Auf einen Blick
  • Mit aktiv gemanagten nachhaltigen Aktienfonds können Anleger besser festlegen, wohin ihr Geld fließt.

  • Die Renditen von nachhaltigen Fonds sind oft besser als die herkömmlicher Fonds.

  • Biallo.de erklärt, was bei der Auswahl hilft und nennt die Testsieger.
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Nachhaltige Aktienfonds gehören zu den neuen Lieblingen der Anleger in Deutschland. Ständig kommen neue Fonds auf dem Markt, in denen die Aspekte Umweltschutz, Soziales und gute Unternehmensführung eine besondere Rolle spielen sollen. Und täglich stecken Anleger Millionen in die neuen Produkte, weil sie nicht nur gut verdienen, sondern dabei auch ein gutes Gewissen haben wollen. Ihre Motive: „eine bessere Welt für meine Kinder und Enkel“ hinterlassen, den „Klimawandel stoppen“ und „fairen Konsum unterstützen“. Das gaben zumindest knapp 40 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts Puls für die Quirin-Privatbank an. Doch was muss ich bei der Auswahl und beim Kauf solcher Fonds beachten? Biallo.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

 

Woran erkenne ich nachhaltige Fonds?

Die drei Buchstaben kennen Sie vermutlich schon: Das Kürzel ESG steht für nachhaltige Geldanlage, E für für environmental (Umwelt), S für social (Soziales) und G für governance (gute Unternehmensführung). Dabei geht es also nicht nur um die Klimarettung und den Schutz des Planeten, sondern auch zum Beispiel um Menschenrechte oder die Frage, ob ein Unternehmen Kinderarbeit duldet. Taucht die Buchstabenkombination im Namen der Fonds auf, firmiert der Fonds als nachhaltig. Auch das Wort „nachhaltig” oder „Öko”, „Green”, „responsible”, „Ethik”, „Impact”, „sustainable” findet sich oft im Namen solcher Fonds.

Übrigens: Ab dem 2. August müssen Anlageberater ihre Kunden fragen, ob sie ihr Geld auch in nachhaltige Produkte stecken wollen. Das schreibt eine neue EU-Richtlinie vor.

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Was sollte ich mir vor einem Investment in nachhaltige Fonds überlegen?

Es ist hilfreich, wenn Sie sich am Anfang eine grundsätzliche Frage stellen: In was will ich eigentlich investieren? Reicht mir das zu wissen, keine Anbieter von Streubomben, keine Kinderarbeit zu unterstützen und nicht in fossile Energieträger Geld anzulegen? Oder will ich etwas Bestimmtes verbessern? Und welche Kompromisse bin ich bereit einzugehen? Antje Biber, Leiterin des Kompetenzzentrums Nachhaltigkeit der Feri-Gruppe, eines Vermögensverwalters für vermögende Kunden, rät, sich die gerade die als nachhaltig ausgewiesenen Fonds genau anzuschauen: Leider gebe es noch immer „viele Produktanbieter, die den Nachhaltigkeitsansatz als reines Marketinginstrument sehen“. Sie empfiehlt sich zu überlegen, „wie man seiner Geldanlage einen Sinn geben kann, um das zu unterstützen, was einem wichtig ist“

 

Warum sind gemanagte Fonds für nachhaltig orientierte Anleger oft geeigneter als ETFs?

Bei dieser Frage geht es nicht nur um die Kosten. Klar, beim Kauf der gemanagten Fonds müssen Sie oft einen Ausgabeaufschlag zahlen, selbst wenn es einen Rabatt gibt. Die Kaufkosten sind somit deutlich höher als beim Kauf von ETFs. Hinzu kommen bei gemanagten Fonds die Verwaltungsgebühren von meist 1,5 bis zwei Prozent des Anlagevolumens pro Jahr. Das mindert die Rendite. Wenn Sie trotzdem auf die in der Regel teureren Fonds setzen, hat das für Sie einen großen Vorteil: Sie können einen nachhaltigen Fonds bewusst auswählen, bei dem Sie das Gefühl haben: Ja, das passt zu dem, was ich will.

Bei den (deutlich günstigeren) Indexfonds, die als nachhaltig deklariert sind, wird das schon schwieriger: Solche ETFs nutzen oft den „Best-in-class“-Ansatz. Sie bilden einen Index ab, in dem die Unternehmen aus einer Branche enthalten sind, die im Vergleich zur Konkurrenz in Sachen Nachhaltigkeit besonders fortgeschritten sind. Auf diesem Weg können allerdings sogar Aktien der Ölindustrie im Depot landen. Lediglich bestimmte, besonders umstrittene Branchen werden ausgeschlossen, wie die Waffen-, Glücksspiel-, Alkohol- und Tabakindustrie. 

„Bei den Indexfonds werden eben nicht bewusst Aktien von bestimmten Unternehmen ausgewählt, die aufgrund ihres nachhaltigen Geschäftsmodells einmal die Zukunft bewegen können", kritisiert Experte Hedrich. Auch das Risiko lässt sich mit einem als nachhaltig deklarierten ETF weniger streuen, weil diese die Kurse von weniger Aktien als ein normaler ETF nachbilden.

 

Wer hilft mir bei der Auswahl der nachhaltigen Fonds?

Wenn Ihnen einigermaßen klar ist, was Sie wollen oder zumindest auf keinen Fall wollen, können Sie zielgerichteter suchen. Dabei helfen:

Für die nachfolgende Biallo-Tabelle hat Experte Werner Hedrich, Deutschlandchef des auf nachhaltige Geldanlagen spezialisierten Vermögensverwalters Globalance Invest, mehrere international anlegende aktiv gemanagte Aktienfonds ausgewählt. Sie zeigt die Wertentwicklung der Fonds, aber auch wie nachhaltig der Fonds ist.

Name des Fonds / ISIN Laufende Kosten jährlich
Wertentwicklung jährlich in Prozent 1 Jahr / 3 Jahre
Rating für Nachhaltigkeit von Morningstar
 Globalance Footprint  Klimaerwärmungs-potential in Grad
BMO Responsible Global Equity A Inc EUR / LU0234759529 1,79 30,93 / 16,50 5
64,00 3,10
DPAM INVEST B Equities Europe Sust F Cap / BE0948492260 0,91 29,99 / 17,18 4
69,00 3,90
D&R Globalance Zukunftbeweger Aktien P / DE000A2DHT41 1,50 29,66 / 15,69 4
67,00 2,20
terrAssisi Aktien I AMI P a / DE0009847343 1,44 29,22 / 14,23 5
64,00 2,60
ÖkoWorld ÖkoVision Classic A / LU0551476806 2,32 31,38 / 13,19 4
61,00 3,10
Deka-Nachhaltigkeit Aktien CF (A) / LU0703710904 1,52 29,84 / 13,85 4
59,00 3,20
GLS Bank Aktienfonds A / DE000A1W2CK8 1,48 27,98 / 15,60 4
64,00 2,70
DWS Invest SDG Global Equities LD / LU1891311430 1,58 25,36 / -
4
61,00 2,60
Triodos Global Equities Impact EUR R Acc / LU0278271951 1,55 22,03 / 11,84 4
61,00 3,50

Quellen: Morningstar, Globalance. Stand: 17.09.2021. Morningstar-Rating von 1 (schlecht) bis 5 (gut). Globalance Footprint von 0 bis 100 Punkte. Globalance Klimaerwärmungspotential: So tragen die Unternehmen in den Fonds langfristig zur Klimaerwärmung bei von 1,3 bis 10 Grad laut www.globalanceworld.com.

Biallo-Tipp:

Angenommen, Sie haben schon bei einer bestimmten Bank ein Wertpapierdepot eingerichtet: Dann kann es passieren, dass Sie ausgerechnet den Fonds, den Sie vorher mühsam unter den mehr oder weniger nachhaltigen Angeboten ausgesucht haben, dort nicht bekommen. Oder dieser Fonds ist für einen Sparplan gar nicht im Angebot. Diesen Ärger können Sie sich ersparen, indem Sie vorher schon mal schauen, was bei Ihrer Depotbank geht oder nicht geht – und welche Fonds vielleicht sogar ohne oder mit nur sehr geringen Kaufgebühren im Angebot sind.
 

Welche nachhaltigen Aktienfonds schneiden in Tests besonders gut ab?

Die Stiftung Warentest hat im September 2021 einen Testbericht veröffentlicht. Darin schneiden bei der Nachhaltigkeitsbewertung mit fünf von fünf möglichen Punkten am besten ab, der

Das auf nachhaltige Geldanlage spezialisierte Internet-Portal Ecoreporter zählt wie die Stiftung Warentest den Ökovision unter den großen nachhaltigen Aktienfonds ebenfalls zu seinen Fondsfavoriten. Beste Nachhaltigkeitsnoten erhalten hier außerdem der

Attraktive Zinsen für Groß und Klein

Sie sind in puncto Geldanlage wenig börsenaffin, eher der sicherheitsbewusste Mensch? Dann hat die niederländische Yapi Kredi Bank für Ihr Erspartes die ideale Lösung: das Euro-Plus Festgeldkonto mit bis zu 1,80 Prozent Zinsen, das Sie auch für Ihren Nachwuchs als Kindersparkonto eröffnen können.  Jetzt: Ihr Geld sicher anlegen!
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Warum habe ich bei nachhaltigen Fonds meist eine bessere Rendite?

