Wer Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Gold oder Krypto handeln will, braucht ein Depot. Wir haben die Online-Depots von 22 bekannten Anbietern getestet – von Neo- über Online-Broker bis hin zu Direkt- und Filialbanken.
Ganz vorne in unserem Test landet der Neobroker Traders Place. Er bietet das beste Gesamtpaket – und ist günstig. Ganz knapp dahinter folgt Smartbroker+.
Welcher Anbieter der richtige ist, hängt auch davon ab, was Ihnen beim Wertpapierhandel wichtig ist. Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Neobroker, Direktbank oder Filiale: Welches Depot passt zu mir?
Fazit: So finden Sie das richtige Depot
So haben wir getestet
Zum Anfang
Wer Geld an der Börse anlegt, braucht manchmal starke Nerven. Oft ist auch Geduld nötig, um mit Aktien, ETFs, Fonds oder Anleihen erfolgreich zu sein. Was Sie aber auf jeden Fall für ein Börsen-Investment benötigen, ist ein Depot. Nur damit können Sie als Privatanleger Wertpapiere kaufen, halten und verkaufen. Dabei gilt: Je günstiger Ihr Depot und je größer die Auswahl an Wertpapieren ist, desto besser.
Biallo.de hat die Depots von 22 bekannten Anbietern verglichen – von Neobrokern über Direktbanken und Online-Brokern bis zu überregionalen Filialbanken. Betrachtet haben wir Depots, die Sie online führen können, also am PC, Tablet oder per Handy-App. Das ist die einfachste Art, Wertpapiere zu handeln – und die günstigste.
In unsere Bewertung gehen insgesamt mehr als 30 Kriterien ein. Wichtig sind vor allem die Kosten und die Produktauswahl. Aber auch Kundenservice und Kundenzufriedenheit spielen eine Rolle oder die Anzahl der Handelsplätze, die Anlegerinnen und Anlegern zur Verfügung stehen. Erstmalig untersucht haben wir die Transparenz, mit der die Broker wesentliche Informationen zu Ihrem Angebot, zu Kontaktmöglichkeiten oder zur Einlagensicherung auf ihrer Internetseite veröffentlichen (siehe das Kapitel "Transparenz" weiter unten).
Unser Depottest gibt Auskunft darüber, wer bei den Kriterien am besten abschneidet. Wir sagen Ihnen aber auch, worauf Sie bei der Auswahl eines Depot-Anbieters achten sollten – und wovon die Auswahl abhängt.
Das Gesamtergebnis: Vier Neobroker vorne
An der Spitze unseres Vergleichs landet – wie bereits im Vorjahr – der Anbieter Traders Place. Er kommt in der Gesamtbewertung auf 4,67 von 5 möglichen Punkten. Knapp dahinter folgt Smartbroker+ mit 4,66 Punkten. Beide Anbieter sind Neobroker, also junge Finanzfirmen, die den Wertpapierhandel möglichst günstig anbieten.
Niedrige Kosten sind auch der Hauptgrund, warum auf den ersten Plätzen der Top-Ten-Anbieter in unserem Test vorwiegend Neobroker rangieren (siehe Tabelle). Der Neobroker-Platzhirsch Trade Republic landet allerdings nur auf Platz 9 (zusammen mit der Consorsbank). Das liegt unter anderem daran, dass der Anbieter seit unserem letzten Test beim Produkt-Angebot von einigen Konkurrenten überholt wurde. Auch beim Kundenservice hapert es mitunter.
¹Neben dem Depotmodell “free” bietet Scalable Capital auch ein Modell “Prime+” an; Quelle: Biallo Depottest, Stand: Oktober 2025
Das stärkste Gewicht an der Gesamtnote haben in unserem Test die Kosten. Danach folgen Anzahl und Verfügbarkeit der Produkte, die Anleger bei einem Anbieter handeln können – also Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Kryptowährungen oder Derivate. Beides zusammen steht für 75 Prozent der Bewertung: Auf die Kosten entfallen 40 Prozent, auf das Produktangebot 35 Prozent. Der Kundenservice wird in unserem Vergleich mit zehn Prozent gewichtet. Die Gewichtung der übrigen Kriterien finden Sie am Ende des Artikels (“So haben wir getestet”).
