ETF

Max Geißler
ETF
Max Geißler
Mit einem ETF investieren Sie kostengünstig und ausgewogen in einen ganzen Markt.

Was ist ein ETF?

Exchange Traded Funds (ETF) sind passiv gemanagte Investmentfonds, die an der Börse gehandelt werden. Ihr Ziel ist es, die Wertentwicklung eines Börsenindex oder eines festgelegten Wertpapierkorbes so exakt wie möglich nachzubilden. Als Benchmark, also als Referenzindex, dienen zum Beispiel Indizes wie der Deutsche Aktienindex DAX oder der US-amerikanische Dow Jones. Möglich ist aber auch die Nachbildung spezieller Aktienkörbe, etwa von Technologie-Indizes oder Rohstoff-Indizes. Neben Aktien können ETFs auch andere Anlageklassen abbilden zum Beispiel Renten- oder Geldmarkt-Indizes.

Da die Zusammensetzung des jeweiligen ETF durch den Referenzindex vorgegeben ist, benötigen ETFs keinen Fondsmanager, der den Fonds überwacht. Diese Arbeit übernehmen Computer, man spricht deshalb von passiv gemanagten Fonds. Durch die hohe Indexbezogenheit rentieren ETFs nahezu parallel zum zugrundeliegenden Index. Dies sorgt für hohe Transparenz. Steigt zum Beispiel der Dax um einen Prozentpunkt, so legt auch ein entsprechender Dax-ETF einen Prozentpunkt zu. ETFs vereinen die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt.

Wie funktioniert ein ETF?

ETFs funktionieren ähnlich wie klassische Aktienfonds: Sie investieren das Geld der Anleger in eine große Anzahl von Wertpapieren und verwalten diese gemeinsam in einem Topf. Jeder Anleger kann nach Belieben Anteile an diesem Topf erwerben und erhält dafür – entsprechend seines Anteils am Topf – eine Wertgutschrift in seinem Depot. Verändert sich der Wert des ETFs, ändert sich analog dazu die Wertschrift im Depot.

Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Investmentfonds ist, dass ETFs an der Börse notiert sind. Das bedeutet, dass sie wie Aktien zu den Börsenzeiten gehandelt werden können, während klassische Fonds nur einmal täglich zum sogenannten Nettoinventarwert (Net Asset Value – NAV) ge- und verkauft werden können. Aktuelle Kurse sorgen für stete Handelbarkeit und Liquidität. ETFs verfügen über eine Wertpapierkennnummer (WKN) beziehungsweise ISIN (International Securities Identification Number) – quasi der "Personalausweis" eines Wertpapiers.

Die börsennotierten Fonds besitzen weder eine Laufzeitbegrenzung noch Kündigungsfristen. Anleger können jederzeit Anteile kaufen und verkaufen. Die Aufbewahrung der Fondsanteile erfolgt im privaten Wertpapierdepot.

Wie bilden ETFs ihren Index nach?

ETFs versuchen den abzubildenden Wertpapier-Index so gut und kostengünstig wie möglich nachzubilden. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen: entweder durch physische Replikation oder durch synthetische Replikation.

Physische Replikation:

Die klassische Methode ist die physische Replikation. Dabei kauft der ETF die Wertpapiere des Index und zwar in adäquater Gewichtung zum Index. Das heißt, Indexschwergewichte fließen in größerer Stückzahl in den ETF ein als kleinere Titel. Erfährt der Index im Lauf der Zeit Veränderungen, etwa bei der Zusammensetzung oder der Aktiengewichtung, vollzieht dies die Software automatisch nach. So ist der Anleger immer adäquat in den zugrundeliegenden Index investiert. Hält der ETF die Wertpapiere des Index eins zu eins, spricht man von vollständiger Replikation. Die Vollreplikation ist jedoch nicht immer möglich, weil manche Börsenindizes extrem groß sind.

