Bausparen & Zinsen

Wann ist ein Bausparvertrag sinnvoll?

Stefanie Hutschenreuter
Autorin
Redaktion
Redakteur
Aktualisiert am: 28.01.2026

Auf einen Blick

  • Bausparen lohnt sich, wenn Sie in einigen Jahren finanzieren und sich Zinsen sichern wollen.
  • Als Geldanlage ist Bausparen schwach, weil Gebühren und niedrige Guthabenzinsen drücken.
  • Förderung und Einsatz (Sanierung oder Anschlussfinanzierung) entscheiden, ob sich der Vertrag rechnet.
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Ein Bausparvertrag kann Planungssicherheit geben – entscheidend sind Ziel, Laufzeit, Kosten und Förderung.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Bausparen kann Ihnen Zinsen sichern – lohnt sich aber nicht in jeder Situation. Entscheidend sind Zeitpunkt, Finanzierungsziel, Gebühren und Förderfähigkeit. Dieser Ratgeber zeigt, wann sich ein Bausparvertrag rechnet – und wann nicht.

Ein Bausparvertrag ist sinnvoll, wenn Sie in einigen Jahren finanzieren wollen und sich heutige Darlehenszinsen für später sichern möchten.

Für wen sich ein Bausparvertrag lohnt – kurz erklärt

Ein Bausparvertrag setzt genau dort an, wo Planungssicherheit gefragt ist: Sie sparen zunächst Guthaben an und sichern sich bereits heute den Darlehenszins für später. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie in einigen Jahren kaufen, sanieren oder eine Anschlussfinanzierung planen. Entscheidend ist jedoch, ob der Zinsvorteil die Gebühren und die meist niedrigen Guthabenzinsen tatsächlich überwiegt.

Wie sich unterschiedliche Bauspartarife vergleichen lassen und worauf es dabei ankommt, zeigen wir in unserem Bausparvertrag-Vergleich.

Was ein Bausparvertrag bringt – und wie das Bausparen funktioniert

Die Mehrzahl der Marktbeobachter erwartet in naher Zukunft keine riesigen Zinssprünge mehr. Die Zinsen für Immobilienfinanzierungen scheinen sich nach der Zinswende auf höherem Niveau eingependelt zu haben. Allerdings ist es derzeit nahezu unmöglich, Prognosen für die Entwicklung der Zinsen zu geben. Die Konditionen für Baufinanzierungen schwanken enorm. Zinsunterschiede von 0,5 Prozentpunkten bei gleichen Finanzierungsvoraussetzungen sind keine Seltenheit. Wer angesichts dieser volatilen Marktsituation Planungssicherheit wünscht, für den kann ein Bausparvertrag nach wie vor eine attraktive Finanzierungsform sein. Denn das Bausparen verspricht eine Absicherung vor steigenden Bauzinsen.

Wie das konkret funktioniert, zeigt der grundlegende Aufbau eines Bausparvertrags: Ein Bausparvertrag besteht aus einer Ansparphase und einer späteren Darlehensphase. In der Ansparphase bauen Sie Guthaben auf, in der Darlehensphase erhalten Sie ein zinsfestes Bauspardarlehen. Sparzins, Darlehenszins und Laufzeit stehen bereits bei Vertragsabschluss fest.

Lohnt sich ein Bausparvertrag?

Bei einem Bausparvertrag stehen bereits bei Vertragsabschluss sowohl die Sparzinsen als auch die späteren Darlehenszinsen über die gesamte Laufzeit fest. Wer also erst in ein paar Jahren einen Immobilienkredit für den Kauf von Wohneigentum oder die Sanierung einer Immobilie benötigt, kann die heutigen (noch) günstigen Zinsen mit einem Bausparvertrag „einfrieren“. Lohnend ist das aber nur dann, wenn die Zinsen auch tatsächlich signifikant steigen. Denn in der Ansparphase bieten Bausparverträge auch nur eine vergleichsweise sehr niedrige Verzinsung des Guthabens.

