Robo-Advisor: Aktives oder passives Risikomanagement?

Geldanlage Robo-Advisor: Aktives oder passives Risikomanagement?

Peter Rensch
von Peter Rensch
05.10.2018
Auf einen Blick
  • Robo-Advisor setzen gewöhnlich auf passive Investmentprodukte, hauptsächlich ETFs. Es gibt aber auch Anbieter, die ausschließlich in aktive Fonds oder Einzelaktien investieren.

  • Auch bei der Risikosteuerung gibt es zwei unterschiedliche Ansätze: Die einen betreiben passives Risikomanagement, die anderen steuern das Risiko aktiv, indem sie zum Beispiel das jeweilige Marktrisiko in die Investmententscheidung einfließen lassen.

  • Welche Methode erfolgreicher ist, darüber wird in Expertenkreisen heftig gestritten. Fakt ist: Sowohl mit einem passiven als auch einem aktiven Risikomanagement können Anlager langfristig gute Renditen erzielen.
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Die automatisierte und digitalisierte Anlageberatung basiert größtenteils auf Basis-Modellen, mit denen die Portfoliostruktur des Kunden festgelegt und dauerhart kontrolliert werden kann. Unter Berücksichtigung Ihrer Angaben zu Risikoeinstufung, Anlagehorizont, Renditewünschen etc. werden Anlageempfehlungen erstellt und auf Ihren Wunsch hin umgesetzt. Die Mehrheit der Robo-Advisor investiert in passive Produkte, also in ETFs oder Indexfonds. Manche Anbieter verwenden auch aktive Fonds, die keinen Index nachbilden, sondern bei denen der Fondsmanager die Auswahl der Titel im Portfolio trifft.

Grundsätzlich sind sich Experten uneinig darüber, welche Methode erfolgreicher ist. Fakt ist: Mit Indexfonds lässt sich keine Outperformance erzielen. Auf der anderen Seite schaffen es nur wenige aktive Fonds, den Gesamtmarkt zu schlagen. Der Erfolg von Letzteren hängt immer auch von der Qualität des jeweiligen Fondsmanagers ab, während ETFs die Entwicklung eines Index nahezu eins zu eins abbilden.

Neben diesen unterschiedlichen Ansätzen bei den Investmentprodukten gibt es auch beim Risikomanagement der Robo-Advisor eine passive und aktive Variante. Doch wie genau unterscheiden sich diese zwei Arten des Risikomanagements und welche Vor- und Nachteile weisen sie auf?

Aktives (oder auch dynamisches) Risikomanagement

Biallo-Lesetipp

Günstige Kosten, satte Renditen. Das versprechen sogenannte Robo-Advisor. Wie die digitalen Vermögensverwalter genau funktionieren, lesen Sie in unserem Ratgeber Robo-Advisor.

Bei dieser Strategie handelt der Robo-Advisor flexibel und führt je nach Marktlage eine Umschichtung der Assetklassen durch, indem er das jeweilige Marktrisiko in die Investmententscheidung einfließen lässt. Ein gängiges Maß für die Risikodefinierung ist der sogenannte Value at Risk (VaR), den etwa die Robo-Advisor Scalable und Robin verwenden.

Der mathematische Wert beziffert das Verlustrisiko des Portfolios. Ein VaR von 25 Prozent bedeutet beispielsweise, dass das Portfolio in einem Zeitraum von einem Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent (also in 19 von 20 Jahren) nicht mehr als 25 Prozent an Wert verliert. Einfacher ausgedrückt: Der Anleger ist bereit, einmal in 20 Jahren einen Wertrückgang von mehr als 25 Prozent zu akzeptieren.

Robo-Advisor Whitebox legt den sogenannten Conditional Value at Risk (CVaR) zugrunde, eine Weiterentwicklung des VaR. Der CVaR gibt neben der Verlustwahrscheinlichkeit auch die erwartete Verlusthöhe an, wenn das Portfolio den VaR-Wert überschreiten sollte.

Kritiker monieren den theoretischen Ansatz der VaR-Strategie. Hauptkritikpunkt: Das Verlustrisiko lasse sich nicht durch eine Kennzahl definieren. Scalable-Gründer und Geschäftsführer Erik Podzuweit kann die Kritik zum Teil nachvollziehen: "Am Finanzmarkt weiß man nie etwas mit Bestimmtheit. Wer Ihnen hier verspricht, ich habe einen Algorithmus, der die perfekte Glaskugel ist, dann nehmen Sie am besten die Beine in die Hand und laufen", so Podzuweit. "Man kann die Lage aber immer mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit einschätzen und darum geht es. Das bedeutet nicht, dass man an jedem Tag, in jeder Woche oder in jedem Jahr richtig liegt, aber à la longue lässt sich durch so ein Verfahren über mehrere Jahre ein Vorteil herausarbeiten."

Mit Hilfe von finanztechnischen Berechnungen verändert ein auf einem Algorithmus basierendes Programm die Portfoliozusammensetzung, um die Ziele der Anlagestrategie des Kunden zu garantieren und Risiken zu minimieren. Der Algorithmus unterbreitet Vorschläge für eine mögliche Umschichtung. Je nach Anbieter werden Finanzexperten dazwischen geschaltet, die die Umschichtungs-Vorschläge der Software prüfen, eventuell korrigieren und anschließend freigeben.

Bei einigen Robo-Advisorn erfolgt die Umschichtung des Portfolios automatisiert, bei anderen wird per Hand umgeschichtet. Hierbei unterscheiden sich die Ansätze untereinander und auch die Anzahl der Umschichtungen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de