Insgesamt zeigt der Biallo-Test: Über alle Kriterien hinweg unterscheiden sich die Anbieter zum Teil deutlich: Die Gesamtnoten reichen von fast 4,7 Punkten beim Spitzenreiter bis gut 2,5 Punkte beim Schlusslicht. Anbieter mit mehr als vier Punkten halten wir für "empfehlenswert". Anbieter, die 3,5 bis vier Sterne erhalten, bewerten wir immer mit "gut". Die Unterschiede machen klar: Es lohnt sich, bei der Suche nach dem passenden Depot-Anbieter genau hinzuschauen.
Biallo Tipp
Die detaillierte Test-Übersicht mit allen Daten zu den Depots, den Bewertungen der Anbieter sowie den Gewichtungen und Bewertungskriterien finden Sie in unserer ausführlichen PDF-Datei:
Die Kosten sind mit einem Gewicht von insgesamt 40 Prozent das wichtigste Bewertungskriterium im Test. Dabei fällt auf: Die Depotführung ist bei allen Anbietern kostenlos. Bei einigen Brokern wie der Comdirect, der Commerzbank, dem Geno-Broker der Volks- und Raiffeisenbanken und dem S-Broker der Sparkassen gilt das aber nur unter Bedingungen – etwa einer bestimmten Anzahl an Trades pro Quartal. Beim Anbieter Fidelity ist ein durchschnittliches Depotvolumen von mindestens 20.000 Euro nötig. Sonst werden 25 Euro im Monat fällig.
Gebühren fallen bei den betrachteten Online-Depots in erster Linie für Kauf und Verkauf der Wertpapiere an. Und da sind die Neobroker besonders günstig. Deshalb liegen Sie beim Kostenvergleich auch ganz vorne (siehe Tabelle).
¹für eine reguläre ETF-Sparplanausführung in Höhe von 100 Euro; ²für einen Standard-Aktienkauf in Höhe von 1.000 Euro; Quelle: Angaben der Anbieter, Biallo Depottest 2026
Fast alle Neobroker bieten die Ausführung eines ETF-Sparplans in Höhe von 100 Euro gebührenfrei an, also ohne Orderentgelt. Berücksichtigt haben wir dabei die regulären Orderkosten für ETF-Sparpläne. Der Grund: Bei manchen Brokern gibt es nur eine bestimmte Anzahl an Aktions-ETFs, die man kostenlos besparen kann. Solche Angebote können sich jedoch auch wieder ändern.
Einmalige Wertpapierkäufe sind deutlich seltener gebührenfrei als Sparpläne. Nur sechs der günstigsten Anbieter bieten den Einmalkauf einer Standard-Aktie in Höhe von 1.000 Euro zum Nulltarif an. Sonst gibt es eine Einheitsgebühr ("flat fee"), die im besten Fall bei (etwa) einem Euro liegt.
Andere Anbieter verlangen für den Einmalkauf eine Grundgebühr zuzüglich einer prozentualen Pauschale abhängig vom Ordervolumen. Bei manchen Depots wird außerdem eine Mindestgebühr beim Kauf fällig. Die teuersten Gebühren für den 1.000-Euro-Aktienkauf liegen im Test bei 12,50 Euro (S-Broker). Wer viele (kleinere) Einmalkäufe tätigt, kann daher mit einem gebührenfreien Anbieter viel Geld sparen.
Produkte: Deutliche Unterschiede bei Sparplänen
So günstig das Depot eines Anbieters auch ist – wenn Sie bei ihm nicht die Produkte bekommen, die Sie haben wollen, bringen Ihnen niedrige Gebühren wenig. Die Produktauswahl macht daher im Test 35 Prozent der Bewertung aus.
Wir wollten wissen, wie viele Aktien, Fonds, ETFs und Anleihen die Broker anbieten. Zudem haben wir geprüft, ob der Handel mit Derivaten und Kryptowährungen (physisch und als ETP) möglich ist. Ergebnis: Das Angebot an handelbaren Aktien ist bei fast allen Anbietern groß. Einzig beim Fondsmanager Fidelity gibt es keine Einzelaktien.