So umfasst beispielsweise der bekannte MSCI-World-Index mehr als 1.600 Aktien. Alle diese Aktien zu kaufen, wäre extrem teuer.Aus diesem Grund entwickelte sich ein weiteres Verfahren zur Nachbildung des Index, die sogenannte Teilreplikation. Dabei kauft der ETF nur eine Auswahl der wesentlichsten Titel eines Index. Kleine Werte, die nur einen geringen Einfluss auf die Indexentwicklung haben, bleiben außen vor. Die Teilreplikation geschieht vor allem bei sehr breiten, illiquiden oder internationalen Marktindizes, um Kosten zu sparen. In der Fachsprache wird die Teilreplikation auch optimiertes Sampling genannt.

Synthetische Replikation:

Eine andere Art, den Index nachzubilden, ist die synthetische Replikation. Dabei kauft der ETF nicht die Wertpapiere seiner Benchmark, sondern investiert in einen stellvertretenden Wertpapierkorb. Damit der ETF aber die tatsächliche Performance des Referenzindex erzielt, tauscht er die Wertentwicklung seiner Stellvertreter-Papiere gegen die echte Wertentwicklung des Referenzindex. Zu diesem Zweck wird zwischen dem ETF und einem sogenannten Swap-Kontrahenten ein Tauschgeschäft vereinbart. Der Swap-Kontrahent ist meist die Investmentbank des ETF-Anbieters, zum Beispiel die Deutsche Bank bei Xtrackers ETFs oder die Commerzbank bei Comstage. Der ETF zahlt dem Swap-Partner die Rendite aus dem Wertpapierkorb.

Im Gegenzug erhält er vom Swap-Partner die Indexrendite, welche an die ETF-Anleger weitergegeben wird. Der große Vorteil von Swap-ETFs ist die Möglichkeit, Märkte abzubilden, die aufgrund von Handelsrestriktionen oder geringer Liquidität nur schwer zugänglich sind. Die Kehrseite der Medaille ist das Kontrahentenrisiko bitte Textanker zum Kapitel Risiko setzen des Swap-Partners, falls dieser Konkurs geht. Um Anleger zu schützen und Anlagerisiken gering zu halten, unterliegen synthetisch replizierende ETfs bestimmten Regeln. So darf zum Beispiel der Swap-Anteil eines ETFs nur maximal zehn Prozent betragen.

Zusammengefasst:

Während physisch nachgebildete ETFs die tatsächlichen Aktien kaufen, schließen synthetisch nachgebildete ETFs einen Vertrag mit einer Bank, die die Kursentwicklung der Aktien garantiert. Vorteil: Die synthetische Replikation gewährleistet in der Regel eine höhere Replikationsgüte bei gleichzeitig niedrigeren Kosten als die physische Replikation. Die Kostenvorteile von physisch replizierende ETFs können unterm Strich zu leichten Performancevorteilen führen. Allerdings sind die Kostenunterschiede in vergangenen Jahren rückläufig.

Vorteile von ETFs

Gebremstes Risiko:

Im Gegensatz zum Kauf einzelner Aktien oder Anleihen verteilt sich das Risiko bei einem ETF auf viele verschiedene Wertpapiere, im Fachjargon Risikodiversifizierung genannt. Verluste eines Papiers können durch Gewinne anderer Papiere ausgeglichen werden.

Substanzhaltige Wertpapiere:

Mit einem ETF investiert man in einen ganzen Markt. Die darin enthaltenen Wertpapiere sind Bestandteil eines anerkannten Index. Das sichert dem Anleger ein Investment in werthaltige Aktien oder Anleihen. Windige Eintagsfliegen fallen durchs Raster.

Signifikante Kostenvorteile:

Für Privatanleger ist es finanziell unattraktiv, 40 oder 60 Einzelwerte im Depot zu führen, denn für jedes einzelne Papier fallen Kosten an. ETFs hingegen können hunderte von Einzeltiteln mühelos kostengünstig verwalten.

