Große Träume mit kleinem Budget verwirklichen

Work and Travel Große Träume mit kleinem Budget verwirklichen

Helga Riedel
von Helga Riedel
22.04.2017
Auf einen Blick
  • Ein Auslandsjahr ist für viele junge Menschen ein Traum.

  • Erfahren Sie, was Sie wissen sollten, wenn Sie das Abenteuer eingehen.
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Das Abitur in der Tasche, Wehr- und Zivildienst abgeschafft - das quasi geschenkte Jahr nutzen viele junge Leute für eine Auszeit vom Lernen, als Chance zur Orientierung und für ein großes Abenteuer: Allein – oder zu zweit – bereisen sie selbstständig und unabhängig Monate lang ein fremdes Land. Und das mit dem guten Gefühl, nicht auf wohlwollende Sponsoren wie Eltern, Oma und Opa oder Paten angewiesen zu sein. Denn vor Ort krempeln die Work-and-Traveller die Ärmel hoch und verdienen mit allen möglichen Jobs das Geld für ihren Auslandstrip.

1. Länder mit WH-Abkommen

Die Chance dazu gibt es noch gar nicht so lange. Im Jahr 2000 schlossen Australien und Japan die ersten bilateralen Abkommen mit Deutschland über ein Working Holiday (WH) Visum. Danach folgten Neuseeland (2001), Kanada (2004), Singapur (2007), Hongkong (2009), Südkorea (2009), Taiwan (2010), Chile (2014), Israel (2014), Argentinien (2016) und zuletzt Brasilien (noch nicht in Kraft). Die Vereinbarungen sollen es jungen Leuten zwischen 18 und meist 30 Jahren ermöglichen, ein Land intensiv auf eigene Faust zu bereisen und das nötige Geld dafür weitgehend vor Ort zu verdienen – ein Konzept, das offensichtlich großen Anklang findet. In der Saison 2014/2015 beantragten 26.516 junge Deutsche ein australisches WH-Visum, über 16.000 zog es nach Neuseeland und Kanada stockte die auf 4.200 begrenzten WH-Visa wegen der großen Nachfrage um 1.000 weitere auf.

Entstanden ist die Idee der Working Holidays im Commonwealth of Nations als intensiver Austausch junger Erwachsener zwischen Mitgliedsstaaten. 1975 trafen Großbritannien, Australien, Neuseeland und Kanada dafür die ersten bilateralen Abkommen. Seitdem ist daraus eine internationale Bewegung geworden, die in Zeiten von Fremdenfeindlichkeit und Abschottung wichtiger denn je ist. "Working Holiday […] dienen der Förderung besseren gegenseitigen Verständnisses […] und zugleich der Erweiterung der internationalen Perspektive junger Menschen", schreibt die japanische Botschaft auf ihrer Internetseite. Das sieht auch Angela Merkel so. Als im Januar der neuseeländische Premierminister Bill English zum Antrittsbesuch nach Berlin kam, war Work and Travel - neben allen Krisen – ein Thema auf der Agenda. "Das Programm Working Holiday hat 2016 immerhin 16.000 junge Deutsche nach Neuseeland gebracht", betonte die Kanzlerin. "Das ist schon ein Faktor des intensiven gemeinsamen Austauschs."

Mittlerweile sind die jobsuchenden Backpacker in den drei auch in Deutschland beliebtesten Work and Travel Klassikern nicht nur ein alltäglicher Anblick, sondern teils fester Bestandteil des Arbeitsmarkts. Der australische Obst- und Gemüseanbau beispielsweise würde ohne sie zusammenbrechen. Denn von den 75.000 Beschäftigten sind 40.000 Saisonkräfte mit WH-Visum.

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2. Wo soll die Reise hin gehen?