ETFs haben nahezu alle Broker in großer Zahl im Programm. Bei Fonds und Anleihen gibt es dagegen deutliche Unterschiede: So ist bei einigen Neobrokern das Angebot eher dünn. Trade Republic und Trading 212 etwa bieten keine Fonds an, bei Fidelity können Anlegerinnen und Anleger keine Anleihen handeln, bei Scalable nur zwei davon und JustTrade hat weder Fonds noch Anleihen im Angebot.
Das beste Gesamtpaket in der Kategorie "Produkte" hat Smartbroker+. Mit 4,10 von fünf möglichen Sternen ist der Anbieter der Testsieger in der Kategorie. Sie bekommen dort nicht nur eine große Anzahl aller Wertpapiere, sondern unter anderem auch fast 2.500 kostenlose Aktien- und knapp 600 kostenlose Fonds-Sparpläne. Auch der Gesamtsieger Traders Place kommt auf 4,10 Punkte beim Produktangebot. Dahinter folgen die Direktbank Comdirect und der S-Broker der Sparkassen mit jeweils 4,05 Punkten. Beide haben eine große Zahl handelbarer Wertpapiere wie Aktien, Fonds oder Anleihen. Wer Wert auf eine große Auswahl an handelbaren Kryptowährungen legt, wird bei Traders Place und Finanzen.net Zero fündig. Mit 400 die größte Anzahl physischer Kryptowährungen bietet N26.
Das stärkste Gewicht haben wir in unserer Untersuchung auf die Anzahl der Aktien und sparplanfähigen ETFs gelegt. Die Top-Ten-Anbieter bei den kostenlosen ETF-Sparplänen zeigt die Tabelle:
Die besten Anbieter bei kostenlosen ETF-Sparplänen
Rangfolge nach Anzahl kostenloser ETF-Sparpläne; Quelle: Angaben der Anbieter, Biallo Depottest 2026, Stand: Oktober 2025
Die größte Anzahl kostenloser ETF-Sparpläne bietet mit 3.487 der seit 2017 in Deutschland aktive Neobroker Trading 212. Danach folgt Scalable Capital mit 2.700 kostenlosen ETF-Sparplänen. Aber auch bei Trade Republic, N26 und Traders Place finden Sparerinnen und Sparer eine große Auswahl an ETF-Sparplänen, die sie ohne Gebühren besparen können.
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Kundenservice: Filialbanken liegen vorne
Ein guter Broker sollte im Ernstfall auch erreichbar sein und Ihre Anliegen zufriedenstellend bearbeiten. Deshalb haben wir den Kundenservice mit zehn Prozent in unsere Gesamtbewertung einbezogen. Wir haben dafür zwei Hauptkriterien betrachtet: die Erreichbarkeit (via Telefon, E-Mail, Chat, Filiale) und die Nutzerbewertungen auf Plattformen wie Trustpilot und in den App-Stores von Apple und Google. Diese Bewertungen geben einen guten Eindruck davon, wie zufrieden die Kunden insgesamt mit dem Service des Brokers sind.
Beim Kundenservice haben oft die Filialbanken die Nase vorn. Das liegt insbesondere daran, dass sie auf allen Kanälen erreichbar sind – eben auch in ihren Filialen mit persönlichen Ansprechpartnern. Besonders gut schneidet in dieser Kategorie die HypoVereinsbank (HVB) mit 4,6 Punkten ab. Aber auch Maxblue (4,4 Punkte) – der Online-Broker der Deutschen Bank –, die Commerzbank (4,3) sowie die Direktbank ING (4,3) stehen beim Service gut da.
Handel: Begrenztes Angebot bei Neobrokern
Ein wesentlicher Aspekt für alle, die etwa Aktien aktiv handeln möchten, sind die Handelsmöglichkeiten, die ein Broker bietet. Diese Kategorie fließt mit fünf Prozent in unsere Gesamtbewertung ein. Dabei haben wir vor allem die Anzahl der Handelsplätze berücksichtigt, die der Broker anbietet.
Viele Neobroker offerieren nur eine begrenzte Anzahl an Handelsplätzen. Das liegt an ihrem Geschäftsmodell: Sie arbeiten oft mit wenigen Börsen zusammen, von denen sie Rückvergütungen für die Vermittlung der Orders bekommen. So können sie den Handel günstig machen. Ausnahme sind die Neobroker Traders Place und Smartbroker+: Bei ihnen finden Anlegerinnen und Anleger eine große Zahl an Handelsplätzen.