Wer nachhaltig anlegt, muss nicht auf Rendite verzichten. Schon 2015 durchforsteten Ökonomen mehr als 2.000 Studien in Sachen nachhaltige Geldanlage. Das Ergebnis: 90 Prozent der Untersuchungen ergaben, dass die ESG-Kriterien sich nicht oder sogar positiv auf die Rendite auswirken. Laut dem Analysehaus Scope brachten international anlegende Fonds mit einer nachhaltigen Strategie in den vergangenen zehn Jahren jährlich ein Renditeplus von einem halben Prozentpunkt. Das klingt nicht nach viel, kann sich aber bei einem über Jahrzehnte laufenden Fondssparplan auf mehrere Tausend Euro summieren. 

Die Experten von Scope fanden auch heraus, dass nachhaltige Aktienfonds im ersten Quartal 2020, also am Anfang der Corona-Krise, geringere maximale Verluste erlitten als konventionelle Aktienfonds. Börsenexperten begründen dies so: Wer nachhaltig investiert, trägt auch ein geringeres Risiko, weil das Geld in Unternehmen mit neuen, zukunftsweisenden Technologien fließt. Expertin Biber sagt: „Unternehmen, die zum Beispiel an der Umweltzerstörung beteiligt sind, haben ein Reputationsproblem, das schadet dem Aktienkurs. Firmen, die immer noch auf die Kohle als Energieträger setzen, sind für die Zukunft schlecht aufgestellt. Wer nachhaltig am Aktienmarkt investiert, reduziert damit letztlich auch seine Risiken.“ Man könnte also auch sagen: Die Zukunft des Planeten bei der Geldanlage zu berücksichtigen, lohnt sich.

 

Welches Risiko gibt es bei nachhaltigen Fonds?

Gute Renditen in der Vergangenheit sind nie eine Garantie dafür, dass es auch in Zukunft gut läuft. Je länger regelmäßig in Aktienfonds angespart wird, desto geringer ist jedoch die Gefahr, beim Ausstieg Verluste zu haben. Außerdem ist kein Sparer gezwungen, seine Fondsanteile in einer schlechten Börsenzeit zu verkaufen. Diese Grundregel gilt auch für nachhaltige Fonds. Das höchste Risiko haben bestimmt nachhaltige Themenfonds. Diese bilden einen spezielleren Aktienindex nach, oft mit Unternehmen, die im Bereich erneuerbare Energien tätig sind. Bei solchen Fonds schwanken die Kurse stärker und das Risiko, Geld zu verlieren, ist höher. Dafür sind höhere Renditen möglich. Wem hingegen nachhaltige Aktienfonds generell zu riskant sind, kann als Alternative zu nachhaltigen Rentenfonds greifen.

In einem weiteren Ratgeber auf biallo.de erfahren Sie, woran Sie einen nachhaltigen ETF erkennen. Auch mit Ihrem Girokonto können Sie auf Nachhaltigkeit setzen, beispielsweise mit dem Tomorrow Bankkonto.


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Über den Autor Thomas Öchsner

Thomas Öchsner, 59, ist seit 1991 Wirtschaftsjournalist. Bei der Münchner Abendzeitung hat er als stellvertretender Ressortleiter für das Ressort „Geld“ gearbeitet. 1999 wechselte er zur Süddeutschen Zeitung. Dort war er zunächst Redakteur für Finanzen in der Wirtschaftsredaktion in München, später neun Jahre Korrespondent für Sozial- und Arbeitsthemen in der Parlamentsredaktion in Berlin. Wieder zurück in der Münchner Zentrale leitete er das Finanzteam in der Wirtschaftsredaktion. Für die SZ hat er den wöchentlichen Newsletter „SZ Geld“ und das Magazin „GELD“ entwickelt, das zweimal im Jahr der Wochenendausgabe beiliegt. Seit Juni 2021 arbeitet Öchsner als selbständiger Autor für die SZ, biallo.de und andere Medien. 

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