Preiswert statt teuer – dieser Devise folgen viele Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn es um die Erstellung der Steuererklärung geht. Sie verzichten auf das Steuerbüro und den Steuerberater und füllen die Steuererklärung mithilfe einer Software selbst aus. Doch blicken Sie in dem Dschungel der Steuerformulare von Anlage Kind, Anlage N, Anlage S, Anlage R, Anlage Vorsorgeaufwand, Anlage AV, KAP, G und den Corona-Hilfen durch? Was gilt für Sie und was muss in Ihre Steuererklärung?Letztlich entscheiden die Positionen, die Sie von der Steuer absetzen können, über die Höhe der Steuererstattung.
Die Software-Produkte versprechen zum Teil, dass Sie die Steuererklärung innerhalb einer Stunde erstellen. Das mag vordergründig für einfache Angestellte zutreffen, bei denen es keine großen Besonderheiten zu beachten gibt. Aber schon wenn Sie Mieteinnahmen und Kapitaleinkünfte haben, selbstständig oder Besitzer einer Photovoltaikanlage sind, kann Ihnen nicht mehr jede Software helfen. Zudem stellt sich die Frage, ob die Steuererklärungs-Programme einfacher zu händeln sind als Elster?
Was alle Software-Anbieter gemeinsam haben: Sie können eine einfache Einkommensteuererklärung mit Anlage Kind ohne größere Probleme erstellen. Bei allem, was darüber hinausgeht, müssen Sie prüfen, was die jeweilige Software kann. Deswegen haben wir uns verschiedene Software-Anbieter angesehen und die Steuererklärungs-Programme getestet.
Steuersoftware teils mit großen Unterschieden
Zwischen den einzelnen Software-Anbietern gibt es teils große Unterschiede. Wie schon erwähnt, gibt es Programme, die lediglich die einfache Einkommensteuererklärung anbieten. Andere Tools können Sie dagegen auch als Unternehmer nutzen. Auch in der Umsetzung gibt es teils große Unterschiede. Wir geben Ihnen hier einen Überblick über die Steuererklärungs-Programme, die wir getestet haben.
Aber erst einmal wollen wir Ihnen die für uns wichtigsten Funktionen solch einer Software vorstellen. Worauf sollte es bei jeder Steuererklärungs-Software ankommen?
Steuererklärung – nicht nur für Angestellte?
Mit allen vorgestellten Programmen können Sie die einfache Einkommensteuererklärung erledigen. Doch bietet die Software darüber hinaus weitere Funktionen? Können auch Freiberufler, Gewerbetreibende und Vermieter ihre Steuererklärung mit der Software machen? Grundsätzlich sollte eine gute Software auch dem erweiterten Personenkreis ermöglichen, die Steuererklärung zu erstellen.
Mobile App-Version
Da in der heutigen Zeit viele Verbraucherinnen und Verbraucher gern zum Smartphone oder Tablet greifen, sollte die Software eine Anwendung für iOS und Android anbieten. Damit wird es Ihnen ermöglicht, dass Sie zumindest Teile der Steuererklärung auch von unterwegs oder auf der Couch durchführen können. Genau wie bei den Banking-Apps kommt es bei den Steuererklärungs-Tools auf Mobilität an.
Vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt)
Damit Sie sich Tipparbeit sparen, sollte die Software die vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt) anbieten. Durch die VaSt wird mindestens Ihre Lohnsteuerbescheinigung beim Finanzamt abgerufen. Teilweise werden auch Daten wie Lohnersatzzahlungen und Riester-Renten mit abgerufen. Praktisch ist dieser Abruf insofern, als Sie dann auch unterwegs keine Lohnsteuerbescheinigung brauchen, um diese abzutippen.
Einbindung von Girokonten
Auf Ihrem Girokonto befinden sich mit Sicherheit steuerrelevante Buchungen. Denn auch die Zuzahlungen zu Medikamenten, berufliche Reisekosten oder Weiterbildungen können Sie teils von der Steuer absetzen. Insofern ist es von Vorteil, wenn Ihr Konto in die Steuersoftware eingebunden werden kann und Sie durch das Programm auf steuerrelevante Kontobewegungen hingewiesen werden.