Insgesamt schneiden in der Kategorie "Handel" die Direktbanken, Online-Broker und Filialbanken deutlich besser ab als die meisten Neobroker. Testsieger in dieser Kategorie ist mit 99 verfügbaren Handelsplätzen die Direktbank Comdirect.
Zusatzleistungen: Zinsen aufs Verrechnungskonto
Einige Depotanbieter locken Kundinnen und Kunden mit einer Verzinsung des Guthabens auf dem Verrechnungskonto, das für Ein- und Auszahlungen im Depot dient. Derzeit gilt das für die Neobroker Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+, Traders Place, Trading 212 sowie die Direktbank ING.
Die Broker, die Zinsen auf Guthaben auf dem Verrechnungskonto zahlen, bekommen in unserer Wertung einen Bonus von 0,1 Punkten. Ausschlaggebend bei der Wahl des Brokers sollte dieser Punkt jedoch nicht sein. Im Zweifel lässt sich das Geld für den Wertpapierkauf auch auf einem guten Tagesgeldkonto parken – und von da aus auf das Verrechnungskonto überweisen.
Transparenz: Acht Anbieter informieren umfassend
Erstmalig haben wir in unserem Test auch ein Transparenz-Kriterium aufgenommen. Dabei haben wir geprüft, wie klar und nachvollziehbar die Broker auf ihrer Website über ihr Depot informieren. Das ist für Nutzer von Vorteil, die Anbieter vergleichen wollen. Wichtig ist vor allem, ob zentrale Informationen schnell zu finden sind. Gemeint sind etwa Gebühren wie die Depotgebühr oder die Orderkosten, die Anzahl handelbarer Produkte, die Mindestsparrate für ETF-Sparpläne oder Hinweise zur Einlagensicherung und zur Verwahrung des Anlegergeldes.
Insgesamt haben wir sieben Kriterien recherchiert. Angaben auf der Internetseite zu allen sieben Kriterien haben wir bei acht Anbietern gefunden: Comdirect, Consorsbank, Finanzen.net Zero, HypoVereinsbank, ING, JustTrade, Smartbroker+ und Traders Place. Bei allen übrigen Anbietern ließ die Transparenz mehr oder weniger stark zu wünschen übrig. Bei einigen Anbietern waren nur zwei oder drei der sieben Informationen online auffindbar. Am wenigsten Infos lassen sich online bei Trading 212 finden.
Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 10.000 €, Anlagedauer: 1 Monat, Sicherheit: Alle Anbieter. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 03.02.2026
Neobroker, Direktbank oder Filiale: Welches Depot passt zu mir?
Die Spitzenreiter in unserem Depottest bieten ein gutes Gesamtpaket. Vor allem aber schneiden sie bei den Kosten sehr gut ab. Nicht jede Anlegerin und jeder Anleger jedoch schielt nur auf die Gebühren. Wer etwa auf eine große Anzahl handelbarer Aktien, Fonds oder Anleihen Wert legt oder für seine Wertpapiergeschäfte gerne einen Ansprechpartner bei der Bank hat, für den kann auch ein Anbieter die beste Wahl sein, der bei der Gesamtnote nicht ganz vorne liegt. Die Auswahl des passenden Depots hängt daher auch davon ab, was Ihnen beim Wertpapierhandel wichtig ist.
Neobroker: Wenn Sie vor allem auf die Kosten schauen
Sie können auf persönliche Beratung verzichten und suchen einen Broker, der sich ohne viel Schnickschnack aufs Wesentliche konzentriert? Neobroker bieten schlanke, kostengünstige Lösungen für den Handel mit Wertpapieren und sind besonders für Anlegerinnen und Anleger interessant, die ihre Finanzen digital verwalten und selbst in die Hand nehmen möchten. Die Kosten für ein Depot oder für Transaktionen sind häufig niedriger als bei traditionellen Banken oder Direktbanken – meist sogar kostenlos.
