Sparen mit ETFs

ETF-Sparplan: Mit monatlichen Sparraten zum Vermögensaufbau

Update: 05.06.2020
Max Geißler
Anzeige
Den Business-Alltag vereinfachen?
Lassen Sie doch Ihr Geschäftskonto
für sich arbeiten!

Unser Surf-Tipp!
Auf einen Blick
  • Wegen der Corona-Krise fragen sich viele Anleger: Soll ich weiter in Aktien investieren? Ein Blick auf die Börsen-Geschichte anhand des sogenannten Renditedreiecks zeigt: Aktien lohnen sich langfristig. Vor allem, wenn man sie über einen ETF-Sparplan kauft.

  • ETFs (Exchange Traded Funds) bilden Indizes, wie beispielsweise den Dax, eins zu eins nach und punkten durch niedrige Kosten.

  • ETF-Sparpläne sind prädestiniert für den langfristigen Kapitalaufbau. Anleger können auch kleine Beträge monatlich in die computergesteuerten Fonds investieren.

  • ETF-Sparer nutzen den sogenannten Cost-Average-Effekt. Beim Zukauf in rückläufigen Märkten verbilligt sich der durchschnittliche Einstiegskurs, Kursschwankungen werden langfristig ausgeglichen.

  • Wie ETF-Sparpläne genau funktionieren und was Sie beim Vermögensaufbau mit ETFs beachten sollten, erfahren Sie in folgendem Ratgeber.
Sogenannte Faktor-ETFs versprechen langfristig ein besseres Risiko-Rendite-Profil.
stockwerk-fotodesign / Shutterstock.com

Die Erholungsrallye, die der Dax in den vergangenen Wochen hingelegt hat, ist beeindruckend: Seit dem Jahrestief am 19. März bei rund 8.250 Punkten hat der deutsche Leitindex mehr als 4.500 Punkte zugelegt – macht ein Plus von rund 55 Prozent in gerade mal elf Wochen!

Allerdings muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass der Dax in den vier Wochen zuvor rund 40 Prozent in die Tiefe rauschte. Verglichen mit dem Allzeithoch am 19. Februar dieses Jahres bei fast 13.800 Punkten steht der Leitindex immer noch gut 1.000 Punkte oder knapp acht Prozent tiefer. Seit Jahresanfang beträgt das Minus rund vier Prozent. Dennoch: Wer zum Jahresanfang mit einem monatlichen ETF-Sparplan auf den Dax eingestiegen wäre, läge jetzt bereits knapp zehn Prozent im Plus.

Lesen Sie auch: So steuern die Börsenprofis ihre Fonds durch die Krise

ETF-Sparpläne federn Krisen ab

Auch der Blick auf vergangene Krisen zeigt, dass ein monatlicher Sparplan gerade in turbulenten Börsenphasen seine Stärken gegenüber einer Einmalanlage ausspielen kann. Ablesen lässt sich das am sogenannten Renditedreieck für den weltweiten Index MSCI World. Es verdeutlicht, welche Rendite eine Aktienanlage, die man zu Beginn eines bestimmten Jahres tätigt, in den Folgejahren im Durchschnitt abwirft – Dividenden und Kosten der Anlage eingerechnet.

Der Investor und Aktienexperte Christian W. Röhl hat zwei verschiedene Varianten des Dreiecks für die Zeit von 1972 bis 2019 auf Euro-Basis ausgerechnet. Zum einen für den Fall einer Einmalanlage in Aktien. Zum anderen betrachtet Röhl den Fall, dass ein Anleger wie bei einem ETF-Sparplan jeden Monat einen festen Betrag in den Index investiert.

Beispiel Dotcom-Blase

Wer Anfang 2000 beispielsweise kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase eine einzelne Summe in den MSCI World Index investierte, dessen Depot blieb 13 Jahre lang im Minus. Erst Ende 2013 stand im Schnitt ein leichtes Plus von 0,5 Prozent zu Buche. Das ist deutlich schlechter als beim ETF-Sparplan, der bereits nach sechs Jahren wieder eine Rendite von durchschnittlich 4,1 Prozent pro Jahr erzielte. Zwar tauchte das Sparplan-Depot in der Finanzkrise 2008/2009 wieder zwischenzeitlich ins Minus ab, lag aber Ende 2010 schon wieder mit 1,9 Prozent pro Jahr in der Gewinnzone.

Auch die gesamte Bilanz der vergangenen 20 Jahre fällt zugunsten des Sparplans aus. Während die Einmalanlage von Anfang 2000 bis Ende 2019 eine durchschnittliche Jahresrendite von 3,7 Prozent erzielte, brachte das monatliche Sparen eine Rendite von 7,9 Prozent pro Jahr ein.

Zinseszinseffekt bei Einmalanlage höher

Allerdings darf man hier auch den Zinseszinseffekt bei der Einmalanlage nicht vergessen. Schließlich wird das gesamte Investitionskapital bei der Einmalanlage von Anfang an mitverzinst.

