Mit Sparplänen regelmäßig den Vermögensaufbau vorantreiben
Sie kennen inzwischen den Cost-Average-Effekt und wissen, dass der langfristige und regelmäßige Vermögensaufbau von Vorteil ist. Daher ist es sinnvoll, mit Sparplänen langsam, aber stetig ein Vermögen aufzubauen. Zudem kann man durch einen Sparplan den Vermögensaufbau automatisieren, was auf Dauer sehr viel Zeit einspart. Einmal eingerichtet, läuft der Sparplan Monat für Monat und man kauft zu unterschiedlichen Kursen.
Vermögensaufbau mit Aktien
Aktien sind Anteile an einem Unternehmen. Anleger und Anlegerinnen, die in Aktien investieren, werden zu Miteigentümern des Unternehmens und erhalten in manchen Fällen eine Gewinnbeteiligung in Form von Dividenden. Aktien gelten als die beste Anlageklasse für den langfristigen Vermögensaufbau, denn sie haben in der Vergangenheit die höchste durchschnittliche Rendite erzielt. Entscheidend ist hierbei die langfristige Betrachtung. Außerdem ist es wichtig, breit zu streuen, wenn man in Aktien investiert. Auf lange Sicht erzielte der breite Aktienmarkt eine durchschnittliche Rendite von sieben bis neun Prozent im Jahr. Selbstverständlich wird dieser Ertrag nicht gleichmäßig, Jahr für Jahr erzielt. Es gibt gute und schlechte Jahre, mit mehr oder weniger Ertrag. Mit ETFs oder Aktienfonds besteht die Möglichkeit, diversifiziert in den Aktienmarkt zu investieren.
Anleihen beim Vermögensaufbau
Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die von Staaten oder Unternehmen herausgegeben werden. Sobald Sie eine Anleihe kaufen, sind Sie der Gläubiger des Herausgebers der Anleihe. Der Herausgeber der Anleihe, auch Emittent genannt, ist der Schuldner. Im Gegensatz zu Aktien sind Anleihen mit einem Coupon ausgestattet. Der Coupon bezeichnet die Zinsen, die Sie erhalten. Anleihen haben eine Laufzeit. An deren Ende erhalten Sie den Nennwert der Anleihe zurück. Das ist der Betrag, den der Emittent Ihnen schuldet. Der große Vorteil von Anleihen ist der planbare Zinsertrag. Anleihen oder Rentenfonds eignen sich als Beimischung für den Vermögensaufbau. Aber auch bei Anleihen besteht das Risiko eines Totalverlustes, falls ein Zahlungsausfall beim Herausgeber der Anleihe entsteht.
Investition in Immobilien zum Vermögensaufbau
Man kann entweder direkt in Immobilien investieren oder sich indirekt über Immobilienfonds beteiligen. Auf lange Sicht sind bei Immobilien moderate Wertsteigerungen möglich. Außerdem gelten Immobilien als stabile und sichere Wertanlage. Häufig bezeichnet man diese Anlageklasse als Betongold. Aber auch hier bestehen gewisse Risiken, die man beachten sollte:
- Standort
- Instandhaltung
- Demografische Entwicklung
- Verfügbarkeit des Kapitals
Nicht jede selbstgenutzte Immobilie eignet sich für den Vermögensaufbau. Einige Investoren nutzen Fremdkapital als Hebel und vermieten dann das erworbene Wohneigentum. Die Idee dahinter: Die Mieter zahlen den Bankkredit ab und langfristig entsteht ein passives Einkommen für den Vermieter. Hinzu kommen noch mögliche Wertsteigerungen der Immobilie. Allerdings kommt diese Strategie nicht für alle Anlegerinnen und Anleger infrage.
In diesem Fall können Sie auch auf offene Immobilienfonds zurückgreifen.
Nutzen Sie Steuervorteile beim Vermögensaufbau
Beim Vermögensaufbau spielen auch die Steuern eine wichtige Rolle. Denn sie schmälern die Rendite. Wenn man Aktien, Fonds oder ETFs kauft und dann mit einem Gewinn verkauft, fallen Steuern an. Bei Gewinnen, die die Freibeträge übersteigen, wird die Kapitalertragsteuer von 25 Prozent fällig. Hinzu kommen noch Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer – das macht im schlimmsten Fall insgesamt 28 Prozent.
Zunächst ist es wichtig, dass Sie Jahr für Jahr den Freistellungsauftrag ausnutzen. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt seit 2023 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für Ehepaare. Das bedeutet, dass Zinsen oder Dividenden in dieser Höhe steuerfrei sind.