Im Gegensatz zu Direktbanken haben die jungen Finanzfirmen aber oft keine zusätzlichen Bankprodukte wie ein Girokonto oder Konto fürs Tagesgeld. Ausnahme ist Trade Republic. Der Neobroker bietet mittlerweile ein Girokonto und zahlt sogar Zinsen in Höhe des EZB-Einlagenzinses darauf. Dennoch liegt der Fokus der Neobroker auf dem Wertpapierhandel. Dieser findet in der Regel über eine App statt. Auf den Komfort einer Filiale mit persönlicher Beratung müssen Sie daher verzichten. Der Kundenservice ist in der Regel per Telefon, E-Mail oder Chat erreichbar, doch die Kommunikationsmöglichkeiten sind oft begrenzt.
Als Testsieger stechen vor allem die beiden Anbieter Traders Place und Smartbroker+ heraus. Beide überzeugen mit sehr günstigen Konditionen, einem breiten Produktangebot und einer großen Zahl an Handelsplätzen.
Am anderen Ende der Bewertungsskala befindet sich der Anbieter Joe Broker (Gesamtnote 3,07), der zwar bei den Kosten gut abschneidet – jedoch weniger gut bei Produktauswahl, Kundenservice oder den Handelsmöglichkeiten.
Online-Broker: Wenn Sie häufig handeln möchten
Ähnlich wie Neobroker konzentrieren sich auch klassische Online-Broker vor allem auf den Handel mit Wertpapieren. Andere Bankleistungen gibt es dort selten. Im Unterschied zu Neobrokern wenden sich Online-Broker aber noch stärker an Anlegerinnen und Anleger, die Wertpapiere aktiv handeln möchten. In der Regel gibt es daher dort auch eine größere Anzahl an Handelsplätzen als bei Neobrokern.
In unserem Test schneidet Trading 212 unter den Online-Brokern am besten ab. Der Broker ist eine gute Wahl für Anlegerinnen und Anleger, die bei der Geldanlage vor allem Wert auf den kostenlosen Handel mit Aktien, ETFs und Derivaten legen. Das Unternehmen weist zahlreiche positive Kundenmeinungen auf und auch die App wird gut bewertet. Allerdings können Kundinnen und Kunden den Service nur per Mail und Chat kontaktieren. Fonds, Anleihen und Krypto-Coins hat Trading 212 nicht im Angebot. Eine gute Gesamtnote erreicht auch der Online-Broker Flatex. Dahinter folgen Maxblue – der Online-Broker der Deutschen Bank –, der S-Broker der Sparkassen und der Geno-Broker der Volks- und Raiffeisenbanken (siehe Tabelle).
Quelle: Biallo Depottest 2026, Stand: Oktober 2025
Direktbanken: Wenn Sie das Komplettpaket wollen
Wenn Sie Ihr Depot selbst managen und auch keine Bankfiliale brauchen, kann auch eine Direktbank das Richtige für Sie sein. Ähnlich wie bei Filialbanken erhalten Sie bei einer Direktbank alles aus einer Hand: So können Sie neben dem Wertpapierdepot auch Girokonten, Tages- und Festgeldkonten eröffnen.
In diesem Punkt unterscheiden sich Direktbanken von den meisten Neobrokern und Online-Brokern. Ihre Bankgeschäfte erledigen jedoch auch die Kundinnen und Kunden einer Direktbank online via Computer oder Smartphone. Auf eine persönliche Beratung verzichten Sie bei diesen Finanzinstituten ebenfalls. Hilfe erhalten Sie nur telefonisch, per E-Mail oder Kontaktformular.
Durch das fehlende Filialnetz sparen Direktbanken Geld, was zu günstigen Gebühren für Verbraucher führt. Dadurch sind die Kosten für ein Depot bei einer Direktbank oder einem Online-Broker oft niedriger als bei einer Filialbank – jedoch meist höher als bei den Neobrokern. Die Auswahl an Direktbanken ist groß. Wir haben die bekanntesten von ihnen getestet, darunter namhafte Anbieter wie ING, DKB oder Comdirect (siehe Tabelle).
