Altersvorsorge mit ETF

Fondssparplan Altersvorsorge mit ETF

Max Geißler
von Max Geißler
08.09.2017
Auf einen Blick
  • Vorsorgesparer sollten ihr Risiko erhöhen, damit es mit der Zusatzrente im Alter klappt.
  • Ein breites Portfolio und geringe Anlagekosten sprechen für Indexfonds.
  • Wichtig ist, auch in schlechten Börsenzeiten am Ball zu bleiben und die Einzahlungen nicht auszusetzen.
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Gut drei Viertel aller Spargelder stecken deutsche Anleger in Versicherungen sowie in verzinste Bankeinlagen wie Festgeld, Tagesgeld oder zum Beispiel das Sparbuch. Klassische Lebens- und Rentenversicherungen sichern seit diesem Jahr aber nur noch eine Zinsgarantie von 0,9 Prozent zu, Sparbücher schaffen nicht mal das. Da die Inflation inzwischen höher liegt als die Verzinsung vieler Geldanlagen, gerät der Kapitalaufbau ins Stocken. Nicht selten entwertet sich sogar das angesparte Vermögen.

Finanzexperten raten dringend dazu, das Sparverhalten umzustellen. Ein Teil des Geldes sollte in den Kapitalmarkt fließen, um von den höheren Renditen an der Börse zu profitieren. Da Einzelaktien und Derivate sehr riskant sind, liegt der Fokus auf Fonds, und hier vor allem auf Indexfonds, sogannte ETFs. "Das Sparen mit ETF-Sparplänen (Exchange Traded Funds) bietet für die Altersvorsorge weitaus bessere Chancen, als sein Geld dauerhaft in Versicherungen anzulegen", sagt Andreas Schyra, Chef des Essener Instituts für professionelles Asset Management (IPAM).

Breite Risikostreuung

Sparer investieren mit einem ETF in einen ganzen Börsenindex. Das kann ein Aktienindex wie der Dax sein, aber auch ein Rentenindex wie der deutsche Rex. Ein Börsenindex enthält die wichtigsten Marktführer aus diesem Segment. Indexfonds sind somit breit diversifiziert und mit widerstandsfähigen Papieren bestückt. Über den MSCI Word Index kann man zum Beispiel in die nach Marktkapitalisierung größten Aktiengesellschaften der Welt investieren.

Dadurch ist man automatisch an Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Coca Cola beteiligt. Das lohnt sich. Die Fünfjahresperformance des Amundi MSCI World UCITS ETF beträgt zum Beispiel rund 76 Prozent. Über den deutschen Leitindex Dax kann man in Flaggschiffe wie Siemens, Bayer und BASF investieren. Ein entsprechender ETF wie zum Beispiel der Deka Dax UCITS ETF brachte binnen fünf Jahren einen Gewinn von rund 70 Prozent.

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Diversifizierung mindert Risiken

"Um Anlagerisiken zu senken, ist die Streuung über unterschiedliche Regionen und Branchen sinnvoll", rät Schyra. Das Risiko einer globalen Rezession und weltweit fallender Aktienkurse sei deutlich geringer, als eine wirtschaftliche Krise in einem Land oder einer Branche.

Anleger sollten daher nicht allein in den Dax investieren oder in einen speziellen Branchenindex. Möglich ist zum Beispiel ein Mix aus einem global anlegenden ETF, einem Schwellenländer-ETF und einem Nachhaltigkeits-ETF.

Sparplanraten und Kaufkosten

ETF-Sparpläne gibt es bei vielen Banken ab 50 Euro pro Monat, Consorsbank und Comdirect ermöglichen Sparpläne bereits ab 25 Euro ohne Ausgabeaufschlag. Die Transaktionskosten werden häufig prozentual abgerechnet. So erheben Consorsbank und Comdirect je 1,50 Prozent vom Ordervolumen, die ING-Diba berechnet 1,75 Prozent.

Commerzbank und Volkswagen Bank verfolgen ein anderes Preismodell. Hier fallen 2,50 Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kaufwert an. Sehr preiswert ist die DKB, die generell nur 1,50 Euro pro Sparplan-Order kassiert. Das macht aufs Jahr gesehen gerade mal 18 Euro Kaufgebühr.

Spardauer sollte mindestens acht Jahre betragen

Kapitalaufbau für die Altersvorsorge geht nicht von heute auf morgen. "Anleger sollten mindestens mit einer Anspardauer von acht Jahren rechnen", fordert Schyra. Wichtig dabei sei, in Zeiten fallender Kurse nicht in Panik zu verfallen, sondern weiter anzusparen und sein Geld für sich arbeiten zu lassen. Gerade zwischenzeitliche Kursrückschläge würden sich im späteren Verlauf bezahlt machen. Denn bei steigenden Kursen puschen die günstig erworbenen Fondsanteile die Rendite.

ETFs sind flexibel

ETF-Sparpläne weisen im Gegensatz zu Versicherungspolicen oder langlaufenden Festgeldern sehr große Flexibilität auf. "Spargelder können börsentäglich entnommen oder zusätzlich angelegt werden", betont der Anlageexperte. Zwar könne man auch mittels Versicherungen in ETFs investieren, doch seien diese nicht flexibel. Entnahmen aus Versicherungsverträgen sind häufig unmöglich oder zumindest für die Versicherten mit Kostennachteilen verbunden.

Lesen Sie auch: Sparen mit ETF - die zehn wichtigsten Fragen

Biallo-Tipp

Wer seine ETF-Auswahl nicht selbst gestalten will oder kann, für den sind die sogenannten Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Bei den digitalen Vermögensverwaltern gibt es Sparpläne bereits ab 10 Euro - mit Gesamtkosten von unter einem Prozent pro Jahr. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel "Robo-Advisor im Vergleich".

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de