Hätte man zum Beispiel über die vergangenen 20 Jahre monatlich 300 Euro in den MSCI World Index gesteckt, dann läge die Gesamteinzahlung bei 72.000 Euro. Bei einer Rendite von durchschnittlich 7,9 Prozent pro Jahr, läge der Wertzuwachs bei knapp 98.000 Euro. Die Einmalanlage in Höhe von 72. 000 Euro hätte im gleichen Zeitraum mit 3,7 Prozent pro Jahr rund 77.000 Euro eingebracht.

Wählt man dagegen die vergangenen zehn Jahre als Betrachtungszeitraum aus, dann hätte sowohl die Einmalanlage als auch der Sparplan eine durchschnittliche Rendite von 11,9 Prozent pro Jahr erzielt. In diesem Fall schneidet allerdings die Einmalanlage durch den Zinseszinseffekt deutlich besser ab: Mit einem Investitionskapital von beispielweise 36.000 Euro hätten Anleger 75.000 Euro Wertzuwachs erzielt. Hätte man dagegen die 36.000 Euro über zehn Jahre auf 300 Euro monatlich gestreckt, läge der Wertzuwachs nur bei 31.000 Euro.

Lesen Sie auchETFs versus aktive Fonds – wer hat die Nase vorn?

Der neue Sparplanrendite-Rechner von biallo.de

Mit unserem neuen Sparplanrendite-Rechner können Sie sich Ihren erwarteten Wertzuwachs ausrechnen lassen. Einfach die monatliche Sparrate, angenommene Rendite, die Laufzeit und das Sparintervall eingeben und schon erhalten Sie das Ergebnis. Mit dem Sparplanrendite-Rechner können Sie auch den erzielten Wertzuwachs mit einer Einmalanlage vergleichen. Außerdem können Sie ein Sparziel festlegen, das Sie in einer bestimmten Laufzeit erreichen wollen, und sich die dafür benötigte Sparrate ausrechnen lassen. Probieren Sie es einfach mal aus, es lohnt sich!

Regelmäßige Sparraten senken das Risiko

Die Beispiele zeigen: Wer auf einen Aktiensparplan mit ETFs setzt, braucht einen langen Atem. Aber es lohnt sich – selbst wenn die Investition in einer dramatischen Krise stattfindet. "Je länger man investiert war, umso geringer das Verlust-Risiko", meint Investor Röhl. Dabei zeigen die Rendite-Dreiecke allgemein: "Ab einem Horizont von 15 Jahren hat man im letzten halben Jahrhundert unabhängig vom Ein- und Ausstiegszeitpunkt mit globalen Aktien kein Geld verloren."

Dass ein ETF-Sparplan in den vergangenen 20 Jahren besser abschnitt als die Einmalanlage, liegt an den regelmäßigen Sparraten. Sie sorgen für eine Risikostreuung, weil die Aktien in unterschiedlichen Marktphasen gekauft werden. Läuft es an der Börse schlecht, sind die Kurse zwar tief. Das hat jedoch den Vorteil, dass Anleger über den Sparplan automatisch Aktien zu niedrigen Preisen erwerben. Unterm Strich entsteht so über die Zeit ein Durchschnittspreis für die Anteilsscheine, der langfristig Gewinne sehr wahrscheinlich macht. Börsianer sprechen vom sogenannten "Cost-Average-Effekt".

Ganz ohne Risiken sind die ETF-Sparpläne dennoch nicht. Auch bei einem langen Anlagehorizont sollten Anleger bedenken, dass es an der Börse immer wieder Marktphasen gibt, in denen es schlecht wäre, Anteile zu verkaufen. Der Investment-Horizont dürfe daher "nicht zu starr bemessen sein", meint Anlageexperte Röhl. "Wer zu einem bestimmten Zeitpunkt ans Geld muss, sollte mit dem 'Entsparen' nicht bis kurz vor knapp warten und in guten Phasen schon mal ein bisschen Liquidität schaffen", rät er. Das Geld kann man dann als Tagesgeld oder kurz laufendes Festgeld sicher parken.

3
 
Name
ISIN
Wertzu-
wachs p.a.
 
1.
MSIF Global Advantage A USD
LU0868753731
19,74%
Zum Chart
2.
ABAKUS New Growth Stocks
LU0418573316
18,72%
Zum Chart
3.
MSIF Global Opportunity AH EUR
LU0552385618
16,78%
Zum Chart
Laufzeit: 5 Jahre

Kosten des Sparplans sind entscheidend

Hinzu kommt: Gerade bei Sparplänen auf internationale Indizes, wie den weltweiten MSCI-World, gibt es ein Währungsrisiko. Die Mehrzahl der Aktien im MSCI-World etwa läuft auf Dollarbasis. Kaufen Anleger hier zu Lande also Aktien zu einem am Euro gemessen hohen Dollarkurs ein und verkaufen sie zu einem niedrigen Dollarkurs wieder, kostet das Rendite.

Achten sollte man bei den Sparplänen außerdem auf die Kosten. Sie unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter deutlich. Das ist gerade bei kleineren Sparraten wichtig. So liegen etwa bei einer Sparrate von monatlich 50 Euro und einer pauschalen Gebühr pro Ausführung von zwei Euro die Kosten bei vier Prozent. Das muss man dann durch Kursgewinne erst einmal aufholen.