Quelle: Biallo Depottest 2026, Stand: Oktober 2025
Unser Testsieger bei den Direktbanken: die ING. Sie schneidet vor allem bei Kosten und beim Service gut ab. Wer neben dem Depot auch ein Girokonto, Tages- und Festgeld sowie Kredite oder Baufinanzierungen sucht, ist bei Deutschlands größter Direktbank gut aufgehoben. Im Vergleich zum vergangenen Test stark aufgeholt hat N26. Die Bank bietet mittlerweile den Wertpapierhandel komplett kostenlos an und erzielt bei den Kosten daher auch eine 5-Punkte-Bewertung.
Filialbanken: Wenn Sie einen Ansprechpartner schätzen
Beim Thema Kosten können Filialbanken mit Neobrokern, Direktbanken oder Online-Brokern oft nicht mithalten. Dafür punkten sie beim Service. Die von uns untersuchten Filialbanken sind daher vor allem für jene Anlegerinnen und Anleger eine gute Wahl, die ihre Wertpapiere gerne online kaufen, aber auch Wert auf einen persönlichen Ansprechpartner legen, der ihnen gelegentlich einen Rat geben kann. Für dieses "Hybrid-Modell" nehmen sie gerne höhere Kosten für ihre Wertpapiergeschäfte in Kauf.
Beim Service schneiden die Filialbanken in unserem Test meist gut ab (siehe Tabelle). Ganz vorne liegt die HypoVereinsbank. Sie bietet alle Kontaktmöglichkeiten und wird von Nutzern auf der Bewertungsplattform Trustpilot und in den App-Stores gut beurteilt.
Quelle: Biallo Depottest 2026, Stand: Oktober 2025
Beim Produktangebot dagegen sind die Test-Noten ausbaufähig. Die Filialbanken bieten zwar alle eine große Auswahl an handelbaren Wertpapieren. Zu wünschen übrig lässt jedoch oft die Anzahl kostenloser Sparpläne – sei es bei Aktien, ETFs oder Fonds.
Unser Testsieger in der Kategorie "Filialbanken": die HypoVereinsbank. Sie ist über alle Kanäle hinweg erreichbar und wird von ihren Kundinnen und Kunden online gut bewertet. Sie hat neben Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen und Krypto-ETPs auch Derivate im Angebot. Der Kauf einer Aktie im Wert von 1.000 Euro schlägt mit 8,90 Euro zu Buche, die Ausführung eines ETF-Sparplans über 100 Euro mit 1,50 Euro.
Fazit: So finden Sie das richtige Depot
Wer die Wahl hat, hat die Qual: Das gilt auch für die Auswahl des passenden Wertpapier-Depots. Die Zahl an Banken und Brokern, die den Handel mit Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen oder Kryptowährungen ermöglichen, ist mittlerweile riesig. In unserem Depottest haben wir die Depots von 22 Anbietern unter die Lupe genommen und bewertet. Das soll Ihnen die Entscheidung für das passende Depot erleichtern.
Bevor Sie Ihre Wahl treffen, sollten Sie sich aber Gedanken darüber machen, was Ihnen beim Depot wichtig ist. Geht es Ihnen vor allem um die Kosten – etwa beim Kauf von ETFs oder einzelner Aktien – und nehmen Sie Ihre Wertpapiergeschäfte gerne selbst in die Hand, dann dürfte ein Neobroker die richtige Wahl sein. Auch wer für den Vermögensaufbau einfach und ohne Gebühren einen ETF-Sparplan anlegen will, ist dort meist richtig.
Das geht allerdings auch bei einigen Direktbanken sehr günstig. Dort bekommen Sie neben dem Depot noch andere Bankdienstleistungen. Legen Sie zudem Wert auf einen persönlichen Ansprechpartner, dann ist vielleicht doch die Filialbank die bessere Alternative.
Depottest hilft bei der Auswahl
Innerhalb der Bankengruppen können Sie sich dann einen guten Anbieter aus unserem Depottest aussuchen. Bei den Neobrokern haben Traders Place und Smartbroker+ die Nase vorne. Sie schneiden bei den Kosten sehr gut ab und bieten das beste Gesamtpaket. Wer allerdings auf eine große Anzahl an Fonds (-Sparplänen) und physischen Kryptos verzichten kann, ist auch bei Scalable Capital oder Finanzen.net Zero gut aufgehoben. Und wer nicht unbedingt Wert auf das Besparen einzelner Aktien legt, für den kann auch der Online-Broker Flatex eine gute Wahl sein.