Auch für Jordana Frank war dank der positiven Erfahrungen vieler Work-and-Traveller schnell klar, wohin die Reise 2015 nach dem Abi gehen sollte: "Australien ist das perfekte Work-&-Travel Land für Leute, die davor noch nicht viel gereist sind. Der Einstieg ist dort sehr einfach, man findet schnell interessante Jobs und kann das mit dem Reisen gut verbinden." Die Spitzenreiter in der Beliebtheitsskala Australien und Neuseeland punkten nicht nur mit einer seit Jahrzehnten auf jobbende Globetrotter eingestellten Infrastruktur mit genügend Jobs, Unterkünften, Informationsstellen und Hilfsangeboten wie speziellen Arbeitsvermittlungen. Ebenso attraktiv sind die spektakuläre Natur, Vielfalt der Freizeit- und Sportmöglichkeiten, Begegnung mit Gleichgesinnten aus aller Welt und die englische Sprache. Das ausschlaggebende Kriterium für viele aber ist: Nach Down Under fliegt man nicht mal eben für einen Zwei-Wochen-Urlaub. Dieses Auslandsjahr ist die große, vielleicht einmalige Chance, das andere Ende der Welt kennenzulernen.

Viele gute Argumente. Dennoch: Wer Working Holidays plant, sollte sich zunächst nüchtern fragen:

  • Was erwarte ich von dem Auslandsaufenthalt?
  • Welche Ziele verfolge ich damit?
  • Reicht es mir, Spaß zu haben und eine unvergessliche Auszeit zu erleben?
  • Oder möchte ich eine Sprache perfektionieren?
  • Eine neue Sprache erlernen?
  • Erhoffe ich mir einen beruflichen Vorteil?

Geht es mir wie der Mehrheit in der TravelWorks-Umfrage um die Entwicklung meiner Persönlichkeit? Darum Abenteuer zu erleben und Leute kennenzulernen? Vermutlich bringt das jedes Work-and-Travel-Jahr mit sich. Vielleicht kann man dem einen Mehrwert hinzufügen:

  • Die zweite und damit schwächere Fremdsprache aus der Schule wie Französisch oder Spanisch perfektionieren.
  • Eine ganz neue Sprache erlernen. Mit einem vorgeschalteten Sprachkurs im Land und eventuell einer unterstützenden Agentur ist das durchaus möglich.
  • Ein Auslandsjahr im Lebenslauf ist prinzipiell von Vorteil. Belegt es doch u.a. Offenheit, Neugier, Selbstvertrauen, Flexibilität.
  • Kommen Kenntnisse der Kultur und Sprache eines für Europäer eher ungewöhnlichen Landes wie Japan oder Südkorea hinzu, kann sich das zu einem wahren Karriere-Push entwickeln.
  • Jobs oder Praktika können zur beruflichen Orientierung beitragen oder wertvoll für das bestehende oder künftige Berufsfeld sein. Besonders in Gastronomie und Tourismus sind mit etwas Geduld passende Arbeitsstellen zu finden.

Die Work-and-Travel-Zeit in einem Land mit vollkommen anderer Kultur und zunächst geringen Sprachkenntnissen zu verbringen, ist sicher eine ganz besondere Herausforderung und braucht viel Mut. Aber "an Herausforderungen", so die Experten von Auslandsjob.de "wächst man auch und so kann es sein, dass du beim Work & Travel in einem eher ungewöhnlichen Land das meiste für dich und dein Leben mitnimmst".

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3. Agenturen übernehmen Organisation

Während die Organisation eines Work-and-Travel-Aufenthalts in Australien, Neuseeland oder Kanada relativ unkompliziert ist, sieht das in Ländern mit wenig Erfahrung in dem Bereich schon etwas schwieriger aus. Hier können Agenturen für Auslandsaufenthalte wie Stepin, Praktikawelten oder AIFS wertvolle Unterstützung bieten. Je nach Umfang, von Beratung bis Rundumsorglos-Paket, kostet der Service ab zusätzlich etwa 400 Euro. Empfehlenswert ist die Buchung über eine Organisation vor allem für Asien-Reisende. Denn dort, so Jane Jordan vom Beratungsportal Auslandsjob.de, "gibt es eine ganz andere Infrastruktur und sehr spezielle Arbeitsmodelle".