Für wen sich ein Bausparvertrag lohnt

Als Schutzschild gegen den Zinsanstieg kann sich der Abschluss eines Bausparvertrags also durchaus lohnen – vor allem für auf Sicherheit bedachte Menschen mit Immobilienwunsch; aber auch für Sanierungswillige, Anschlussfinanzierende und Berufsanfänger. Besonders profitieren vom Bausparen unter anderem:

  • Käufer in einigen Jahren
  • Sanierer und Modernisierer
  • Anschlussfinanzierende
  • sicherheitsorientierte Sparer

Beispielrechnung: Bausparvertrag für energetische Sanierung

Eine Beispielrechnung verdeutlicht, wie dieses Festzurren der günstigen Darlehenskonditionen – zum Beispiel für eine energetische Sanierung oder eine Modernisierung Ihrer Immobilie – mit einem Bausparvertrag funktioniert.

Wichtig: Das folgende Beispiel nutzt Tarifwerte und Kostenannahmen aus einem konkreten Zeitpunkt (Stand: Dezember 2023) und dient nur der Veranschaulichung. Konditionen, Gebühren und Zuteilungsregeln unterscheiden sich je Bausparkasse und Tarif – für eine Entscheidung immer aktuelle Angebotsunterlagen nutzen.

Beispiel: Bausparvertrag zur Modernisierung

Ein Hauseigentümer schließt einen Bausparvertrag über 20.000 Euro Bausparsumme zur Modernisierung seiner Immobilie in einigen Jahren ab. Als Abschlussgebühr werden 1,6 Prozent davon fällig, also 320 Euro. Als Sparzins erhält er 0,01 Prozent, der festgeschriebene Sollzins in der Darlehensphase beträgt 0,35 Prozent, der effektive Jahreszins 1,69 Prozent. Er bespart den Bausparvertrag sieben Jahre lang mit einer monatlichen Sparrate von 136 Euro. Dann wird der Vertrag zuteilungsreif und er erhält die Bausparsumme von 20.000 Euro ausgezahlt, die er für die Modernisierung einsetzt.

Ansparphase im Bausparvertrag: Kosten und Zinsen

Rechnet man die Guthabenzinsen mit den Kosten für den Bausparvertrag gegen, hat der Bausparer über die sieben Jahre 403,25 Euro Verlust zu verzeichnen. Das verdeutlicht diese Tabelle:

DatumZahlungenZinsenKostenKontostand
Beginn 12/20230,00 €0,00 €320,00 €-320,00
12/20241.632,00 €0,06 €15,00 €1.297,06 €
12/20251.632,00 €0,21 €12,00 €2.917,27 €
12/20261.632,00 €0,37 €12,00 €4.537,64 €
12/20271.632,00 €0,53 €12,00 €6.158,17 €
12/20281.632,00 €0,70 €12,00 €7.778,87 €
12/20291.632,00 €0,86 €12,00 €9.399,73 €
12/20301.632,00 €1,02 €12,00 €9.399,73 €
Summe11.016,00 €3,75 €407,00 € 
Quelle: Biallo.de; nach eigener Recherche; Stand: Dezember 2023.

Darlehensphase im Bausparvertrag: Rückzahlung im Detail

In der Darlehensphase beträgt die monatliche Rate aus Zins und Tilgung 160 Euro. Der Nettodarlehensbetrag ist 9.387,25 Euro. Das Agio (Aufschlag der Bausparkasse auf die Bausparsumme, meist zwei Prozent der Bausparsumme) beträgt 187,75 Euro. Damit erhöht sich der Gesamtbetrag des Bauspardarlehens auf 9.575,00 Euro. Das Darlehen wird innerhalb von fünf Jahren und einem Monat zurückgezahlt.

Tilgungsplan und Zinskosten im Überblick

DatumZahlungenTilgungZinsenKostenKontostand
12/20300,00 €0,00 €0,00 €0,00 €9.575,00 €
12/20311.920,00 €1.889,52 €30,48 €0,00 €7.685,48 €
12/20321.920,00 €1.896,15 €23,85 €0,00 €5.789,33 €
12/20331.920,00 €1.902,78 €17,22 €0,00 €3.886,55 €
12/20341.920,00 €1.909,47 €10,53 €0,00 €1.977,08 €
12/20351.920,00 €1.916,16 €3,84 €0,00 €60,92 €
10/203660,94 €60,94 €0,02 €0,00 €0,00 €
Summe9.660,94 €-85,94 €0,00 €-
(Stand: Dezember 2023; Quelle: LBS Tarif Zuhause Prima, www.lbs.de)

Fazit zur Beispielrechnung: Ab wann rechnet sich Bausparen?