Bei den Online-Brokern ist Trading 212 der Testsieger. Auch dort können Sie die beliebtesten Wertpapiere kostengünstig handeln. Bei den Direktbanken liegt die ING vorne. Dort finden Sie ein gutes Produktangebot – auch bei kostenlosen ETF-Sparplänen. Außerdem haben Sie bei der Direktbank die gesamte Palette an Bankdienstleistungen zur Verfügung.
Wenn Sie bereits ein Depot haben und den Anbieter wechseln möchten, nutzen Sie am besten den Wechselservice des neuen Anbieters. Die meisten Broker bieten diesen Depotübertrag mittlerweile an. Vorab sollten Sie aber prüfen, ob Sie beim neuen Anbieter auch die Wertpapiere handeln können, die Sie künftig kaufen oder verkaufen möchten. Der Depotwechsel muss kostenlos stattfinden – und er sollte nach Empfehlung der Finanzaufsicht Bafin nicht länger als drei Monate dauern.
Wir haben eine breite Auswahl an Brokern unter die Lupe genommen, um Ihnen eine gute Übersicht über die verschiedenen Anbieter auf dem Markt zu geben. Dazu gehören sowohl etablierte Filial- und Direktbanken als auch Online- und Neobroker, die sich durch digitale und besonders kostengünstige Angebote auszeichnen.
Wie wurden die Kategorien ausgewählt?
Bei der Auswahl der getesteten Kategorien haben wir uns auf die Aspekte konzentriert, die aus unserer Sicht für die meisten Anlegerinnen und Anleger wichtig sind: eine breite Produktpalette, niedrige Kosten, guter Kundenservice und vielfältige Handelsmöglichkeiten. Diese Kategorien decken die wesentlichen Kriterien ab, die Anleger bei der Wahl eines Brokers berücksichtigen sollten. Die Gewichtung der Hauptkategorien:
Kosten – 40 Prozent
Auswahl an Produkten – 35 Prozent
Kundenservice – 10 Prozent
Anzahl der Handelsplätze – 5 Prozent
Mindestsparrate bei ETFs – 5 Prozent
Transparenz – 5 Prozent
Aus den gewichteten Punktzahlen der Hauptkategorien ergibt sich die Gesamtpunktzahl.
Darüber hinaus haben wir zusätzliche Kriterien abgefragt, die zwar keinen Einfluss auf die Gesamtbewertung haben, Anlegern aber nützliche Informationen liefern. Zum Beispiel, ob Auszahlpläne oder Kinderdepots angeboten werden. Wie die Anbieter dabei jeweils abschneiden, finden Sie in unserer Gesamtübersicht zum Depottest.
Wie werden die Unterkategorien bewertet?
Die Bewertung der Unterkategorien soll eine faire und vergleichbare Einstufung ermöglichen. Konkret bedeutet das: Wir haben die Ergebnisse in fünf gleich große Gruppen (sogenannte Quantile) eingeteilt. Die besten 20 Prozent erhalten fünf Sterne, die nächsten 20 Prozent vier Sterne – und so weiter. Die schwächsten 20 Prozent erhalten einen Stern.
Dieses Verfahren sorgt dafür, dass die Bewertung objektiv bleibt und extreme Ausreißer keinen übermäßigen Einfluss haben. Anschließend wurde das Ergebnis qualitativ überprüft. In Einzelfällen haben wir Anpassungen vorgenommen, wenn eine abweichende Bewertung aus Verbrauchersicht sinnvoll erschien.
Was hat es mit den Bonuspunkten auf sich?
Anbieter, die auf dem Verrechnungskonto Guthaben verzinsen, erhalten einen Bonus von 0,1 Punkten auf die Gesamtnote. Die genaue Höhe der Verzinsung fließt nicht in die Bewertung ein, da sich die Zinsen am Markt zu schnell verändern. Der Bonus soll zeigen, dass ein Anbieter grundsätzlich attraktive Konditionen für das Verrechnungskonto bietet.
Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 5.000 €, Anlagedauer: 12 Monate, Sicherheit: . Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
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