4. Die Kosten von Work and Travel

Nicht ganz unerheblich für die Wahl des Work- and-Travel-Ziels sind nicht zuletzt die Kosten. Sieht man von den nachzuweisenden Rücklagen ab, die ja keine tatsächlichen Kosten darstellen, bleiben als Hauptposten Anreise und Lebenshaltung einschließlich Transportmitteln vor Ort. Auslandsjob hat diese Kosten für Australien, Neuseeland, Kanada, USA, Japan und Chile gegenübergestellt. Danach kommt man am günstigsten in die USA (ab 500 Euro) und mit etwas Glück für 1.200 Euro nach Neuseeland. Da dies einmalige Kosten darstellen, lassen sie sich vermutlich verschmerzen. Bei den Lebenshaltungskosten ergeben sich dagegen von Chile abgesehen nur geringfügige Unterschiede:

 

Work-&-Travel-Länder: Kosten vor Ort

Letztendlich entscheidet auch der nicht ganz vorhersehbare Wechselkurs darüber, wie weit man mit der Reisekasse kommt. Hat man erst einmal einen Job gefunden, gleichen sich die Unterschiede aus, da die Mindestlöhne in den teureren Ländern auch höher sind.

5. Vorbereitungen für den Work and Travel Aufenthalt

Umso früher man damit beginnt, desto besser. Denn es gibt eine Menge zu bedenken. Und vieles braucht einfach seine Zeit.

5.1 Basiskenntnisse der Landessprache lernen oder auffrischen

"Grundsätzlich sind zumindest Basiskenntnisse der Landessprache wichtig", rät Jane Jordan vom unabhängigen Beratungsportal Auslandsjob.de. Vor allen Dingen wenn man in ein asiatisches Land reist "sollte man sich schon vor der Reise mit der Sprache auseinandersetzen. Sei es durch einen Sprachkurs in einer Sprachschule, über Lern-Apps (z. B. Duolingo) oder Online-Kurse (z. B. Babbel)." Besucht man dann noch vor Ort einen etwa vierwöchigen Sprachkurs, wie ihn Agenturen empfehlen und anbieten, ist man für die ersten einfachen Jobs gerüstet.

Aber auch wer die Landessprache einmal gelernt, aber wenig genutzt hat, sollte sie z. B. mit einer der praktischen Sprach-Apps auffrischen. Die hat man immer dabei und kann zwischendurch schnell ein paar Übungen machen.

5.2 Visum beantragen

Sobald man weiß, wohin die Reise geht, sollte man sich auf der Website des Auswärtigen Amtes oder der jeweiligen Botschaft über die Voraussetzungen und Modalitäten der WH-Visums-Vergabe informieren. Denn von Land zu Land gibt es doch entscheidende Unterschiede etwa Fristen bis zur Einreise, Bewerbungen mit Lebenslauf, Motivationsschreiben und Reiseplan oder die komplizierte Vergabe durch Losverfahren Kanadas.

Allen Ländern gemeinsam sind folgende Voraussetzungen:

  • Deutsche Staatsbürgerschaft oder Staatsbürgerschaft eines Landes, mit dem ein HV-Abkommen besteht,
  • Volljährigkeit und bei Antragstellung nicht älter als 30 Jahre (Singapur 25, Kanada 35),
  • Reisepass mit Gültigkeit für die gesamte Aufenthaltsdauer,
  • ein Girokonto mit ausreichenden finanziellen Mitteln,
  • Hin- und Rückflugticket oder zusätzlich Geld für den Rückflug,
  • Auslandskrankenversicherung.

Der Antrag kann in der Regel online gestellt werden. Das Visum muss aber persönlich und mit den geforderten Unterlagen bei der Botschaft oder einem Konsulat abgeholt werden.

Sonderfall USA

In der Beliebtheitsskala für ein Auslandsjahr rangieren die USA gleich hinter Kanada an vierter Stelle. Dennoch: Eine klassische Work-and-Travel-Tour mit abwechselnden Urlaubs- und Arbeitsphasen an verschiedenen Orten ist in den USA nicht möglich, da das Land keine entsprechenden Abkommen geschlossen hat. Für einen Zeitraum von mehreren Monaten gibt es nur das für Austauschprogramme vorgesehene J1-Visum. Es erlaubt Aufenthalte als Aupair, Betreuer/in in einem Sommer-Feriencamp, für ein Praktikum oder Trainee-Programm, außerdem Freiwilligen- und Farmarbeit. Anschließend kann man dann noch je nach Visums-Dauer durchs Land reisen. Voraussetzung für den J1-Antrag ist in jedem Fall das DS-2019-Formular, das nur von offiziell berechtigten Visa-Organisationen und –Services vergeben wird. Außerdem muss man bei Antragstellung eine schriftliche Job/Praktikums-Zusage vorweisen. Das ist alles ziemlich kompliziert und aufwändig. Hier lohnt es sich, eine Agentur einzuschalten, die nicht nur alle Formalitäten erledigt, sondern auch für einen passenden Job sorgt.

5.3 Gesundheitscheck und Impfungen

Wer nach Asien oder Südamerika reist, benötigt möglicherweise Impfungen. Da für manche Krankheiten eine zweite oder dritte Impfung im Abstand von mehreren Wochen nötig ist (Tollwut, Hepatitis B), sollte man das rechtzeitig in Angriff nehmen. Fragen Sie aber zunächst Ihre Krankenkasse, ob sie die teils happigen Kosten übernimmt. Stellt sie sich stur, lohnt sich vielleicht noch ein Wechsel zu einer prinzipiell großzügigeren Kasse. Auf der Website des Centrums für Reisemedizin crm.de findet man eine "Übersicht reisemedizinischer Vorsorgeleistungen der einzelnen Krankenversicherungen".

Außerdem gilt es, den jährlichen Zahnarztbesuch zu absolvieren und sich beim Hausarzt durchchecken zu lassen. Wer an einer chronischen Krankheit leidet wie etwa Allergien oder Diabetes, muss abklären, wie die entsprechende Versorgung im Zielland ist oder sich mit genügend Medikamenten eindecken.

5.4 Versicherungen abschließen

Auslandskrankenversicherung: Sie ist unverzichtbar und Voraussetzung für den Erhalt des Visums. Achten Sie auf folgende Leistungen:

  • Weltweiter Schutz; falls Sie nach Nordamerika reisen: einschließlich USA und Kanada (wegen der hohen medizinischen Kosten in beiden Ländern nicht bei allen Versicherern automatisch dabei)
  • Keine Selbstbeteiligung
  • Inklusive Rücktransport (In der Regel nur unter bestimmten Voraussetzungen. Genaue Angaben dazu findet man in den jeweiligen Allgemeinen Versicherungs-Bedingungen)
  • Flexible Zahlweise (monatlich, viertel-, halbjährig oder einmalig)
  • 24-Stunden-Notfallservice sieben Tage die Woche
  • Rückerstattung der Beiträge bei vorzeitiger Rückkehr ohne Gebühren
  • Keine Gesundheitsprüfung
  • Kostenübernahme auch bei Vorerkrankungen (ausgeschlossen sind in der Regel vorhersehbare Behandlungen)

Die Stiftung Warentest hat Auslandskrankenversicherungen speziell für Work and Travel getestet (Finanztest 9/13). Am besten schnitten Travel Secure (Reisen bis zu einem Jahr) und Hanse Merkur (Reisen bis zu fünf Jahren) ab.