Lesen Sie auch: Kostenloser ETF-Sparplan – Aktionen der Online-Broker

Relativ kostengünstig bieten sogenannte Robo-Advisor ETF-Sparpläne an. Sie sind beim jüngsten Börsenabsturz zwar durchaus kritisiert worden, weil die automatisierten Vermögensverwalter im Vergleich zu einem Fondsmanagern nur sehr begrenzt auf solche Kursstürze reagieren können. Das Renditedreieck auf den MSCI-World zeigt jedoch, dass das kein Nachteil sein muss. Zumindest dann nicht, wenn man einen langfristigen Anlagehorizont hat - und am Ende der Anlageperiode beim Ausstiegszeitpunkt flexibel bleibt.

Lesen Sie auch: Robo-Advisor im Performance-Vergleich

Was ist ein ETF-Sparplan?

ETF-Sparpläne sind prädestiniert für den langfristigen Kapitalaufbau. Anleger können schon mit kleinen Beträgen monatlich sparen. Bei mancher Bank geht dies bereits ab 25 Euro, in der Regel aber ab 50 Euro. Da beim Ratensparen stets der gleiche Betrag investiert wird, kauft man bei niedrigen Fondskursen mehr ETF-Anteile als bei hohen. Unterm Strich entstehen dadurch günstige Durchschnittskosten.

ETFs investieren ausgewogen in einen ganzen Markt und passen sich bei Veränderungen automatisch den Marktbedingungen an. Das mindert Anlagerisiken und stärkt die Rendite. Da auch die internen Fondskosten niedrig sind, genießen Sparer beste Ertragsaussichten.

Anleger haben die Qual der Wahl. Mehr als 1.400 ETFs sind heute am Markt erhältlich. Die Verbraucherzentralen favorisieren globale Indizes, zum Beispiel den internationalen MSCI-World-Index. Er verteilt das Risiko auf 1.600 Aktien führender Unternehmen aus 23 Industrieländern.

Laut Renditedreieck des Finanzblogs Dividendenadel konnten Anleger mit einem ETF auf den MSCI World Index seit 1971, also seit knapp 50 Jahren, eine Rendite von 8,3 Prozent pro Jahr erzielen. Mit einem monatlichen Sparplan wären 8,2 Prozent pro Jahr drin gewesen. Ein ETF-Sparplan mit monatlich 200 Euro hätte mit dieser Rendite in den vergangenen 20 Jahren einen Brutto-Ertrag (ohne Steuern und Kosten) von rund 117.000 Euro erbracht.

Lesen Sie auch: Die besten MSCI-World-ETFs im Überblick

Wie findet man den richtigen ETF, wenn sich selbst diejenigen, die sich auf denselben Index beziehen, in punkto Abbildungsart, Kosten und Performance unterscheiden? Die folgenden Tipps geben Hinweise für die Suche und die passende Anlagestrategie.

Wie funktionieren ETFs?

Exchange Traded Funds (ETFs) sind passiv gemanagte Indexfonds. ETFs werden in der Regel von Investmentgesellschaften emittiert und lassen sich wie Aktien an der Börse handeln.

Das bedeutet, dass sie über eine Wertpapierkennnnummer (WKN) beziehungsweise ISIN (International Securities Identification Number) verfügen – quasi der "Personalausweis" eines Wertpapiers. Anteile an ETFs können grundsätzlich an jedem Handelstag von Anlegern gekauft oder verkauft werden.

Wertentwicklung

Die Wertentwicklung von ETFs ist leicht nachvollziehbar, weil sie stets einen Index oder einen speziellen Wertpapierkorb eins zu eins abbilden. Das kann ein nationaler oder internationaler Aktienindex, ein Rohstoff-, Immobilien- oder auch Rentenindex sein.

Lesen Sie auch: Mit ETFs und Zertifikaten in Rohstoffe investieren

Das bedeutet: Mit ETFs können Anleger komplette Märkte, etwa den deutschen Aktienindex Dax oder den deutschen Rentenindex Rex oder einen Gold- bzw. Ölmarkt, einfach und kostengünstig handeln wie eine Aktie.

ETFs besitzen keine Laufzeitbegrenzung, Anleger können jederzeit Anteile kaufen und verkaufen. Aktuelle Kurse sorgen für stete Handelbarkeit und Liquidität. Die Aufbewahrung der Fondsanteile erfolgt im privaten Wertpapierdepot.

Lesen Sie auch: Diese Stolperfallen sollten ETF-Einsteiger kennen

Unterschiedliche Art der Index-Nachbildung

Unterschiede gibt es bei der Art und Weise, wie der jeweilige ETF versucht, die möglichst genaue Nachbildung seines zugrunde liegenden Index (Benchmark) zu erreichen. Zwei Investmentansätze verfolgen dabei das gleiche Ziel: Die exakte Nachbildung des Benchmark-Index, die Ausgestaltung ist aber sehr unterschiedlich.

Physische Nachbildung: Diese ETFs investieren in die einzelnen Werte der Benchmark, das heißt der Fonds kauft exakt die gleiche Menge der betreffenden Aktien oder Anleihen, die gerade im Index enthalten ist. Steigt oder schwindet die Marktkapitalisierung eines Titels, so reagiert der ETF entsprechend.

