So finden Sie den passenden Investmentfonds

Geldanlage So finden Sie den passenden Investmentfonds

Peter Rensch
von Peter Rensch
31.07.2018
Auf einen Blick
  • Wenn Sie einen Einstieg in die Wertpapieranlage suchen und konservative Lösungen mit geringeren Schwankungen wünschen, bieten sich Dachfonds an.

  • Mischfonds gewährleisten eine breite Risikostreuung, indem sie in eine Vielzahl von Anlageklassen, vorrangig in Aktien, Rentenpapiere oder Geldmarkttitel, investieren.

  • Egal für welchen Fondstyp Sie sich entscheiden: Sie sollten immer auch auf die Kosten achten!
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Wenn Sie unkompliziert und mit geringem Risiko sowie einer breiten Streuung in eine Anlageklasse investieren wollen, sind Fonds für Sie eine interessante Alternative zu Direktinvestments in Aktien. Sinn und Zweck dieser Kapitalanlage: Als Fondsbesitzer erhalten Sie einen Anteil am Fondsvermögen und werden an den erwirtschafteten Erträgen beteiligt.

"Sparer, die sich für eine Anlage in Fonds interessieren, sind gut beraten, zusammen mit einem Anlageberater zunächst ihre persönliche Risikobereitschaft, die Anlageziele und die Anlagedauer herauszufinden, um dann den für ihn geeigneten Fonds zu wählen", sagt Armin Schmitz, Sprecher vom deutschen Fondsverband BVI. Ein vernünftiger Vermögensaufbau brauche allerdings seine Zeit. "Grundsätzlich sollten sie Ihr Erspartes länger entbehren können, um Kursschwankungen und Marktzyklen problemlos aussitzen zu können. Ein Berater kann dabei helfen und ein maßgeschneidertes Vermögenskonzept entwickeln."

Biallo-Tipp: Wer seine Geldanlage nicht selbst gestalten will oder kann, für den sind die sogenannten Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Hier gibt es Vermögensverwaltung, Depotführung, Transaktions- und Fondskosten bereits für deutlich weniger als ein Prozent des Anlagevolumens.

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Die passende Anlagestrategie

Dirk Degenhardt, Leiter Produkt- und Marktmanagement der Dekabank, empfiehlt, sich ebenfalls mit der passenden Anlagestrategie im Vorfeld auseinanderzusetzen: "Bei einer vernünftigen Geldanlage kommt es sehr darauf an, dass der Anleger sich mit der gewählten Anlagestrategie wohlfühlt. Deshalb sollte der Berater gemeinsam mit dem Kunden dessen Ziele und Wünsche, für die er heute und in der Zukunft Kapital benötigt, herausarbeiten", so der Experte. "Darauf aufbauend wird dann eine passende Anlagestrategie entwickelt, bei der auch das Gesamtvermögen des Kunden berücksichtigt wird."

Gelder, die kurzfristig zur Verfügung stehen sollen und Kapital, das in den nächsten ein bis drei Jahren benötigt wird, sollte demnach besser konservativ angelegt werden. "Vermögen, das darüberhinaus vorhanden ist, sollte so strukturiert sein, dass die persönlichen Anlagepräferenzen hinsichtlich Renditeerwartung, Risikoneigung sowie Anlagedauer berücksichtigt sind", sagt Degenhardt. "Eine optimale Vermögensstruktur setzt sich idealerweise aus den Bausteinen Liquidität, Renten, Aktien und Immobilien zusammen." Die Gewichtung nach den persönlichen Anlagezielen lasse sich dann am besten über ein Fondsdepot umsetzen.

Lesen Sie auch: ETFs oder klassische Fonds?

Gängige Fondstypen im Überblick: Vor und Nachteile

Dachfonds: Geringe Volatilität, geringes Risiko

Hierbei wird nicht in einen einzelnen Fonds investiert, sondern die Gelder der Anleger fließen in verschiedene Fonds, die Wertpapiere in ihrem Portfolio haben. Kaufen Sie Anteile an einem Dachfonds, partizipieren Sie von den Erfolgen der jeweiligen Fonds, die vom Dachfonds-Management ausgewählt wurden und die durch eine möglichst optimale Mischung die Renditen über der Entwicklung von Einzeltiteln treiben wollen.

  • Vorteil: Sie profitieren von einer Streuung in gewinnversprechende Fonds, ohne direkt in einen einzigen Fonds zu investieren. Das Dachfond-Management achtet in der Regel auf möglichst moderate Wertschwankungen, was eine geringe Volatilität verspricht.

  • Nachteil: Die Verwaltungskosten sind entsprechend hoch, da Sie diese für den Dachfonds und in die investierten Fonds zahlen müssen.

Deka-Experte Dirk Degenhardt erklärt: "Für Kunden, die einen ersten Einstieg in die Wertpapieranlage suchen und dabei konservative Lösungen mit geringeren Schwankungen nachfragen, bieten sich Dachfonds wie beispielsweise die Deka-BasisAnlage an, bei der Anleger unter vier verschiedenen Varianten wählen können, die sich durch ihre Aktienquoten unterscheiden. Die Varianten A20, A40, A60 schützen das investierte Vermögen zudem mit innovativen Sicherungskomponenten Ziel ist es, mit der Deka-BasisAnlage eine solide und im Vergleich zur direkten Kapitalmarktanlage schwankungsarme Wertentwicklung zu erreichen."

Mischfonds: Auf die Mischung aus Aktien und Anleihen kommt es an

"Mischfonds sind bei Anlegern weiterhin beliebt, da sie das Anlagekapital auf verschiedene Assetklassen streuen. Doch Vorsicht: Wer sich mehrere Mischfonds ins Depot legt, hat nicht automatisch eine sehr breite Diversifikation", warnt Thomas Soltau, Vorstandsvorsitzender bei FondsDISCOUNT.de. "Bei der Auswahl der Fonds sollte man darauf achten, dass die jeweiligen Fonds nicht zu stark korrelieren, also zu gleichläufig investieren. Daher ruhig auch hier auf eine gewisse Bandbreite achten bei den Anlageklassen, Gewichtungen, Investmentstilen und Anlageregionen."

Auch hier wird also in der Regeln nicht in eine spezielle Anlageklasse investiert, sondern in Aktien und Anleihen. Je nach Anlagestrategie werden die Investitionen in einem festgelegten Mischungsverhältnis – etwa  75 Prozent Aktien und 25 Prozent Anleihen – getätigt oder das Fondsmanagement kann in einem vorgegebenen Rahmen agieren. Bei flexiblen Mischfonds gibt es keine Einschränkungen, so dass das Fondskapital sogar komplett in Aktien oder Anleihen angelegt werden kann.

Ausgewählte Mischfonds im Vergleich →

  • Vorteil: Sie sind nicht ausschließlich von der Entwicklung eines Marktes (Anleihen, Aktien) abhängig.

  • Nachteil: Die Renditen für Anleihen sind zur Zeit nicht vielversprechend, so dass andere Anlageklassen oder Aktienkäufe attraktiver sind.

Dirk Degenhardt empfiehlt: "Mischfonds gewährleisten eine breite Risikostreuung, indem sie in eine Vielzahl von Anlageklassen, vorrangig in Aktien, Rentenpapiere oder Geldmarkttitel, investieren. Für konservative Sparer stellen im anhaltenden Niedrigzinsumfeld Sachwerte eine attraktive Anlagealternative dar. Mithilfe von offenen Immobilienfonds können Anleger bereits mit kleinen Beträgen am Immobilienmarkt teilhaben."

Rentenfonds: Sicherheit im Fokus, Ertrag eher mau

Je nach Fonds wird in Anleihen mit unterschiedlichen Risikostufen investiert. Neben soliden Staatsanleihen werden auch Anleihen mit hohen Zinsen von verschuldeten Staaten angeboten. Bei diesen sogenannten Junk-Bonds können die Verlustrisiken enorm hoch sein. Neben aktiv gemanagten Fonds gibt es auch Renten-ETFs, die einen Rentenindex nahezu eins zu eins abbilden. Entscheidender Kostenvorteil: Die laufenden Kosten sind deutlich niedriger als bei aktiven Fonds und es fallen keine Ausgabeaufschläge an.

Ausgewählte Rentenfonds im Vergleich →

  • Vorteil: Rentenfonds, die beispielsweise in Staatsanleihen wie Bundeswertpapiere investieren, gelten als sehr sicher.

  • Nachteil: Die Ertragsaussichten sind durch die niedrigen Zinsen nicht vielversprechend. Höhere Renditen können Sie erzielen, wenn der Rentenfonds Anleihen von weniger soliden Staaten beimischt. In diesem Fall müssen Sie mit massiven Kursschwankungen und Verlusten rechnen.

Aktienfonds: Profitieren Sie von den Börsenentwicklungen

Diese Fonds investieren das Anlagevermögen ausschließlich in Aktien. Hierbei gibt es ganz unterschiedliche Strategien und Sie sollten im Vorfeld Klarheit haben, welche zu Ihrem Anlageverhalten passt. Zudem sollten Sie die Märkte kennen, in die investiert wird. So fokussieren sich viele Fonds auf spezielle Branchen und Wirtschaftsräume wie beispielsweise Europa, USA, den pazifischen Raum oder Schwellenländer. Hinzu können je nach Fonds spezielle Auswahlkriterien kommen wie zum Beispiel Größe der Aktienunternehmen, Wachstumspotenzial oder Geschäftsmodelle.