Während der Darlehensphase hat der Bausparer 85,94 Euro an Finanzierungskosten zu tragen. Insgesamt sind es über die zwölf Jahre und einen Monat Laufzeit des Bausparvertrags 676,94 Euro an Kosten, die er für die Finanzierung aufwenden muss. Liegen die Finanzierungskosten für ein Bankdarlehen über 10.000 Euro in sieben Jahren über diesem Betrag, ist aus dem Minusgeschäft in der Ansparphase des Bausparvertrags ein lohnendes Geschäft geworden.

Kurzfazit: Ein Bausparvertrag lohnt sich also, wenn die späteren Finanzierungskosten eines Bankdarlehens höher sind als die Gesamtkosten aus Bausparvertrag und Bauspardarlehen. Entscheidend ist der Vergleich zwischen Zinsvorteil und den Verlusten in der Ansparphase.

Ob das auch auf Ihre persönliche Situation zutrifft, hängt vom konkreten Einsatzzweck ab – etwa bei Sanierung, Anschlussfinanzierung oder Immobilienkauf. Besonders häufig wird Bausparen eingesetzt, wenn konkrete Investitionen anstehen – zum Beispiel bei der energetischen Modernisierung von Bestandsimmobilien.

Energetische Sanierung: Wann Bausparen besonders sinnvoll ist

Angesichts der enorm gestiegenen Energiepreise rückt für viele Eigenheimbesitzer die Notwendigkeit einer energetischen Sanierung ihrer Immobilie immer mehr in den Vordergrund. Wer die Gebäudehülle dämmen möchte, einen Austausch der Heizung ins Auge fasst oder Fenster mit einer besseren Wärmedämmung einsetzen möchte, für den bietet der Abschluss eines Bausparvertrags Vorteile:

Vorteil 1: Kleine Summen finanzieren

Bei Energiesparmaßnahmen an Immobilien liegt der Finanzierungsbedarf normalerweise zwischen 15.000 und 50.000 Euro. Das sind kleinere Darlehenssummen, bei denen viele Banken von vornherein abwinken oder nur gegen Zinsaufschlag Kredite gewähren. Für Bausparkassen hingegen gehören Verträge mit solch geringen Bausparsummen zum Tagesgeschäft.

Vorteil 2: Bis 50.000 Euro oft ohne Grundschuld (Blankodarlehen)

Für kleinere Bauspardarlehen bis 50.000 Euro ist kein Eintrag im Grundbuch erforderlich. Das spart Notarkosten. Bis Mitte 2021 lag die Grenze übrigens noch bei 30.000 Euro.

Zusätzlich können energetische Sanierungen durch zeitlich begrenzte Bonusprogramme attraktiver werden. Einige Bausparkassen bieten zeitweise Bonusprogramme (zum Beispiel für energetische Sanierung). Ob und in welcher Höhe es Boni gibt, hängt vom Tarif und aktuellen Aktionen ab. So bietet etwa die Bausparkasse Wüstenrot Bausparern ein besonderes Schmankerl: Sie bekommen einen Klimabonus von bis zu 300 Euro, wenn sie den Bausparvertrag für eine energetische Sanierung verwenden. Die Bausparkasse belohnt damit Investitionen in klimaschonende Bau- und Modernisierungsmaßnahmen. Auch für den altersgerechten Umbau oder die Modernisierung Ihrer Immobilie kann ein Bausparvertrag Sinn machen.

Bausparvertrag sinnvoll für Anschlussfinanzierung?

Für Hauseigentümer, deren bestehender Immobilienkredit in einigen Jahren ausläuft, kann ein Bausparvertrag ebenfalls sinnvoll sein. Statt einer Prolongation, also der Weiterführung des bestehenden Kreditvertrags, lässt sich nämlich auch ein Bausparvertrag zur Anschlussfinanzierung nutzen. Bis zu 15 Jahre im Voraus können Immobilieneigentümer auf diese Weise ihre Anschlussfinanzierung planen. So können Sie sich als Immobilienfinanzierende die relativ günstigen Zinsen von Bauspardarlehen sichern. Nachteilig ist: Da der Zeitpunkt der Kreditzuteilung nicht garantiert ist, kann mitunter eine Zwischenfinanzierung notwendig werden.

