Digitale Vermögensverwaltung

VTB Invest: "Niedrigzinsen zwingen Sparer zum Umdenken"

Update: 24.02.2020
Kerstin Weinzierl
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Auf einen Blick
  • Vor einem Jahr erweiterte die VTB Direktbank ihre Produktpalette mit VTB Invest – einem neuen digitalen Vermögensverwalter.

  • Mit ihrem Festgeld hat sich die VTB Direktbank über viele Jahre hinweg einen guten Namen erarbeitet.

  • Wie der Robo-Neuling es schaffen will, dass Kunden konservativen Sparprodukten den Rücken kehren, erklärt VTB-Chef Patrick Lehnert im Interview mit biallo.de.
Die VTB Bank bietet Renditejägern nicht nur Tages- und Festgeld, sondern auch Investments auf ETF-Basis.
hywards / shutterstock.com

Neben anderen führenden Banken, gibt nun auch die VTB Direktbank Renditesuchern seit Januar 2019 eine Antwort auf die anhaltende Niedrigzinsphase. Mit der digitalen Vermögensverwaltung VTB Invest will das Geldhaus seinen Kunden einen einfachen und bequemen Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen. Patrick Lehnert, Geschäftsführer der VTB Direktbank und verantwortlich für VTB Invest, gibt Einblicke in den jungen Robo-Advisor.

Herr Lehnert, im Januar 2019 startete die VTB Direktbank ihre digitale Vermögensverwaltung VTB Invest. Nicht einfach, denn das Börsenjahr 2018 endete bekanntlich recht turbulent. Wie blicken Sie auf diese Zeit zurück?

Patrick Lehnert: Einen Grund zur Sorge gaben uns die Entwicklungen an den Märkten Ende 2018 nicht. Einerseits, weil wir unsere ETF-Portfolios als Mittel zum langfristigen Vermögensaufbau verstehen und kurzweilige Turbulenzen kaum Einfluss auf die langfristig erwartete Wertentwicklung einer Anlage haben. Andererseits, weil schwächelnde Märkte einen guten Einstiegspunkt in den Kapitalmarkt bieten.

Genau das kam uns zum Start von VTB Invest zugute: Über das Jahr hinweg entwickelten sich die Portfolios aller Risikostufen ausgezeichnet, sodass wir nach zwölf Monaten am Markt – entgegen aller Erwartungen – Renditen von bis zu 27,53 Prozent nach Kosten verzeichnen konnten.

In welche Anlageklassen investieren Ihre Kunden mit VTB Invest?

Lehnert: In Aktien und Anleihen. Dabei investieren wir nicht in Einzelwerte, sondern ausschließlich in ETFs.

Dadurch, dass ETFs in eine Vielzahl von Unternehmen und Staaten investieren, sind sie resistenter gegenüber Schwankungen und zudem kostengünstiger als aktiv verwaltete Fonds.

Inwiefern unterscheidet sich Ihr Robo-Advisor von anderen Anbietern? Mit anderen Worten: Mit welchen Merkmalen hebt sich VTB Invest gegenüber den deutschen Wettbewerbern ab?

Lehnert: Wir haben mit VTB Invest eine Lösung entwickelt, die Kunden einen einfachen Zugang zum Kapitalmarkt bieten soll. Unser Steuerungsansatz ist konservativ.

Das heißt: Wir stellen global diversifizierte Portfolios zusammen, die recht robust gegenüber den Schwankungen einzelner Märkte sind. Das erlaubt uns, nur bei starken Marktverschiebungen einzugreifen und Anpassungen vorzunehmen.

Durch regelmäßiges Rebalancing stellen wir darüber hinaus sicher, dass das Portfolio eines Kunden stets in der von ihm gewählten Risikoklasse bleibt. Dieser Ansatz reduziert Transaktionskosten und ist aus unserer Sicht langfristig am erfolgversprechendsten. Wir versuchen mit unserem Ansatz nicht, den Markt zu schlagen – das gelingt ohnehin kaum jemandem auf Dauer. Stattdessen bieten wir eine kostengünstige und einfache Möglichkeit, an den Entwicklungen der Kapitalmärkte teilzuhaben und von den damit verbundenen langfristigen Renditechancen zu profitieren.

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Welche Performance können Sie als sogenannter Newcomer Ihren Anlegern in Aussicht stellen?