Lesen Sie auchDer Unterschied zwischen physischen und synthetischen ETFs

Synthetische Nachbildung: Diese ETFs bilden die Indexentwicklung durch Swapgeschäfte mit anderen Marktteilnehmern ab, also mittels stellvertretend aufgelegter Börsenpapiere, zum Beispiel Zertifikate. Der Unterschied besteht hier vor allem in einem etwas höheren Risiko, da der Anbieter des Zertifikats Pleite gehen kann und dieses Risiko kann sich in begrenztem Umfang auf den ETF auswirken.

Risikoschutz: Egal ob physisch oder synthetisch –ETFs werden wie klassische Investmentfonds als Sondervermögen geführt. Das bedeutet, im Insolvenzfall des Fondsanbieters geht der Wert der Anteile nicht verloren, sondern das Vermögen bleibt für Anleger reserviert.

Lesen Sie auch: So funktionieren Smart-Beta-ETFs

Was ist bei Sparplänen zu beachten?

Anlagehorizont

Mit einem ETF-Sparplan investiert man sein Geld an der Börse. Hier sind Wertschwankungen an der Tagesordnung – darüber sollte man sich im Klaren sein. ETF-Sparpläne eignen sich daher nicht als Kurzfristinvestment. Auf lange Sicht gleichen die Kursgewinne zwischenzeitliche Verluste aus und erzielen attraktive Renditen.

Beispiel Dax: Laut Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts (DAI) erzielte der deutsche Leitindex Dax in den vergangenen 50 Jahre trotz immer wiederkehrender Crashs eine jährliche Rendite von 7,3 Prozent – viel mehr als Sparbücher oder Banksparpläne.

Das Sparziel sollte also in weiter Ferne liegen und nach Möglichkeit kein festes Enddatum haben. Ansonsten kann es passieren, dass zum anvisierten Sparende die Börsen gerade auf Talfahrt und die Kurse niedrig sind. Wer dann verkaufen muss, hätte ein Gutteil der erzielten Wertgewinne verloren.

  • Biallo-Tipp: Schichten Sie gegen Sparende aufgelaufene Gewinne bzw. Guthaben sukzessive in schwankungsarme Wertpapiere um. Bei Börsenhöchstständen kann auch ein Komplettausstieg sinnvoll sein.

Lesen Sie auch: Attraktive Trading-Rabatte für Neukunden

Flexibilität und Handelbarkeit

Das Gute von ETF-Sparplänen ist ihre hohe Flexibilität. Sparer können jederzeit ein- und aussteigen oder die Sparrate verändern. Kündigungsfristen gibt es nicht. Mit Sparplänen bei Versicherungen, etwa privaten Rentenversicherungen auf ETF-Basis, ist das nicht möglich.

Viele Banken, Sparkassen und Onlinebroker bieten ETF-Sparpläne bereits ab 25 Euro monatlich an. Das ist sparerfreundlich, aber gar so niedrig sollte die Sparrate nicht ausfallen, will man eine signifikante Summe ansparen. Wer über zehn Jahre jeden Monat 25 Euro anlegt, erzielt bei sechs Prozent Rendite ein Ergebnis von gut 4.000 Euro – Kapitalaufbau sieht anders aus.

  • Biallo-Tipp: Gut ist, wenn die Bank neben monatlichem Kauf weitere Sparintervalle zulässt. Manche Sparer möchten quartalsweise oder halbjährlich anlegen.

Lesen Sie auch: ETF-Sparen für Kinder

Anzahl ETF-Sparpläne

Soll das ETF-Depot nicht nur mit einem deutschen oder europäischen Standard-ETF bestückt werden, lohnt es sich, auf eine möglichst große Auswahl an Sparplänen zu achten. Positiv sind hier Onlinebroker und Direktbanken zu nennen, die meist hunderte ETF-Sparpläne vorhalten.

Einige Beispiele:

Im Gegensatz dazu halten klassische Filialbanken oft nur wenige ETFs vor. Grund: Filialbanken wollen lieber die für sie ergiebigeren klassischen Investmentfonds verkaufen.

Ordern zum Nulltarif

Im Einkauf liegt der Gewinn – mit dieser Faustformel ist schon so mancher Kaufmann reich geworden. Was für den Handel gilt, gilt auch für die Geldanlage. Je geringer die Kosten beim Erwerb von Fonds oder anderen Wertpapieren, desto eher kommt das Investment in die Gewinnzone und desto höher ist am Ende der Ertrag.

Der Kauf kostengünstiger ETF-Anteile erfolgt über die Börse. Hierfür berechnen Bank und Onlinebroker eine Ordergebühr. Die Gebühr ist von Bank zu Bank unterschiedlich hoch. Manche Anbieter berechnen pauschale Gebühren (zum Beispiel DKB, Flatex, Postbank), andere volumenabhängig von der Höhe der Order (zum Beispiel Comdirect, Consorsbank, ING), wieder andere kombinieren beide Varianten (Volkswagen Bank).

Kosten: Im Schnitt berechnen Banken 1,5 bis 2,5 Prozent Ordergebühr pro Sparplanausführung. Das ist im Vergleich zu klassischen Aktienfonds recht günstig, denn hier fallen regulär fünf bis sechs Prozent Ausgabeaufschlag an. Dennoch sind die Kosten nicht unerheblich. Eine monatliche Sparrate von 150 Euro verursacht bei 2,5 Prozent Kaufgebühr übers Jahr gesehen immerhin 45 Euro an Ordergebühren.

Es lohnt sich also, eine preiswerte Bank zu suchen. Am günstigsten fahren Anleger, wenn das Geldhaus komplett auf Gebühren verzichtet. In der Regel gibt es kostenlose ETF-Sparpläne zeitlich begrenzt oder das Angebot gilt nur für bestimmte Fondsgesellschaften. Sparer müssen sich dann erkundigen, wie lange die Aktion läuft und welche Fonds begünstigt sind. Wie viel kostenlose ETFs Banken vorhalten und welche Gebühren bei regulärem Bezug anfallen, zeigt beispielhaft die folgende Tabelle:

ETF-Sparpläne im Kostencheck

Geldinstitut Anzahl-ETF Sparpläne Davon ohne Ordergebühr bei Sparplan Reguläre Kosten bei Order/Sparrate
Onvista 150 - 1,00€
Flatex 1.040 400 1,50€
Consorsbank 560 ca. 220 1,50€
DKB 740 ca. 120 1,50€
S-Broker 570 ca. 100 2,50%
Comdirect 600 ca. 135 1,50%
Maxblue 120 - 1,25%
ING 720 ca. 200 1,75%
Finvesto 700 700 0,20%
Postbank 100 8 0,90€
Commerzbank 160 3 (36 Monate kostenfrei) 2,50€ 0,25%
Volkswagen Bank 250 ca. 70 3,50€ 0,50%
1822direkt 790 44 (12 Monate kostenfrei) 2,95€

Quelle: eigene Recherchen / Stand: 25. März 2020.

Hinweis: Manche Anbieter sind nicht verlinkt, da Sie über uns derzeit keine neuen Kunden akquirieren wollen. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" transparent offengelegt.

Was ist bei der Fondsauswahl zu beachten?

Unterschiedliche ETF-Kosten

Einfluss auf die Performance von ETFs haben unter anderem die internen Fondsgebühren. ETFs sind zwar vergleichsweise preiswert, da sie von Computerprogrammen und nicht von teuren Fondsmanagern gesteuert werden. Dennoch erheben die Fondsgesellschaften auch für die "Computerarbeit" eine Gebühr. Da die Gebühren jährlich vom Fondsvolumen abgezwackt werden, können sich schon wenige Zehntel bei der langfristigen Wertentwicklung bemerkbar machen.

Deutlich wird dies beispielsweise am Comstage MSCI World UCITS ETF (ISIN LU0392494562) und UBS MSCI World UCITS ETF (ISIN LU0340285161). Der Comstage-ETF (synthetisch replizierend) berechnet nur 0,2 Prozent Jahresgebühr und erzielte in den vergangenen fünf Jahren einen Wertgewinn von durchschnittlich 3,7 Prozent pro Jahr (Stichtag: 16. April 2020). Der UBS-ETF (physisch vollständig replizierend) erhebt 0,3 Prozent und schaffte im gleichen Zeitraum nur 3,4 Prozent pro Jahr.

Biallo-Tipp: Achten Sie bei der Einrichtung des ETF-Sparplans auf die Total Expense Ratio (TER) des Fonds. Diese Gebührenkennzahl zeigt die Summe aller Kosten und Gebühren im Verhältnis zum Volumen eines Investmentfonds. Nur die Ordergebühr wird dabei nicht beachtet. Vorteil für den Anleger: Durch die TER werden, im Unterschied zur reinen Managementgebühr, alle Kostenfaktoren, die die Wertentwicklung eines Fonds beeinflussen, miteinbezogen.

Die Höhe der TER schwankt nicht nur von Fonds zu Fonds, sondern auch von Fondsklasse zu Fondsklasse sowie von Anlageregion zu Anlageregion. Sehr preiswert sind beispielsweise ETFs auf den Dax, da dieser Index leicht und kostengünstig nachzubilden ist. Fondsgesellschaften berechnen hier in der Regel Gebühren zwischen 0,08 und 0,15 Prozent vom Fondsvolumen.

Lesen Sie auch: So geht VL-Sparen mit ETFs

Anders sieht die Sache aus, wenn Sie beispielsweise in einen auf Asien ausgerichteten ETF investieren wollen. Hier liegt die Kostenquote im Schnitt zwischen 0,5 und 0,9 Prozent pro Jahr. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein teurer ETF schlechter läuft als ein preiswerter, ist bei diesen Kostenunterschieden besonders hoch.

Biallo-Tipp: Wer seine Geldanlage nicht komplett selbst gestalten will oder kann, für den sind die sogenannten Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Die meisten Anbieter bieten auch ETF-Sparpläne, die individuell auf das Risikoprofil des Anlegers zugeschnitten sind. Die Vermögensverwaltung inklusive Transaktionskosten, Konto- und Depotführung gibt es bereits für weniger als ein Prozent des Anlagevolumens.

Auf Fondsgröße achten

Wichtig für Anleger ist außerdem, darauf zu achten, dass das Anlagevolumen des Fonds nicht zu klein ist. Dies gilt auch für ETFs. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Fonds mangels Wirtschaftlichkeit geschlossen oder mit einem anderen Fonds verschmolzen wird.

Die Größe eines Fonds ist ein wichtiger Indikator für dessen Erfolg. Beinhaltet der Fonds wenig Anlagevolumen, können die Fondskosten höher sein als der Ertrag. Da die Fondskosten aber unabhängig von der Menge der verkauften Fondsanteile anfallen, wird der Fonds für die Investmentgesellschaft unrentabel – es droht eine Schließung.

Damit Sie davon nicht betroffen sind, sollten Sie auf ein gewisses Mindestvolumen des ETF achten. Fondsexperten empfehlen wenigstens 50 Millionen Euro, besser sind 100 Millionen Euro.

Biallo-Tipp: Wie groß das Volumen eines Fonds ist, erfährt man im Fondsprospekt oder auf der Internetseite der Depotbank.

Lesen Sie auch unseren Ratgeber: Vorsicht vor zu kleinen ETFs

Depotgebühren vermeiden

Beim ETF-Sparen können die Kosten für die Depotverwahrung den Nettoertrag des Sparplans schmälern. Bis zu 1,0 Prozent des Depotvolumens berechnen einzelne Filialbanken. Folge: Steigt der Wert des Gesamtdepots in einem Jahr um fünf Prozent, bleiben unterm Strich nur vier Prozent Gewinn übrig.

Deutlich preiswerter sind Direktbanken und Onlinebroker. Insbesondere im Sparplanverfahren verzichten viele Anbieter komplett auf Gebühren. So berechnen etwa Consorsbank, Flatex, ING, DKB und Onvista generell keine Depotgebühren.

Auch andere Banken werben mit gebührenfreien Depots, knüpfen diese aber an Bedingungen. Einige Beispiele:

  • Comdirect: Das Wertpapierdepot der Quickborner Direktbank ist drei Jahre lang kostenlos. Danach zahlen Anleger auch weiterhin keinen Cent, wenn sie mindestens zwei Trades pro Quartal tätigen oder regelmäßig in einen Wertpapiersparplan einzahlen oder das bankeigene Girokonto nutzten. Andernfalls kostet das Depot 1,95 Euro pro Monat.

  • 1822 direkt: Bei der Online-Tochter der Frankfurter Sparkasse bleibt das Depot kostenfrei, wenn mindestens eine Order im Quartal erteilt wird. Sonst: 3,90 Euro pro Monat.

  • Volkswagen Financial Services: Gebühren entfallen, wenn Kunden mindestens zwei Trades pro Jahr machen oder ein Girokonto bei der Volkswagen Bank nutzen oder einen Depotbestand von mindestens 10.000 Euro am Monatsende vorliegt. Andernfalls: 1,95 Euro pro Monat.

Biallo-Tipp: Bei Banken mit Einschränkungen sollten Anleger genau wissen, was sie wollen. Wer sowieso ein Girokonto bei dieser Bank nutzen möchte, kann günstige Konditionen quasi im "Vorbeigehen" mitnehmen. Das gleiche gilt, wenn man einen Fondssparplan oder ETF-Sparplan betreibt. Ob hingegen regelmäßig Einzelaktien oder Zertifikate gekauft werden, dürfte nicht sicher sein.

Lesen Sie auchSind ETFs wirklich besser als aktiv gemanagte Fonds?

Depotgebühren bei Filialbanken

Die Depotführung in der Bankfiliale ist nur selten kostenlos. Die Sparda-Banken verzichten zum Beispiel bei einer monatlichen Sparrate auf Depotgebühren, ansonsten fallen mindestens 9,95 Euro bis maximal 24,95 Euro pro Quartal an.

Bei Sparkassen und Großbanken wird es meist teurer. Hier sind die Gebühren abhängig vom Depotvolumen. Beispiele:

  • Commerzbank: Das "Premium-Fonds-Depot" der zweitgrößten Privatbank Deutschlands kostet pauschal 0,9 Prozent des Depotvermögens pro Jahr; mindestens aber 90 Euro pro Quartal. Dafür können Anleger über 200 Fonds und ETFs ohne Transaktionskosten handeln. Das normale Online-Depot ist kostenlos ab einer Order pro Quartal, andernfalls werden 0,175 Prozent oder mindestens 4,90 Euro pro Quartal berechnet.

  • Deutsche Bank: Das "Privatdepot Dynamik" ist nichts für kleine Depotvolumen. Für 50.000 Euro Kurswert fallen bei 1,0 Prozent Provision jährlich 500 Euro an. Binnen zehn Jahren addieren sich die Gesamtkosten auf 5.000 Euro! Der Mindestpreis für dieses Depot liegt bei 288 Euro im Jahr. Im Gegenzug profitieren Anleger von günstigeren Transaktionskosten. Das "Privatdepot Comfort" für gelegentliche Trader kostet 0,14 Prozent pro Jahr für Depotbestände bis 50.000 Euro, mindestens 19,99 Euro pro Jahr.

Biallo-Tipp: Kunden der Deutschen Bank können das kostenlose Depot der Online-Tochter Maxblue nutzen oder auf den hauseigenen Robo-Advisor Robin zugreifen. Der digitale Vermögensverwalter verlangt für Portfoliomangement, Konto- und Depotführung je nach Anlagevolumen zwischen 0,8 und 1,0 Prozent pro Jahr.

Lesen Sie auch: Robo-Advisor im Performance-Vergleich

ETF-Portfolios für verschiedene Anlegertypen

Bevor Sie Ihr ETF-Depot bestücken, sollten Sie festlegen, welcher Anlegertyp Sie sind. Schließlich können ETFs stark oder weniger stark schwanken. Wer mit Kursrückgängen nur schlecht umgehen kann, der sollte auf möglichst schwankungsarme ETFs zurückgreifen. Hier empfehlen sich vor allem Renten-ETFs. Umgekehrt gilt: Wer einen langen Sparzeitraum anvisiert und sich nicht vor Wertschwankungen scheut, der kann vorwiegend auf Aktien-ETFs setzen.

Die Ratingagentur Morningstar hat exemplarisch vier Musterportfolios für unterschiedliche Anlegertypen zusammengestellt, die nachfolgend in Kurzform dargestellt werden:

Das einfache Portfolio:

Für den eher kleinen Geldbeutel empfiehlt Morningstar ein einfaches Aktien-Renten-Portfolio. Es setzt sich aus einem ETF auf den MSCI World Index auf der Aktienseite und dem Barclays Euro Aggregate auf der Rentenseite im Verhältnis von 60:40 zusammen. Die Stärke dieser zusammengesetzten Indizes: Sie sind stabil aufgesetzt und werden regelmäßig rebalanciert, also auf die Ausgangslage zurückgeführt. Dadurch bleibt die Anlagestrategie immer in der gewünschten Richtung.

Das diversifizierte Portfolio:

Größere Sparbeträge können feiner aufgeteilt werden. Das diversifizierte Portfolio setzt sich aus elf ETFs zusammen. Es enthält Schwellenländeraktien in Gestalt des MSCI Emerging Markets, außerdem ETFs auf Industrieländer-Indizes und diverse Länder-ETFs. Amerikanische Mid und Small Caps sind mit jeweils fünf Prozent gewichtet. Die Rentenquote von 35 Prozent wird vom Barclays Global Aggregate Bond bestritten.

Das realwirtschaftliche Portfolio:

Hier wird auf der Aktienseite stärker und risikoreicher in exotische Märkte investiert. Schwellenländer kommen deutlich stärker zum Einsatz. Wie auch beim diversifizierten ETF-Portfolio findet sich der globale Rentenindex wieder.

Das inflationsbremsende Portfolio:

Hier wird den Teuerungsrisiken auf der Renten-Seite stärker Rechnung getragen. Inflationsschutzanleihen machen insgesamt 25 Prozent des Portfolios aus. Hinzu kommt für Rohstoff-Fans eine Goldquote von zehn Prozent. Aktienseitig kommen der MSCI World und der MSCI Emerging Markets zum Einsatz. Dieses Depot ist eher etwas für risikofreudige Anleger.

Lesen Sie auch: Investieren in ETFs – Die richtige Anlagestrategie zählt

Biallo-Lesetipp

Günstige Kosten, satte Renditen – das versprechen sogenannte Robo-Advisor. Wie die digitalen Vermögensverwalter genau funktionieren, lesen Sie in unserem Ratgeber Robo-Advisor.