Hohe Flexibilität:

Für ETF-Anteile bestehen keine Kündigungsfristen. Sie können börsentäglich ge- und verkauft werden.

Gute Renditechancen:

Im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds kann ein ETF niemals signifikant schlechter als der zugrundeliegende Markt laufen. Dass sich ein Fonds als echter Verlustbringer entpuppt, ist daher unwahrscheinlich.

Deutliche Zeitersparnis:

Mit ETFs lassen sich komplette Märkte einfach und ohne Zeitverzögerung handeln ähnlich einer Aktie.

Hohe Transparenz:

Das Investment in einen ganzen Markt ist bequem, die Zusammensetzung des ETF ist – zumindest bei physisch replizierenden ETFs – leicht nachvollziehbar und die Wertentwicklung transparent.

Kein Ausfallrisiko:

ETFs werden als Sondervermögen geführt, im Konkursfall des Anbieters, der Depotbank oder des Vermögensverwalters bleibt das Vermögen für Anleger reserviert und zählt nicht zur Insolvenzmasse.

Breite Anwendung:

ETFs eignen sich aufgrund ihrer geringen Kosten und guter Wertentwicklungschancen sehr gut zum Vermögensaufbau und für die Altersvorsorge. Diese Vorzüge haben auch Banken und Vermögenverwalter erkannt und setzen ETFs zunehmend für digitale Geldanlagen wie zum Beispiel Robo-Advisors ein.

Was gibt es für ETF-Kategorien?

ETFs lassen sich in unterschiedliche Kategorien einteilen. Diese können sich zum Beispiel nach Anlageklassen, Regionen oder Wertpapierzusammensetzung unterscheiden. Zudem lässt sich fast jede Kategorie in Unterkategorien klassifizieren. Die geläufigsten ETF-Kategorien sind:

  • Index ETF
  • Anlageklassen ETF
  • Rohstoff ETF
  • Regionen ETF
  • Sektoren ETF

 

Index ETF

Vom Grundverständnis her sind alle ETFs Indexfonds. Die Indizes können sich nach Regionen, Ländern, Branchen oder Anlageklassen unterscheiden. Bei der Auswahl eines geeigneten Index sollten Anleger darauf achten, welcher Index zu den eigenen Anlagezielen und der eigenen Risikoneigung am besten passt. So sind Aktien-Indizes in der Regel schwankungsintensiver und damit risikoreicher als Anleihe-Indizes. Beispiele für Index ETF:

Anlageklassen ETF

Die bekanntesten Anlageklassen sind Aktien-ETFs. Doch ETFs können nicht nur in Aktien investieren, sondern in viele weitere Anlageklassen, zum Beispiel

  • Geld / Währungen
  • Anleihen
  • Immobilien
  • Rohstoffe (hierbei handelt es sich um ETFs, die in einen ganzen Rohstoffmarkt investieren. ETFs, die nur einen Rohstoff beinhalten, zum Beispiel Gold-ETFs, sind in Deutschland nicht zugelassen)

 

Regionale Indizes

Beziehen sich auf bestimmte Kontinente oder auf eine Auswahl an Ländern auf Kontinenten oder Regionen. Außerdem können ökonomisch zusammenhängend betrachtete Ländergruppen zu einem Index zusammengefasst werden. Beispiele:

  • Afrika-ETFs
  • Asien-Pazifik-ETFs
  • Europa-ETFs
  • Euro-ETFs
  • Lateinamerika-ETFs
  • Nordamerika-ETFs
  • Osteuropa-ETFs
  • Schwellenländer-ETFs
  • Welt-ETFs

 

Länderspezifische Indizes

Umfassen oft bekannte Börsen-Indizes eines Landes, zum Beispiel:

  • DAX-ETF
  • MDAX-ETF
  • Dow-Jones-ETF
  • Nasdaq-ETF
  • FTSE-Index
  • Euro-Stoxx 50-ETF

 

Branchen-ETFs

Vereinen oft die wichtigsten Unternehmen eines Industriezweigs bzw. eines wirtschaftlichen Sektors, zum Beispiel:

  • Biotechnologie Aktien
  • Energie Aktien
  • Konsumgüter Aktien
  • Edelmetalle
  • Immobilien/Reits
  • Technologie Aktien
  • Versorger Aktien

 

Strategie ETF

Börsengehandelte Fonds können auch bestimmte Anlagestrategien verfolgen und dadurch konzentriert in entsprechende Aktienkörbe bzw. Wertpapiere investieren. Solche Strategien können unter anderem sein:

  • Dividenden ETF: Hier stehen hohe jährliche Ausschüttungen im Vordergrund.
  • Core ETFs: Diese Fonds investieren in eine konzentrierte Auswahl der besten Aktien oder Anleihen eines Index.
  • ESG ETF: Diese Fonds investieren in Unternehmen, die besonderen Wert auf Umwelt- und sozialverträgliche Wirtschaftsweise legen
  • Faktor ETFs: Diese ETFs konzentrieren ihre Anlagestrategie auf bestimmte Faktoren, zum Beispiel Minimum-Volatility-Strategie (Verringerung von Schwankungsrisiken), die Value-Strategie (Fokus auf Substanzwerte), Quality-Strategie (Auswahl der besten Titel einer Anlageklasse) oder die Momentum-Strategie (Auswahl von Aktien mit positivem Kurstrend). Ziel von Faktor ETF ist es, eine bessere Rendite als der Gesamtmarkt zu erzielen.

Was sagt der Name eines ETF aus?

Im Namen eines jeden ETFs verstecken sich viele Abkürzungen. Wer diese kennt, weiß bereits sehr viel darüber, um welche Art von ETF es sich handelt. ETF-Namen setzen sich in der Regel aus vier Komponenten zusammen:

  • Anbieter bzw. Emittent
  • Referenz-Index
  • regulatorische Hinweise
  • Hinweise zur Ausstattung/Währung

1. ETF-Anbieter

An erster Stelle wird der Emittent, also der Herausgeber des ETF genannt, beispielsweise Amundi, iShares oder Xtrackers.

2. Referenz-Index

Auf den Anbieter folgt der zugrundeliegende Index, beispielsweise Dax, Euro Stoxx 50 oder Nasdaq. Erfahrene Anleger erkennen bereits am Indexnamen, um welche Anlageklasse beziehungsweise welches Land es sich handelt. Zusätzlich können weitere Abkürzungen enthalten sein, etwa ob es sich um einen Performance- oder einen Kursindex handelt. Der Kursindex spiegelt lediglich die reine Kursentwicklung der im Index befindlichen Titel wider. Ein Performanceindex bezieht dagegen auch Dividendenausschüttungen oder Zinszahlungen in seine Wertberechnung mit ein. Eine entsprechende Abkürzung hierfür wäre TR = Total Return oder TNR (Total Net Return). Bei Letzterem werden noch eventuelle Quellensteuern von den Ausschüttungen abgezogen.

3. Regulatorische Hinweise

An dritter Stelle stehen zumeist regulatorische Hinweise. So bedeutet zum Beispiel die Abkürzung UCITS, dass der ETF den UCITS-Regeln der EU (Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities) entspricht. Diese Regeln dienen dem Anlegerschutz.

So ist zum Beispiel festgelegt, dass ein ETF in mindestens 15 verschiedene Werte investieren muss und eine einzelne Position nicht mehr als fünf Prozent des ETF-Vermögens ausmachen darf. Die deutsche Übersetzung von UCITS lautet OGAW, was so viel bedeutet wie "Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere".

4. Produktbezeichnung und Währung

An vierter Stelle folgt die Bezeichnung, um was für ein Anlageprodukt es sich handelt. ETF bedeutet Exchange Traded Fund, also ein börsengehandelter Indexfonds. Möglich sind aber auch andere Bezeichnungen, etwa ETC bitte Textanker zum entsprechenden Kapitel setzen (Exchange Traded Commodities) oder ETN bitte Textanker setzen (Exchange Traded Notes).