Lehnert: Anders als bei Tages- und Festgeldanlagen können wir mit VTB Invest natürlich keine spezielle Performance versprechen: Wie bei jedem anderen vergleichbaren Anbieter hängt die Entwicklung unserer Portfolios von den Entwicklungen der Märkte ab. Es gibt Jahre wie 2019, die uns hervorragende Renditen bringen, aber auch Jahre wie das von der Finanzkrise geprägte 2009, in denen die Märkte deutlich in der Abwärtsbewegung sind. Blickt man auf die Entwicklungen von Vergleichsindizes, lag die durchschnittliche Rendite pro Jahr in den vergangenen 30 Jahren über alle Risikostufen hinweg um die 5,5 Prozent. Das zeigt: Wer Zeit hat, Krisen und Schwankungen auszusitzen, konnte in der Vergangenheit gute Renditen an den Kapitalmärkten erzielen. Wir glauben, dass das auch für die Zukunft gilt.

Aber nicht nur Zeit, sondern auch die Risikofreudigkeit des Anlegers ist einer der wichtigsten Faktoren für gute Gewinne. Lassen sich damit konservative Renditesucher aus dem Tages- und Festgeldumfeld überzeugen?

Lehnert: Die anhaltende Niedrigzinsphase zwingt selbst den konservativsten Sparer zum Umdenken. Wer sein Geld langfristig vor dem Wertverlust aufgrund der Inflation schützen möchte, muss mittlerweile bereit sein, ein gewisses Maß an Risiko zu akzeptieren.

Wir bemerken, dass immer mehr Menschen anfangen, sich mit der Anlage an den Kapitalmärkten zu befassen. Vielen fehlt es jedoch an Zeit, um sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und als Selbstentscheider ein individuelles Portfolio zu erstellen, das der eigenen Risikoneigung entspricht. Genau diesen Anlegern bieten wir mit VTB Invest eine Hilfestellung. Für besonders risikoaverse Kunden bieten wir Portfolios mit einem höheren Anleihenanteil an. Innerhalb des Antragsprozesses kann jeder Kunde für sich entscheiden, wie viel Risiko er für die Chance auf eine höhere Rendite eingehen möchte.

Das Beratungsunternehmen Oliver Wyman prognostiziert, dass das von Robos verwaltete Kundenvermögen im laufenden Jahr erstmals die Marke von zehn Milliarden Euro knacken wird. Für 2021 werden hierzulande bis zu 20 Milliarden Euro erwartet. Was sind Ihre Ziele für die nächsten drei Jahre?

Lehnert: Auch wir glauben an einen wachsenden Markt. Unser Ziel besteht darin, einen Beitrag zu leisten, um den deutschen Anlegern eine kostengünstige, renditeträchtige und einfache Möglichkeit zu geben, langfristig Vermögen zu erhalten und aufzubauen. Gemäß unserer Kommunikationspolitik geben wir keine konkreten Wachstumsziele für VTB Invest bekannt.

Werden Sie in naher Zukunft auch die Einrichtung von Kinderdepots ermöglichen?

Lehnert: Das ist durchaus denkbar, zumal vor allem für das Sparen für Kinder Produkte dieser Art sinnvoll sind. Der lange Anlagehorizont ermöglicht, dass man ein entsprechend hohes Risiko in Kauf nehmen, Krisen aussitzen und entsprechend von den langfristig hohen Renditechancen profitieren kann.

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Immer mehr Anleger möchten, dass ihr Geld Positives bewirkt. Werden Sie dahingehend mit nachhaltigen Anlagen Ihr Portfolio erweitern?

Lehnert: Derzeit bieten wir noch keine Nachhaltigkeitsportfolios an, wobei auch wir daran glauben, dass dieser Trend anhält und wir ihn unterstützen möchten. Mittelfristig werden wir das Produkt daher sicher in diese Richtung weiterentwickeln.

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Zudem verstärken Robos ihr B2B-Geschäft. Spielen White-Label-Kooperationen für VTB Invest künftig eine Rolle?

Lehnert: Wir als Bank halten die Augen offen, wenn es um innovative Lösungen geht und sind natürlich bereit, unsere Produkte und Services auch in Zusammenarbeit mit Technologiepartnern und deren White-Label-Lösungen zu verbessern. Wir selbst fokussieren uns mit VTB Invest derzeit auf den B2C-Bereich, wobei wir künftige Kooperationen mit anderen Anbietern nicht ausschließen.

Biallo-Tipp

Wir haben mit unserem Beitrag Ihr Interesse für die digitale Vermögensverwaltung mit einem  Robo-Advisor geweckt? Wie sich die Anlage-Roboter aktuell schlagen, können Sie in unserem  Performance-Vergleich nachlesen. Nutzen Sie aber auch unseren Chatbot und finden Sie heraus, welcher Robo am besten zu Ihren Ansprüchen passt.



  Kerstin Weinzierl


 

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