"Aktienfonds richten sich eher an chancenorientierte Anleger, die bereit sind, das Auf und Ab an der Börse auszuhalten und einen längerfristigen Horizont haben", erklärt Thomas Soltau. "Wer wissen möchte, auf welche Schwankungsbreite man sich bei einem Fonds einstellen sollte, sollte auf die Kennzahl ‚Volatilität‘ achten, sie gibt die Schwankungsbreite an. Je höher der Wert, desto mehr Nervenstärke sollte man aufbringen."

Ausgewählte Aktienfonds im Vergleich →

  • Vorteil: Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Aktien attraktive Wachstumsergebnisse erzielt haben, von denen Sie bei einem reinen Aktienfonds profitieren. Jedoch sollten Sie langfristig investieren und keine schnellen Erfolge im Auge haben.

  • Nachteile: Wie auch bei Aktien können Aktienfonds hohen Schwankungen unterliegen. Achten Sie deshalb genau auf die Investitionsstrategie und wählen Sie Fonds, die nicht alles auf eine Karten (Branche oder Wirtschaftsraum) setzen.

Eine spezielle Variante der Aktienfonds sind die börsengehandelten Indexfonds, die sogenannten ETFs. Damit lassen sich internationale Indizes detailgetreu nachbilden wie etwa der Weltaktienindex MSCI World. So erzielen Anleger eine kostengünstige und breite Marktabdeckung. 

Ausgewählte Aktien-ETFs im Vergleich →

Immobilienfonds: Werden Sie Anteilseigner von Immobilien

Während bei Aktienfonds in Aktien investiert wird, konzentrieren sich diese Fonds ausschließlich auf Immobilien, sowohl in Wohn-, als auch Gewerbeimmobilien. Die erzielten Einnahmen fließen den Fondsinhabern zu. Unterschieden wird zwischen offenen Immobilienfonds, deren Anteile jederzeit verkauft werden können und geschlossenen Fonds, dessen Kapital bis Ablauf einer Frist fest gebunden ist und Sie keine Möglichkeit haben, die Fonds zu veräußern.

  • Vorteil: Sie kommen in den Genuss von Miet- und Pachterträgen sowie steigenden Immobilienpreisen, ohne direkt in ein Objekt investieren zu müssen.

  • Nachteil: Trotz rosiger Aussichten am Immobilienmarkt sollten Sie die Preisentwicklung im Augen behalten. Kommt es zu einer Immobilienkrise, könnte es zu Notverkäufen und einem Aussetzen des Anteilshandels kommen.

"Immobilienfonds sind im Vergleich etwa zu Aktienfonds nicht gerade die Überperformer unter den Fondstypen, aber ihre meist geringe Volatilität und die kontinuierliche Wertentwicklung können Stabilität ins Depot bringen", sagt Thomas Soltau. Allerdings sollten Anleger die gesetzlichen Vorgaben zum Handel beachten: "Sie können die Immobilienfonds nicht mehr täglich handeln, sondern müssen Fristen beachten. Beispielsweise sind Sie bei der Erstinvestition zwei Jahre gebunden, wenn Sie nicht zu einem meist geringeren Preis über die Börse veräußern möchten."

Lesen Sie auch: Immobilienfonds: Top-Performer im Vergleich

Gebühren bei Anlage in Fonds vergleichen

Egal für welchen Fondstyp Sie sich entscheiden: Sie sollten immer auch auf die Kosten achten. "Branchenübliche Gebühren wie etwa der Ausgabeaufschlag oder Depotkosten lassen sich ganz einfach sparen, indem man den Service eines Fondsvermittlers nutzt", so Experte Soltau."Hinsichtlich der Managementgebühr sollten Anleger nicht den Fehler machen, ausschließlich aufgrund der Gebührenhöhe eine Entscheidung zu treffen, denn entscheidend sind nicht die laufenden Kosten, sondern die Rendite nach Kosten." So komme es öfter vor, dass ein Fonds trotz der höheren Managementvergütung eine höhere Nachkosten-Rendite aufweist.

Lesen Sie auch: Mehr Rendite durch niedrige Kosten

Biallo-Tipp

Bevor Sie sich über eine Investition in Fonds entscheiden, sollten Sie Ihre Anlagestrategie und Risikobereitschaft analysieren und nur in Produkte einsteigen, deren Funktion Sie verstehen. Und wie der Experte von Fondsdiscount empfiehlt: "Die Gebühren im Auge behalten und Angebote vergleichen.”

Ein Investment in Aktien oder Fonds sollte zudem immer langfristig ausgerichtet sein. Das aktuelle Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt: Wer in den vergangenen 50 Jahren einen Dax-Aktienkorb kaufte und diesen mindestens zwölf Jahre hielt, hat stets eine positive Rendite erzielt. Das ist allerdings keine Garantie, dass das auch in Zukunft so sein wird. Zudem befinden sich die Aktienmärkte nach fast zehnjähriger Hausse in der Spätphase des aktuellen Bullenmarktes. Größere Rücksetzer wie 2008/2009 sind nicht ausgeschlossen, wodurch sich wieder lukrativere Kaufchancen ergeben würden.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de