Für die zusätzliche Altersvorsorge kommen neben der privaten Altersvorsorge, mit Fonds und ETFs, auch die Riester-Rente und die betriebliche Altersvorsorge infrage. Bei beiden Varianten profitieren Sie von der nachgelagerten Besteuerung. Nachgelagert bedeutet, dass in der Ansparphase Steuerfreiheit besteht. Erst beim Bezug der Alterseinkünfte erfolgt die Besteuerung.
Fünf Schritte für einen erfolgreichen Vermögensaufbau
Wenn Sie die fünf nachfolgenden Schritte beachten und konsequent umsetzen, dann steht dem erfolgreichen Vermögensaufbau nichts im Weg.
Schritt 1: Ziel festlegen
Welche Ziele wollen Sie mit dem Vermögensaufbau erreichen? Es ist wichtig, dass Sie Ihre finanziellen Ziele nach Priorität und Zeithorizont sortieren. Eine Unterteilung in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele ist sinnvoll.
Kurzfristige Ziele können beispielsweise Anschaffungen sein, für die man in den nächsten zwölf bis 24 Monaten Kapital benötigt. Daher sollte die Geldanlage keinen Wertschwankungen unterliegen. Das Geld sollte stets verfügbar sein. Für mittelfristige Ziele mit einem Zeitraum von zwei bis fünf Jahren eignet sich ein Festgeldkonto. Längerfristige Ziele sind dagegen etwa die Altersvorsorge, die eigene Immobilie oder die finanzielle Freiheit. Hier sollten Sie also auch möglichst langfristig investieren. Die Festlegung der Ziele und eines Zeithorizonts hilft Ihnen zu planen, wie viel und wie lange man sparen muss.
Schritt 2: Budget bestimmen
Nach der Zielsetzung folgt die Bestimmung des Budgets. Sobald Sie den Notgroschen von drei bis sechs Monatseinkommen angelegt haben, können Sie das monatliche Budget für die regelmäßigen Investitionen bestimmen. Mit einer Haushaltsrechnung können Anleger und Anlegerinnen die Einnahmen und die Ausgaben gegenüberstellen und dabei Einsparpotenziale identifizieren.
Für den Anfang sind zehn Prozent des Nettoeinkommens ein Richtwert. Nach Gehaltssteigerungen kann die Sparrate erhöht werden, vorausgesetzt die Ausgaben bleiben auf dem gleichen Niveau.
Schritt 3: Risiko abschätzen
Nach den ersten Schritten folgt eine zentrale Frage: Wie viel Risiko möchten Sie eingehen oder wie viel Risiko ertragen Sie? Bei dieser Frage nach der Risikobereitschaft geht es um die Höhe der zumutbaren Wertschwankungen: Wann ist es zu viel Risiko? Oder anders gesagt: Wann können Sie nicht mehr ruhig schlafen?
- Ein Beispiel: Bei einem vorübergehenden Wertverlust von zehn Prozent ist ein anschließender Kursgewinn von elf Prozent nötig, um wieder bei null zu stehen. Ein Verlust von 20 Prozent erfordert einen Kursgewinn in Höhe von 25 Prozent für den Ausgleich. Beträgt das Minus 50 Prozent, so ist eine anschließende Kursverdopplung (100 Prozent) erforderlich.
Ein hoher Verlust kann also nur durch überproportional hohe Gewinne ausgeglichen werden. Ab einem gewissen Niveau wird es immer schwieriger, die Verluste aufzuholen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich mit den potenziellen Risiken der Geldanlage beschäftigen.
Schritt 4: Anlagestrategie auswählen
Die höchste Sicherheit bieten Spareinlagen, Tagesgelder und Festgeldkonten. Diese Sicherheit geht jedoch zulasten des Ertrags. Etwas riskanter sind Anlagen wie Rentenfonds, Immobilienfonds oder defensive Mischfonds. Dafür bieten die genannten Produkte in der Regel auch eine höhere Rendite. Die höchste Rendite bieten Aktienfonds, ETFs und Aktien. Sie haben aber auch ein erhöhtes Risiko: Aktien unterliegen dabei üblicherweise den stärksten Schwankungen.
Über die Aufteilung Ihres Portfolios können Sie das Risiko steuern. Die Biallo-Musterportfolios dienen dabei als Orientierung und als beispielhafter Anlage-Mix.