Reiserücktrittsversicherung: Da immer Ereignisse eintreten können, die eine geplante Reise platzen lassen oder einen Aufschub erfordern, ist eine Reiserücktrittsversicherung sinnvoll. Sie kommt für die Stornogebühren auf, die sowohl bei Flügen als auch einem Work-and-Travel-Veranstalter im Fall des Rücktritts fällig werden. Da es günstiger und wegen des Visums auch notwendig ist, die Flüge möglichst lange im Voraus zu buchen, entstehen hier unvorhersehbare Unwägbarkeiten. Zum Beispiel könnten Schüler oder Auszubildende bei Abitur oder Abschlussprüfung durchfallen oder eine Nachprüfung zu einem späteren Zeitpunkt absolvieren müssen. Oder es tritt eine Impfunverträglichkeit mit schweren gesundheitlichen Folgen auf. Die Reiserücktrittsversicherung sollte diese und möglichst viele weitere Risiken abdecken. Die Kosten für eine Reiserücktrittsversicherung richten sich nach dem Reisepreis.

Haftpflichtversicherung: Wer bereits eine Haftpflichtversicherung besitzt oder über Eltern oder Partner mitversichert ist, braucht sich darüber keine weiteren Gedanken zu machen. Denn sie versichert die Person und gilt weltweit. Wer noch ohne diese prinzipiell wichtige Versicherung da steht, sollte sie noch vor der Work- and-Travel-Tour abschließen. Denn sie deckt Schäden ab, die man ohne Vorsatz am Eigentum anderer verursacht. Und die sind schnell passiert. Da bittet einen jemand, die ersten Surfversuche mit seinem Handy zu filmen und das teure Smartphone landet im Meer. Man tritt auf die Brille eines Mitreisenden, die im Hostel am Boden vor dem Stockbett liegt usw. Solche Missgeschicke können schnell ein paar hundert Euro kosten – während die Versicherungstarife für Singles bei ca. drei Euro im Monat liegen.

Unfallversicherung: Extrem- und Wassersportler sollten das Unfallrisiko absichern, entweder mit einer Unfallversicherung, die bei Invalidität in Folge eines Unfalls eine einmalige Kapitalentschädigung zahlt oder alternativ mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die lebenslange Rentenzahlungen garantiert. Welches die sinnvollere Variante ist, kann ein Versicherungsfachmann klären. Aktuelle Preis- und Leistungsvergleiche für alle Versicherungen finden sich bei Biallo.

5.5 Kreditkarte für Work and Travel besorgen

Auch wenn man vor Ort ein Girokonto eröffnet (in der Regel Pflicht) und fleißig Geld verdient, ist der Zugriff auf die heimischen Finanz-Reserven doch unerlässlich. Am einfachsten funktioniert das mit einer Kreditkarte, für die folgende Kriterien wichtig sind:

Nach Möglichkeit:

  • Keine Grund- oder Jahresgebühr
  • Ohne regelmäßiges Einkommen (für Schüler und Studenten)
  • Gibt es ein kostenloses Girokonto dazu?
  • Handelt es sich um eine Debit-Karte (Ausgaben werden sofort abgebucht) oder eine echte Kreditkarte?
  • Wann werden die Ausgaben abgebucht?
  • Bekommt man Zinsen (schließlich handelt es sich bei den fürs Visum nachzuweisenden finanziellen Mitteln teils um stattliche Summen)?
  • Wie hoch ist der Zins bei Überziehungen?

Empfehlenswerte Kreditkarten gibt es von Comdirect, Advanzia Bank (PayVIP), Barclays (Barclaycard for Students) und der Deutschen Kreditbank (DKB), die ein spezielles Konto für längere Auslandsaufenthalte bietet: das DKB-Cash Konto mit kostenfreier Kontoführung und mittels der integrierten Visa-Card weltweit zumeist kostenfreier Bargeld-Abhebung an Automaten. Unabhängig von der Eröffnung eines Girokontos (in unserem Vergleich bitte entsprechend ankreuzen) kann man mit der Visakarte der Santander Consumer Bank weltweit ohne Gebühren Geld abheben.