Worauf Sie bei der Anschlussfinanzierung achten sollten

Was Sie beachten sollten, wenn Sie einen Bausparvertrag zur Anschlussfinanzierung nutze  möchten, welche weiteren Vor- und Nachteile es dabei gibt und wie eine Anschlussfinanzierung mit Sofortfinanzierung bei Bausparkassen funktioniert, haben wir in einem ausführlichen Ratgeber für Sie zusammengefasst.

Lohnt sich ein Bausparvertrag für zukünftigen Immobilienkauf?

Klassischerweise schließt man einen Bausparvertrag mit dem Wunsch ab, sich in ein paar Jahren Wohneigentum anschaffen zu wollen. Durch die regelmäßigen Sparraten schafft man sich einen Kapitalstock, um sich diesen Wunsch zu erfüllen. Das in einem Bausparvertrag angesparte Vermögen kann später als Eigenkapital angerechnet werden. Und je mehr Eigenkapital ein Immobilienkäufer mitbringt, desto günstigere Kreditkonditionen kann er von Banken und Finanzdienstleistern erwarten.

Bausparvertrag im Finanzierungsmix

Da Bausparverträge größtenteils über geringere Bausparsummen von einigen Zehntausend Euro abgeschlossen werden, lässt sich mit ihnen meist nicht die gesamte für die Immobilienfinanzierung benötigte Kreditsumme abdecken. So bilden Bausparverträge oft nur einen Teil eines Finanzierungsmixes aus mehreren Bausteinen. Häufig kommen zusätzlich noch ein Annuitätendarlehen und/oder ein KfW-Förderdarlehen zum Einsatz.

Biallo-Lesetipp: Welche Darlehensformen sich kombinieren lassen, erklären wir in unserem Ratgeber zu Baufinanzierungsarten.

Vorteile des Bausparvertrags als Baustein

Einen Bausparvertrag mit in die Baufinanzierung einzubauen, ist aber durchaus von Vorteil. So begnügen sich Bausparkassen – wie bereits erwähnt – mit einer nachrangigen Besicherung im Grundbuch. Dadurch kann die Bank eine erstrangige Besicherung erhalten, was sich im Allgemeinen positiv auf die Zinskonditionen des Annuitätendarlehens auswirkt. Oft wird ein Bausparvertrag auch zum Begleichen der Kaufnebenkosten eingesetzt, da diese ohnehin nicht übers Grundbuch abgesichert werden können.

Was gilt bei kurzfristigem Finanzierungsbedarf?

Wer kurzfristig einen Finanzierungsbedarf für den Hausbau oder einen Hauskauf hat, für den eignen sich klassische Bausparverträge nicht, außer die Wahl fällt auf eine Sofortfinanzierung. Die Kombination aus Bausparvertrag und Vorfinanzierungskredit bietet zwar Zinssicherheit über einen langen Zeitraum, kann aber auch teurer als eine herkömmliche Finanzierung über ein Annuitätendarlehen der Bank sein. Es empfiehlt sich daher, immer mehrere Angebote einzuholen und miteinander zu vergleichen.

Biallo-Lesetipp: In unserem Ratgeber zu den Darlehensvarianten für Häuslebauer finden Sie die unterschiedlichen Arten von Immobilienfinanzierungen im Überblick.

Bausparvertrag sinnvoll für Berufsanfänger?

Sinnvoll ist der Abschluss eines Bausparvertrags auch für Berufsanfänger. Diese verdienen meist noch nicht viel. Oft liegt ihr Einkommen unter den Grenzen für Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie, sodass sie die vollen Fördergelder fürs Bausparen erhalten. Zusätzlich können Sie auch die Riester-Zulagen über einen speziellen Wohn Riester-Bausparvertrag nutzen.

Fördervorteile für junge Bausparer unter 25

Junge Bausparer unter 25 Jahren haben gegenüber älteren noch einen weiteren Vorteil: Sie dürfen die Gelder aus der Wohnungsbauprämie einmalig frei verwenden, sind also mit ihrem Bausparguthaben nicht an eine wohnwirtschaftliche Verwendung gebunden. Die Voraussetzung ist jedoch, dass sie den Bausparvertrag sieben Jahre lang bespart haben. Darüber hinaus gewähren Bausparkassen jungen Sparern zwischen 16 und 25 Jahren einmalige Bonuszahlungen als Startunterstützung. Einen Bonus für Jugendliche haben zumindest große Bausparkassen wie LBS, BHW oder Schwäbisch Hall fast alle im Programm.

Biallo-Lesetipp: Einen Überblick über die staatliche Förderung beim Bausparen finden Sie in unserem Ratgeber zur Bausparförderung.

Wann lohnt sich ein Bausparvertrag eher nicht?

Einen Bausparvertrag als reine Geldanlage abzuschließen, lohnt sich meist nicht. Vor allem dann nicht, wenn man keine staatlichen Fördermittel beim Bausparen einbringen kann. Denn die Guthabenzinsen für den Vertrag sind derzeit so niedrig, dass sie die zu zahlenden Abschlussgebühren weit übertreffen. Die Folge: Der Bausparvertrag bringt Verluste statt Gewinne.

Welche Alternativen zur Geldanlage sinnvoller sind

Auf anderen Wegen lassen sich weit bessere Renditen beim Kapitalaufbau erzielen, etwa mit einem ETF-Sparplan. Auch Tagesgeld oder Festgeld sollte man sich anschauen – beides ist genauso sicher wie Bausparen.

Biallo-Lesetipp: Nach der Zinswende rufen viele Bausparer ihre günstigen Darlehen aus älteren Verträgen ab. Welche Folgen das für den Markt hat und warum das Kreditgeschäft der Bausparkassen wieder anzieht, lesen Sie in unserer aktuellen News "Bausparer rufen vermehrt Darlehen ab".

Häufige Fragen zum Bausparvertrag

Viele Leser stellen sich beim Bausparen ähnliche Grundfragen – von Kosten und Förderung bis hin zur Zuteilung. Die wichtigsten Antworten finden Sie hier kompakt zusammengefasst.

Wann lohnt sich ein Bausparvertrag am meisten?

Ein Bausparvertrag lohnt sich vor allem, wenn in einigen Jahren eine Finanzierung geplant ist und sich heutige Darlehenszinsen für später sichern lassen. Entscheidend ist, dass der Zinsvorteil des Bauspardarlehens höher ist als die Kosten und Verluste in der Ansparphase.

Lohnt sich Bausparen als Geldanlage?

Als reine Geldanlage lohnt sich Bausparen in der Regel nicht. Die niedrigen Guthabenzinsen und die Abschlussgebühren führen meist dazu, dass andere Anlageformen wie Tagesgeld, Festgeld oder ETF-Sparpläne attraktiver sind.

Wie hoch sind Abschlussgebühr und laufende Kosten typischerweise?

Die Abschlussgebühr beträgt meist etwa 1 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme. Zusätzlich können geringe laufende Kosten wie Kontoführungsgebühren anfallen, während die Guthabenzinsen in der Ansparphase sehr niedrig sind.

Wann ist die Zuteilung sicher – und wann droht eine Zwischenfinanzierung?

Die Zuteilung eines Bausparvertrags ist erst sicher, wenn alle tariflichen Voraussetzungen erfüllt sind, etwa Mindestsparguthaben und Bewertungszahl. Wird der gewünschte Finanzierungszeitpunkt früher erreicht, kann eine Zwischenfinanzierung notwendig werden.

Welche Förderung kann ich bekommen (Wohnungsbauprämie, VL, Wohn-Riester)?

Je nach Einkommen und Tarif kommen die Wohnungsbauprämie, vermögenswirksame Leistungen und bei bestimmten Verträgen auch Wohn-Riester-Förderung infrage. Ob und in welcher Höhe eine Förderung möglich ist, hängt von Einkommen, Vertragsart und Verwendungszweck ab.

Kann ich für Modernisierung oder Sanierung auch ohne Grundschuld finanzieren?