Fragen und Antworten zum ETF-Sparplan

Was versteht man unter ETF?
Ein ETF, kurz Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Indexfonds. Sein Ziel ist es, einen festgelegten Börsenindex, etwa den Dax oder den US-amerikanischen Dow Jones, so exakt wie möglich nachzubilden, damit der Fonds die gleiche Wertentwicklung wie der Index erzielt. Da die Zusammensetzung des ETF durch den Referenzindex vorgegeben ist, benötigt man keinen Fondsmanager, der den Fonds überwacht. Diese Arbeit übernehmen Computer, man spricht deshalb von passiv gemanagten Fonds.
Bieten ETFs Kostenvorteile?
Ja, ETFs sind aufgrund ihrer passiven Anlagestruktur preiswerter als aktiv gemanagte Aktienfonds. Der Kostenvorteil kann bis zu zwei Prozent pro Jahr betragen. Gewöhnlich belaufen sich die laufenden Kosten eines ETF auf 0,2 bis 0,3 Prozent pro Jahr. Ausgabeaufschläge wie bei aktiven Fonds gibt es bei ETFs nicht. Allerdings fallen bei ETFs neben den Ordergebühren noch zusätzliche Handelskosten an, die sich entweder aus der Geld-Brief-Spanne (Spread) beim Kauf über die Börse ergeben oder durch die sogenannten Additional Trading Costs (ATC) beim außerbörslichen Kauf über Fondsplattformen oder Direktbanken. Je nach ETF betragen die ATC null bis 3,0 Prozent, im Mittel betragen sie circa 0,25 Prozent.
Wo kaufe ich ETF?
Am Bankschalter werden nur selten ETFs angeboten, da die Kreditinstitute fast nichts daran verdienen. Um ETFs zu kaufen, empfehlen sich Direktbanken und Online-Broker. Sie bieten eine große Auswahl, häufig mehrere Tausend Stück. Wählen Sie in der Ordermaske die Kategorie ETF aus, dann erfolgt der Kauf automatisch über die Börse.
  • Biallo-Tipp: Zahlreiche Banken und Online-Broker haben ETF-Aktionen im Programm, wo die Ordergebühren und ATC bei bestimmten Produkten erstattet werden. Mehr Infos dazu erhalten Sie in unserem Ratgeber "Kostenloser ETF-Sparplan".
Wie lange muss ich einen ETF halten?
Im Gegensatz zu einem Banksparplan oder einer Rentenversicherung gehen Sie beim Kauf eines Indexfonds keine vertragliche Laufzeit ein. Sie können ETF-Anteile jederzeit verkaufen beziehungsweise einen Sparplan aussetzen, beenden oder die Ratenhöhe verändern. Die Länge der Laufzeit orientiert sich nach Ihrem Sparziel. Vorsorgesparer haben naturgemäß einen langen Sparhorizont, potentielle Immobilienkäufer, die Eigenkapital aufbauen wollen, eher einen kürzeren. Die vergangenen 50 Jahre haben gezeigt: Wer einen ETF auf den MSCI World Index mindestens 15 Jahre konsequent monatlich bespart hat, hat zu jedem Einstiegszeitpunkt eine positive Rendite erzielt. Dass das allerdings auch die nächsten 50 Jahre so sein wird, dafür gibt es keine Garantie. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch.
Für welchen Anlegertyp eignen sich ETFs?
ETFs eignen sich für fast alle Anleger. Für offensive Anleger stehen zahllose Aktien-ETFs bereit, zum Beispiel der iShares Core MSCI World UCITS ETF . Risikoscheue, defensive Anleger finden eine Fülle von Renten-ETFs, zum Beispiel den Lyxor ETF Euro Corporate Bond. Positiv: Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds laufen ETFs niemals schlechter als ihr jeweiliger Vergleichsindex, allerdings auch nicht besser. Möchten Sie punktgenau auf einen bestimmten Termin hin eine festgelegte Summe ansparen, sind ETFs aufgrund schwankender Fondskurse jedoch ungeeignet. In diesem Fall empfehlen sich Festgeld oder Sparbriefe.
Welche Risiken beinhalten ETF?
ETFs beinhalten typische Börsenrisiken, etwa das Kursrisiko oder das Zinsänderungsrisiko. Wenn Sie zu ungünstigen Zeitpunkten ein- und aussteigen, können Wertverluste die Folge sein. Bei ETFs, die überwiegend in Aktien außerhalb des Euroraums investieren, besteht zudem ein gewisses Währungsrisiko. Zudem sollten ETFs im Hinblick auf die Liquidität auch nicht zu klein sein. Positiv: ETFs gehören zum Sondervermögen einer Fondsgesellschaft. Das heißt bei einer Pleite der Fondsgesellschaft sind die Fondsanteile davon nicht betroffen, sie gehören weiterhin dem Anleger.
Welche Indizes eigenen sich besonders für Sparpläne?
Langfristsparer sollten vorrangig auf breit gefächerte Aktienindizes setzen, zum Beispiel den MSCI World Index oder den Stoxx 600 Europe. Gut diversifizierte Aktienindizes sind weniger schwankungsanfällig als marktenge Indizes oder Branchenindizes.
Kann man VL-Leistungen mit ETF ansparen?
Ja, einige Banken haben dafür ETFs im Programm, etwa die Commerzbank oder ihre Tochter Comdirect. Die Ebase-Tochter Finvesto bietet sogar extra ein VL-Depot mit ETFs an. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber " VL-Sparen mit ETFs".
Besser ausschüttender oder thesaurierender ETF?
Auch ETFs profitieren von Aktiendividenden. Verbleiben die Aktien-Ausschüttungen im Fondsguthaben, puschen sie dank Zinseszinseffekt den Kurs. Thesaurierende, also wiederanlegende Fonds, empfehlen sich, wenn Sie Vermögensaufbau betreiben wollen. Beispiele hierfür sind der iShares DivDax, der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yieldoder der Xtrackers Stoxx Global Select Dividend. Im Gegensatz dazu eigenen sich ausschüttende ETFs, wenn Sie auf regelmäßige Kapitalerträge angewiesen sind.
Was ist ein synthetischer ETF?
Im Gegensatz zu einem physischen ETF, der seinen Referenzindex mit echten Aktien oder Anleihen nachbildet, funktioniert ein synthetischer ETF über sogenannte Swaps (Tauschgeschäfte). Dazu trifft der Fonds mit einer Investmentbank eine Vereinbarung, die ihm genau die Wertentwicklung des gewünschten Index zusichert. Im Gegenzug erhält die Bank die Wertentwicklung eines beliebigen Aktienportfolios, welches der Fonds besitzt. Differenzen bei den Wertentwicklungen werden von Zeit zu Zeit ausgeglichen. Für die Fondsgesellschaft ist diese Konstruktion kostengünstiger. Das Problem: Geht der Swap-Partner (also die Bank) pleite, steht dem Swap-Geschäft kein physisches Wertpapier gegenüber, sondern eine wertlose Inhaberschuldverschreibung. Mit physischen ETFs sind Anleger daher eher auf der sicheren Seite.



  Max Geißler
  Andreas Jalsovec


 

Biallo Video Stream

 
 
 
Powered by Telsso Clouds