5.6 Flüge buchen

Je früher umso besser. Zum einen wollen die Botschaften beim Visumsantrag die Tickets sehen, zum anderen sind sie dann billiger als kurzfristig gebuchte Flüge. Da man hier viel Geld sparen kann, heißt es gründlich recherchieren. Günstige Angebote findet man nicht nur über Vergleichsportale, sondern auch bei Reiseagenturen wie dem "ersten Spezialbüro für Globetrotter" Travel Overland oder auch direkt bei den Fluggesellschaften. Außerdem sollte man sich vor der Buchung Gedanken über mögliche Flugunterbrechungen (Stopover) und flexible Rückflugtickets (Open Return) machen.

5.7 Checkliste abarbeiten

Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Menge zu erledigen. Hanna Grohmann vom Beratungsportal weltweiser.de empfiehlt, "relevante Unterlagen für die Jobsuche wie den Lebenslauf und mögliche Zeugnisse in der Landessprache vorzubereiten". Will man vor Ort ein Auto leihen oder kaufen, braucht man den Internationalen Führerschein. Die Anreise verläuft entspannter, wenn die erste Unterkunft gebucht ist. Außerdem muss man sich um strapazierfähiges Reisegepäck kümmern, eventuell Reisepartner finden oder die Wohnung untervermieten. Um nichts Wichtiges zu vergessen, legt man sich am besten eine To-do-Liste an oder nutzt die interaktive Planungs-Checkliste von Auslandsjob.de.

6. Alternativen zum klassischen Work and Travel

Alternativ zum Jobhopping quer durchs Land kann man auch zuerst eine längerfristige Arbeit aufnehmen und erst anschließend reisen. Möglichkeiten dazu gibt es viele, vor allem Saison-Jobs in Hotels, Gastronomie, Freizeitparks, Feriencamps, als Animateur, Reiseleiter, Übersetzer, Surf- oder Tauchlehrer. Wer als Bezahlung mit Kost und Logis zufrieden ist, findet spannende Jobs bei Freiwilligenprojekten beispielsweise im Bereich Natur-/Tierschutz, Bildung, Sozial- oder Jugendarbeit. Gern gesehen sind die jungen Helfer auf Farmen/Ranchen (Farmstay) und in der ökologischen Landwirtschaft (World-Wide Opportunities on Organic Farms WWOOF). Organisationen für Auslandsaufenthalte wie Travel Works, STA Travel, AIFS, Praktikerwelten oder Stepin bieten ein vielfältiges Angebot an Betätigungsfeldern.

Egal ob klassisches Work-and-Travel, organisierter Farmstay oder Mitarbeit in einem Freiwilligen-Projekt – was zählt, davon ist Jordana Frank überzeugt, ist "bereit zu sein, auch mal aus seiner Komfortzone zu gehen und sich auf neue ungewohnte Gegebenheiten einzulassen". Mit nach Hause genommen hat sie dafür: "Viele Erfahrungen, von denen ich auch hier profitiere, und Erinnerungen, an die ich sehr gerne zurück denke".

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nach dem Studium der deutschen, italienischen und vergleichenden Literaturwissenschaft begann sie 1985 mit ihrer journalistischen Tätigkeit für verschiedene Magazine und Tageszeitungen mit den Schwerpunkten Kulturgeschichte, Soziales und Umweltthemen. Bei Biallo.de schreibt sie seit der Gründung 2001 über Themen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Energie und Umweltschutz.

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nach dem Studium der deutschen, italienischen und vergleichenden Literaturwissenschaft begann sie 1985 mit ihrer journalistischen Tätigkeit für verschiedene Magazine und Tageszeitungen mit den Schwerpunkten Kulturgeschichte, Soziales und Umweltthemen. Bei Biallo.de schreibt sie seit der Gründung 2001 über Themen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Energie und Umweltschutz.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de