Ja, Bauspardarlehen bis 50.000 Euro werden häufig als sogenannte Blankodarlehen vergeben, also ohne Eintrag im Grundbuch. Das spart Notar- und Grundbuchkosten und macht Bausparen besonders für kleinere Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben attraktiv.

Checkliste: In 2 Minuten prüfen, ob Bausparen passt

Mit dieser Checkliste sehen Sie schnell, ob ein Bausparvertrag zu Ihren Plänen passt – oder ob andere Finanzierungsformen günstiger sind.

Was ist besser: Bausparvertrag oder Baukredit von der Bank?

Bei der Bank gibt es in der Regel höhere Sparzinsen als bei der Bausparkasse – erst recht, seit die Zinsen gestiegen sind. Welche Variante besser ist, hängt daher auch ganz entscheidend von der künftigen Zinsentwicklung ab, wie unser folgender Vergleich eines Bausparvertrags mit einem Banksparplan kombiniert mit einem Baukredit bei einer Bank zeigt.

Wichtig: Das folgende Beispiel nutzt Tarifwerte und Kostenannahmen aus einem konkreten Zeitpunkt (Stand: Dezember 2023) und dient nur der Veranschaulichung. Konditionen, Gebühren und Zuteilungsregeln unterscheiden sich je Bausparkasse und Tarif – für eine Entscheidung immer aktuelle Angebotsunterlagen nutzen.

Beispielrechnung: Bausparvertrag vs. Banksparplan

Der Finanzierungsbedarf beträgt insgesamt 80.000 Euro. Die Laufzeit beider Varianten liegt bei 18,5 Jahren. Kosten für die Grundbucheintragung und Abgeltungssteuer werden nicht berücksichtigt.

 Variante 1: BausparenVariante 2: Bank
AnsparphaseGuthabenzins 0,01 %, monatlicher Sparbeitrag 360,00 €, 1,6 % Abschlussgebühr 1.280,00 €
angespartes Bausparguthaben nach 10 Jahren: 40.980,26 €
Ansparplan mit festem Zinssatz von 2,5 %, monatlicher Sparbeitrag 360,00 Euro
angespartes Endguthaben nach 10 Jahren: 49.054,01 €
DarlehensphaseBauspardarlehen:
Nettodarlehensbetrag: 39.019,74 €, Darlehensrate 400,00 €, Jährlicher Effektivzins 1,54 %, Tilgungsdauer 8 Jahre und 7 Monate
enthaltene Zinsleistungen und Finanzierungskosten: 5.032,88 €
Bankdarlehen mit aktuellen Konditionen:
Nettodarlehensbetrag: 30.945,99 €, Jährlicher Effektivzins von 4,07 %, Darlehensrate 400 €, Tilgungsdauer 7 Jahre und 6 Monate

enthaltene Zinsleistungen: 4.903,66 €
Quellen: Bausparrechner auf lbs.de, LBS Tarif LBS-Z5; Renditerechner und Tilgungsrechner auf fmh.de; Stand: Dezember 2023.

Fazit: Welche Finanzierungsform passt besser?

Die Gegenüberstellung zeigt, dass sich der Abschluss eines Bausparvertrags zum jetzigen Zeitpunkt umso mehr lohnt, je höher die Zinsen für Bankdarlehen sind. Allerdings ist man mit dem Bankdarlehen bei gleicher Darlehensrate gut ein Jahr schneller schuldenfrei. In der Ansparphase hat der Sparplan der Bank gegenüber dem Bausparen eindeutig die Nase vorn.

Über die Autorin Stefanie Hutschenreuter

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Sie ist studierte Diplom-Journalistin. Während des Studiums und danach arbeitete sie als freie Mitarbeiterin und Redakteurin für mehrere Ratgeberredaktionen in Berlin und München. Es folgten rund 14 Jahre als Chefredakteurin von Bau- und Wohnmagazinen wie „Der Bauherr“ und „casamia“. Seit 2014 ist sie selbstständig als freie Journalistin tätig. Sie schreibt für unterschiedliche Print- und Onlinepublikationen.Ihre Themenschwerpunkte: Bauen, Architektur, Energie, Wohnen, Bildung, Nachhaltigkeit und insbesondere alles rund um die Immobilienfinanzierung. 

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