In beiden Fällen handelt es sich um börsengehandelte Schuldverschreibungen, die im Gegensatz zu ETFs kein Sondervermögen darstellen. Das heißt, bei Konkurs der Fondsgesellschaft sind sie Teil der Konkursmasse und der Wert der Anteile ist nicht für Anleger geschützt.Nach der Produktbezeichnung steht zumeist die Währung, in der der Fonds notiert. Neben Euro kann dies zum Beispiel US-Dollar (USD), Schweizer Franken (CHF) oder Britisches Pfund (GBP) sein.

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber ETF und Währungsrisiko.

Zusatzangaben:

Manchmal enthalten ETFs weitere Angaben, etwa ob der Fonds gehedged ist, also ob eine Währungsabsicherung erfolgt, oder ob er Zinsen und Dividenden ausschüttet beziehungsweise wieder anlegt. Dabei stehen Buchstaben wie C oder ACC für die Wiederanlage der Erträge und Dis bzw. Dist für ausschüttende ETFs.

Besteuerung von ETFs

Seit der Reform des Investmentsteuergesetzes im Jahr 2018 unterscheidet sich die Besteuerung von ausschüttenden und thesaurierenden ETFs nur noch geringfügig voneinander. Neu für beide ETF-Arten ist die sogenannte Vorabpauschale. Sie soll sicherstellen, dass eine bestimmte Mindestbesteuerung auf Anlegerebene stattfindet – auch in Fällen, in denen ein Fonds keine oder nur eine geringe Ausschüttung vornimmt beziehungsweise Wertentwicklung erzielt. Die Höhe der Vorabpauschale bezieht sich immer auf das Vorjahr.

Mit dem Investmentsteuergesetz entfiel auch die ungleiche steuerliche Behandlung zwischen inländischen und anderen in der EU zugelassenen Fonds. Seither fallen auf deutsche Dividenden, deutsche Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien auf Fondsebene 15 Prozent inländische Körperschaftssteuer plus Solidaritätszuschlag an. Als Ausgleich erhalten deutsche Anleger für Ausschüttungen und Verkaufsgewinne aus den Fondsanteilen sowie für die Vorabpauschale eine Teilfreistellung von der Abgeltungsteuer. Die Höhe der Teilfreistellung ist abhängig von der Aktienquote des Fonds beziehungsweise dessen Schwerpunkt in deutsche oder ausländische Immobilien.

Für synthetisch replizierende ETFs gibt es keine Teilfreistellung, da sie keine oder nur wenige echte Aktien besitzen. Bei thesaurierenden Fonds ermittelt die depotführende Stelle zum Jahresende die fällige Vorabpauschale. Dies gilt auch für im Ausland aufgelegte thesaurierenden Fonds. Wird das Depot in Deutschland geführt, zieht die Bank die dort fälligen Steuern automatisch für den Anleger ab. Privatanleger sollen dadurch in Steuerfragen entlastet werden.

Was geschieht mit den Erträgen eines ETFs?

Ähnlich wie herkömmliche, aktiv gemanagte Investmentfonds erhalten auch ETFs Dividenden- oder Zinszahlungen. Stellt sich die Frage: Fließen diese Erträge an Anleger oder verbleiben sie im Fonds? Antwort: Beides ist möglich. Anleger müssen sich deshalb vorab darüber klar werden, ob sie in einen ausschüttenden oder einen thesaurierenden (wiederanlegenden) ETF investieren wollen. Beide ETF-Typen haben Vor- und Nachteile.

Ausschüttende ETFs:

Diese ETFs schütten die im Anlagezeitraum erzielten Dividenden oder Zinsen an ihre Anteilseigner aus. Dies ist möglich bei Aktien-, Anleihen- und Immobilien-ETFs; Gold- oder Rohstoff-ETCs liefern dagegen keine derartigen Erträge. Ausschüttende ETFs sind für Anleger geeignet, die ein regelmäßiges Einkommen aus ihrem Depot erzielen wollen, zum Beispiel im Ruhestand. Entsprechende ETFs tragen oft Kürzel wie D, Dis oder Dist im Namen, was für "distributing etfs" steht. Die Erträge werden auf dem Konto des Anlegers gutgeschrieben.

Wichtig: Kapitalerträge sind steuerpflichtig bitte Textanker zum Kapitel Besteuerung setzen. Der Emittent eines ausschüttenden ETF führt die fällige Abgeltungssteuer bei den Ausschüttungen automatisch ans Finanzamt ab. Der Anleger erhält also den Nettobetrag gutgeschrieben.

Thesaurierende ETF:

Bei dieser ETF-Art werden die Erträge nicht ausgezahlt, sondern verbleiben im Fonds und werden wieder angelegt. Die Wiederanlage geschieht durch den Kauf neuer ETF-Anteile. Anleger erkennen thesaurierende ETFs an den Kürzeln C oder ACC, was für das englische Wort "accumulating" (deutsch: ansammeln) steht. Akkumulierende Fonds eignen sich für langfristig orientierte Anleger, die von der Wiederanlage der Erträge, also vom Zinseszinseffekt, profitieren wollen. Positiv: Gebühren fallen hierfür nicht an.

Wichtig: Das Steuerrecht spricht bei thesaurierenden ETFs von ausschüttungsgleichen Erträgen. Deshalb unterliegen auch reinvestierte Dividenden der Steuerpflicht. Unterm Strich kommen deshalb nur Nettobeträge zur Wiederanlage. Der ETF führt die Abgeltungssteuer der Erträge unmittelbar ans Finanzamt ab.

Lesen Sie dazu unseren Ratgeber ausschüttende oder thesaurierende ETFs.

Biallo-Tipp:

Liegt ein Freistellungsauftrag in ausreichender Höhe oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung vor, wird dies bei der Abgeltungsteuer berücksichtigt. Unabhängig davon, ob ein ETF thesaurierend oder ausschüttend ist, gilt ein Steuerfreibetrag von 801 Euro pro Anleger und Jahr, bei Ehepaaren sind es 1.602 Euro.

Hierzu sollten Sie auch unseren Ratgeber Neubesteuerung von Fonds lesen.

Wo kaufe ich einen ETF?

Als Privatanleger haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie kaufen Ihren ETF über Ihre Depotbank (Filialbank, Sparkasse, Direktbank oder Onlinebroker) oder Sie beauftragen einen Vermögensverwalter. Der Erwerb über die Bank geschieht in der Regel via Onlinebanking. Der klassische Weg über den Bankberater ist kaum möglich, da Bankmitarbeiter wegen mangelnder Provisionen nur selten ETFs empfehlen.

Voraussetzung für das Onlinebanking ist ein Internetkonto sowie ein Wertpapierdepot, das ebenfalls online geführt wird. Günstige Online-Depots, niedrige Transaktionskosten sowie eine große Anzahl von ETFs bieten vor allem Direktbanken, Discount- beziehungsweise Onlinebroker sowie Robo-Advisor. Zahlreiche Internetbanken verzichten dabei vollständig auf Depotgebühren, etwa ING, DKB und Consorsbank. Um das beste Depot zu finden, sollten Sie unbedingt einen Depot-Vergleich nutzen.

Preiswerte Depotverwahrung bieten auch digitale Vermögensverwaltungen, sogenannte Robo-Advisor. Sie verwalten die Anlegergelder effektiv und kostengünstig via Internet und steuern die Anlageportfolios mithilfe ausgefeilter Computerprogramme. Dies ist vor allem für Anleger interessant, die langfristig Kapital aufbauen wollen oder die sich den ETF-Kauf in Eigenregie nicht zutrauen beziehungsweise wenig Zeit haben, ein eigenes ETF Depot erfolgreich zu bewirtschaften. Die Ergebnisse von Robo-Advisor können sich durchaus sehen lassen.

Wie finde ich einen passenden ETF?

Die Wahl des richtigen ETFs beeinflusst maßgeblich den Erfolg einer Geldanlage. Um einen ETF auf eigene Faust zu kaufen, sollten Sie sich bereits etwas an der Börse auskennen und mit einschlägigen Begriffen rund um Aktien, Fonds und ETFs vertraut sein. Bevor Sie auf die Suche nach einem ETF gehen, sollten Sie sich darüber klar werden, ob Sie einmalig investieren wollen oder regelmäßig. Bei einmaliger Geldanlage erwerben Sie mit Hilfe eines größeren Geldbetrags viele Fondsanteile. Bei regelmäßiger Geldanlage eröffnen Sie einen ETF-Sparplan und kaufen monatlich oder quartalsweise eine kleine Zahl von Fondsanteilen.Im Anschluss daran bestimmen Sie Ihren Anlagefokus.

Je nach Sparziel und Anlagehorizont entscheiden Sie sich zum Beispiel für Aktien (langfristige Anlage) oder Renten und Immobilien (mittelfristige Anlage). Steht die Anlageklasse fest, wählen Sie eine Region bzw. eine Indexart, also zum Beispiel einen europäischen Aktien-ETF, einen Schwellenländer-ETF oder einen Branchen-ETF, etwa einen Versorger-ETF oder einen ETF für Finanzwerte. Stehen Anlageklasse und Indexart fest, geht es an die Auswahl des konkreten ETF. Hierbei sind einige Kennziffern besonders zu beachten. Im Focus steht zumeist die Rendite. In allen Brokerage-Portalen finden sich Performance-Tabellen, die die Wertentwicklung von ETFs mit demselben Vergleichsindex ausweisen. Top-Performer zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch langfristig gute Ergebnisse aufweisen. Dass die Renditen trotz gleicher Benchmark verschieden ausfallen, hängt vor allem an unterschiedlichen Kosten, an der Replikationsart sowie der Art der Ertragsverwendung.

Diese Punkte sollten Sie deshalb besonders prüfen. Darüber hinaus spielt das Fondsvolumen eine Rolle. Fondsexperten empfehlen wenigstens 50 Millionen Euro ETF-Volumen, besser sind 100 Millionen Euro. Ist das Fondsvolumen zu gering, besteht die Gefahr, dass der Fonds mangels Wirtschaftlichkeit geschlossen oder mit einem anderen Fonds verschmolzen wird.

Was kostet ein ETF?

Gebühren und Kosten eines ETFs wirken sich direkt auf dessen Ertrag aus. Daher sollten Sie die Kosten möglichst geringhalten. ETFs haben hier einen großen Vorteil: Die laufenden Gebühren sind vergleichsweise niedrig und im Gegensatz zu Investmentfonds fallen beim Kauf der ETF-Anteile keine Ausgabeaufschläge an. Über Direktbanken und Onlinebroker können Sie ETFs grundsätzlich sehr günstig erwerben. Die für ETFs in den Brokerage-Tools ausgewiesenen laufenden Kosten (Verwaltungs-, Depotbank- und Servicegebühren, früher TER-Quote genannt) geben einen guten Überblick über die Kosten eines ETFs. Darüber hinaus sind weitere Einzelkosten von Bedeutung.

Transaktionskosten:

Die Transaktionskosten sind diejenigen Kosten, die beim Kauf von ETF-Anteilen anfallen. Diese Kosten, die nicht in die laufenden Kosten einfließen, beinhalten die Orderkosten der Bank, die Maklergebühren und die Geld-Brief-Spanne (Spread). Die börsenüblichen Maklergebühren liegen im Schnitt zwischen 0,02 bis 0,08 Prozent vom Orderwert. Zusätzlich berechnet die Abwicklungsbank für die Ausführung einer ETF-Order etwa 0,25 – 1 Prozent vom Kurswert. