diese Anforderungen sind bei einem 40-Plus-Haus am höchsten. Das Erreichen der Standards wird auf Basis der Planung bestätigt, sodass Fördergelder beantragt werden können. Eine weitere Bestätigung erfolgt dann bei der Bauabnahme. Diese Vorgehensweise ist heute bei Bauträgern oder Bauunternehmen schon eingespielt. Beim Erwerb eines schlüsselfertigen Hauses oder einer Wohnung wird meist schon mit einem bestimmten Energiestandard geworben, hier sollte diese Bestätigung dem Antrag bei der KfW hinzugefügt werden. Einen Nachteil gibt es, durch die zwangsweise Einschaltung von Fachunternehmen und Gutachtern: Die klassische Muskelhypothek, um Kosten einzusparen, ist damit nur noch sehr eingeschränkt möglich. Wer dieses wünscht, muss den Einsatz mit dem Bauunternehmen absprechen. Sicherlich sind Vorarbeiten möglich, wie das Ausheben der Baugrube, die Außengestaltung und das Errichten einer separaten Garage und Teile des Innenausbaus, die nicht energierelevant sind.

Biallo-Tipp: Langfristig planen

Zwar gilt beim Hausbau oder Immobilienerwerb immer, auf Basis des finanziell Machbaren zu kalkulieren. Dennoch kann es sich lohnen, sich im Vorfeld ausführlich mit dem Punkt Energieeffizienz zu beschäftigen. Denn wer einen Bau mit hochwertigem energetischem Baustandard errichtet oder erwirbt, spart – vor allem auch vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und der CO2-Steuer – langfristig Energiekosten. Man sollte aber auch im Blick behalten, dass es eine längere Zeit dauert, bis aus der Investition ein wirtschaftlicher Gewinn entsteht. Wer plant, einen Zeitraum von weniger als etwa 15 Jahre im Haus oder Wohnung zu wohnen, für den wird es zeitlich kritisch, einen positiven Effekt verbuchen zu können. Je mehr Technik im Haus verbaut wird, desto mehr muss auch in die Wartung investiert werden. Andererseits bietet so eine Immobilie beim Verkauf meist ein gutes Wertsteigerungspotenzial.

Wer kann die Förderung über BEG beantragen?

Im Prinzip kann jeder Bauwillige oder die Baufamilie einen Antrag stellen. Selbstverständlich gilt dies auch für Baugenossenschaften, Bau GbRs oder Wohneigentümergemeinschaften. Nicht möglich ist dies nur, falls bereits ein Privatinsolvenzantrag gestellt wurde oder eine Privatinsolvenz besteht. Selbst Nießbrauchberechtigte des Neubaus können einen Antrag stellen. Allerdings ist hierfür auch die Zustimmung des Eigentümers notwendig, damit der Antrag bewilligt werden kann. Etwas verzwickter ist die Situation, falls ein Gesellschafter ein Wohnhaus auf seinem Betriebsgrundstück errichten möchte. In diesem Fall muss eine Vertragskonstruktion geschaffen werden, die ein nichtförderfähiges Insichgeschäft ausschließt.

Bei Erwerb eines Neubaus oder kernsanierten Objektes, das dem Neubauniveau entspricht, muss die Antragstellung zur Förderung vor Abschluss des notariellen Kaufvertrages oder Bauträgervertrages erfolgen. Als Neubau gilt ein Objekt, das nicht älter als ein Jahr ist. Außerdem muss eine Haftungserklärung des Verkäufers der Immobilie gegenüber dem Käufer vorliegen, dass er bei nichterreichen der Standards hierfür finanziell die Verantwortung übernimmt.

KfW-Programm 261: Wie hoch ist die Förderung?

Das neue KfW-Programm 261 ersetzt das bisherige KfW-Programm 153. Es gilt ausschließlich für den Neubau und Ersterwerb einer frisch sanierten Immobilie. Gefördert werden bei einem Neubau die Bau- und die Baunebenkosten. Beim Ersterwerb der Kaufpreis. In beiden Fällen sind die Grundstückskosten nicht Bestandteil der Förderung. Möchten Sie eine Bestandsimmobilie sanieren, finden Sie alles Wichtige rund um das Thema Fördermittel in unserem Ratgeber "Energieeffizient sanieren".

Die Förderhöhe hängt von der Energieeffizienzklasse des Gebäudes ab. So können Kredite bis zu maximal 120.000 Euro bei der Effizienzstufe 40 oder 55 je Wohneinheit gewährt werden. Bei Gebäuden der Klasse 40 plus, EE oder Häuser mit Nachhaltigkeitszertifikat bis zu 150.000 Euro. Das Darlehen muss über das Grundbuch besichert werden. Es wird zu 100 Prozent ausgezahlt und ist in Teilen abrufbar. Es muss spätestens innerhalb von 24 Monaten nach Zusage komplett abgerufen werden. Nach 12 Monaten fällt eine Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,15 Prozent auf das Darlehen oder den Darlehensteil an, der noch nicht verwendet wurde.

KfW 261: Tilgungszuschüsse ab Juli 2021

Außerdem erleichtern Zuschüsse zum Darlehen je nach Effizienzniveau die Baufinanzierung. Diese Zuschüsse müssen Kreditnehmer nicht zurückzahlen. Sie betragen:

Neubau Effizienzhaus Tilgungszuschuss (Prozent der Kreditsumme)
Effizienzhaus 55 15    Prozent /
Effizienzhaus 55 EE 17,5 Prozent
Effizienzhaus 55 NH 17,5 Prozent
Effizienzhaus 40  20 Prozent
Effizienzhaus 40 EE    
22,5 Prozent
Effizienzhaus 40 NH   
22,5 Prozent
Effizienzhaus 40 Plus 25    Prozent
Quelle: KfW

Biallo-Tipp: Baufinanzierung vorab berechnen

Wie sich die KfW-Förderung, eine höhere Darlehenssumme, höhere oder niedrigere Monatsraten und vieles mehr auf Ihre Baufinanzierung auswirken, können Sie ganz einfach mit unserem  Baufinanzierungrechner ermitteln. Außerdem gibt biallo.de hilfreiche Tipps zur Baufinanzierung.


KfW-Programm 431 entfällt

Da eine energetische Fachplanung oder Baubegleitung bei dem Bau eines Wohnhauses notwendig ist, gibt es hierfür einen weiteren Zuschuss. Ehemals war dies das KfW-Programm 431. Dieser Aspekt wurde zur Vereinfachung gleich in das Hauptprogramm aufgenommen. Dieser Programmteil kann auch zur Zertifizierung zum NH-Haus genutzt werden. Der Zuschuss beläuft sich auf 50 Prozent der förderfähigen Beratungs- und Dokumentationskosten. Hierfür wird ein Tilgungszuschuss in Höhe von 50 Prozent für die Fachplanung/Baubegleitung gewährt. Bei Ein- oder Zweifamilienhäusern wird ein Höchstbetrag von 10.000 Euro bezuschusst, also bis zu 5.000 Euro erhält der Antragsteller. Eine Auszahlung des anteiligen Zuschusses für die Fachplanung/Baubegleitung erfolgt nicht. 

Wichtig zu wissen: Energieexperten bestätigen durch die Prüfung und Umsetzung der Bauplanung, dass die technischen Mindestanforderungen für die geförderten Energiestandards auch eingehalten wurden.

Der Tilgungszuschuss kann erst verrechnet werden, wenn eine Bestätigung der Durchführung der Maßnahmen durch die Energieexperten erfolgt. Zudem muss auch der oder die Antragsteller per Unterschrift die Richtigkeit der Angaben bestätigen. Diese Unterlagen sind dann an die baufinanzierende Bank zu übermitteln. Alternativ kann man sich selbst bei KfW-Zuschussportal registrieren und die Unterlagen eigenständig einreichen. Zudem sind sämtliche Unterlagen wie Bauplanung, Dokumentationen und Betätigungen mindestens 10 Jahre nach Erhalt von Förderkrediten und Zuschüssen aufzubewahren.

Die Konditionen für das Förderprogramm 261

Zwei Darlehensformen stehen den Antragsstellern für den Hausbau zur Verfügung:

Im Großen und Ganzen ist alles beim Alten geblieben und schon aus den ausgelaufenen Förderprogrammen "Energieeffizient Bauen" bekannt. Die KfW gewährt Bauherren oder Immobilienerwerbern für ihr Vorhaben ein aus Bundesmitteln bestehendes Darlehen. Diese Vergabe der Kredite ist mit Laufzeiten von vier bis maximal 30 Jahren möglich. Die Zinsbindungszeit beträgt zehn Jahre. Dabei gelten die aktuellen Zinskonditionen bei Abschluss des Vertrages. Nach Ablauf der Zinsbindung unterbreitet die KfW dem Darlehensnehmer ein Verlängerungsangebot. Der Kreditnehmer kann, je nach Laufzeitlänge, zu Beginn der Darlehenslaufzeit bis zu fünf tilgungsfreie Jahre in Anspruch nehmen. Er muss in dieser Phase dann nur die Zinsen auf den ausgezahlten Kreditbetrag an die KfW zahlen. Nach Ende der Tilgungsfreijahre fallen die monatlichen Annuitäten an. Antragsteller können jedoch statt eines Annuitätendarlehens auch ein zehnjährige endfälliges Darlehen abschließen, auch hierbei besteht die Möglichkeit, bis zu zwei tilgungsfreie Anlaufjahre zu vereinbaren. In den tilgungsfreien Anlaufjahren fallen somit nur die Zinszahlungen an. Ein endfälliges Darlehen kann sinnvoll sein, wenn zwischenzeitlich eine größere Summe zur Endtilgung erwartet wird.

Rechner baugeld
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Baufinanzierung
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
gebundener
Sollzins
 
1.
737,50 €
0,45 %
0,45 %
2.
bundesweites Angebot
760,00 €
0,55 %
0,54 %
3.
bundesweites Angebot
760,00 €
0,56 %
0,54 %
Betrag 300.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung 60 %


Alternative: KFW-Programm 461 Zuschuss für Neubauten

Eine Alternative zu einem Darlehen über die KfW gibt es durch das Programm 461 Zuschuss. Es handelt sich damit um eine nicht rückzahlbare Förderung. Sozusagen ein Geschenk für zeitgemäßes Handeln. Zuschuss und Kredit schließen sich aus. Man muss also vor Antragstellung festlegen, welche Art der Förderung gewünscht ist. Dieser Zuschuss ist an die Effizienzklasse des Gebäudes gekoppelt und beträgt für die verschiedenen Stufen folgende Höhe pro Wohneinheit:

Neubau Effizienzhaus maximaler Zuschuss
(in Prozent der Fördersumme / absolut)
Effizienzhaus 55 15 Prozent / 18.000 Euro
Effizienzhaus 55 EE
17,5 Prozent / 21.000 Euro
Effizienzhaus 55 NH 17,5 Prozent / 21.000 Euro
Effizienzhaus 40    
20 Prozent / 24.000 Euro
Effizienzhaus 40 EE 22,5 Prozent / 27.000 Euro
Effizienzhaus 40 NH 22,5 Prozent / 27.000 Euro
Effizienzhaus 40 Plus 25 Prozent / 37.500 Euro
Quelle: KfW

Lese-Tipp:
Hier erhalten Sie einen  Überblick über KfW-Programme für Immobilienbesitzer. 

KfW 261 mit anderen Fördermitteln kombinieren

Der Kredit aus dem KFW Programm 261 Neubau kann mit dem KfW-Wohneigentumsprogramm kombiniert werden. Hierüber stehen gegebenenfalls noch einmal bis zu 100.000 Euro zur Verfügung. Das Programm richtet sich ausschließlich an Selbstnutzer, der derzeitige effektive Zinssatz beträgt 1,1 Prozent. Der Kredit muss ebenfalls über das Grundbuch besichert werden. Normalerweise sollte die Bundesförderung energieeffiziente Gebäude – Wohngebäude ebenso mit Länderfördermitteln kombiniert werden können. Hierzu liegen im Moment jedoch keine konkreten Auskünfte vor, in welcher Form dies dann umsetzbar ist. Bei Interesse sollte man sich an das Landesförderinstitut wenden, in dem der Neubau errichten werden soll.

Kombination mit weiteren Finanzierungsdarlehen 

Normalerweise geht es ohne weiteren, privatwirtschaftlichen Kredit nicht, es sei denn, es steht ausreichendes Eigenkapital zur Verfügung. Die Grenze liegt bei 60 Prozent der Gesamtkosten, die gefördert werden können. Um diese Kapitallücke zu schließen, wird deshalb eine baufinanzierende Bank oder Versicherung  für ein privatwirtschaftliches Darlehen benötigt.

Wichtig zu wissen: Eine Förderquote von 60 Prozent betrifft alle staatliche Förderungen, dies bezieht auch Landesfördermittel oder sonstige kommunale Förderung mit ein.

Förderbeispiel

Um das finanziell Machbare zu bestimmen, ein Beispiel für ein freies Annuitätendarlehen:

Der Kreditbedarf beträgt 300.000 Euro, die Zinsbindung zehn Jahre, anfängliche Tilgung 3,5 Prozent, Beleihung 60 Prozent. Bei den besten Banken liegt der effektive Jahreszins zurzeit bei rund 0,6 Prozent, was eine monatliche Annuität von etwa 1.000 Euro bedeutet. Der letztendliche Zinssatz hängt von der Bonität, des gewünschten Kreditbedarfs, der Kreditlaufzeit und der Beleihungshöhe ab. 

Biallo-Tipp: Zinsen vergleichen

Mit unserem  Baufinanzierungsvergleich können Sie ganz einfach Zinsen vergleichen und eine günstige Baufinanzierung finden. 
Über die Autorin Anette Stein

hat Germanistik und Politik in Hannover studiert und einen betriebswirtschaftlichen Abschluss. Als selbstständige Journalistin und Lektorin arbeitet sie seit rund 20 Jahren für verschiedene Wirtschaftsmedien sowie Verlage. Spezialisiert hat sich Anette auf Verbraucherthemen rund um Finanzen und Versicherungen. Für biallo.de schreibt sie in den Bereichen Baufinanzierungen und Immobilien. Als Co-Autorin hat sie zahlreiche Fachratgeber in diesen Themengebieten veröffentlicht, unter anderem: 

  • Immobilien als Geldanlage, erschienen 2020 im Haufe Verlag, 
  • Immobilienverkauf: Erfolgreich - gewinnbringend - rechtssicher, erschienen 2019 im Haufe Verlag.

  Anette Stein
  Eike Schulze
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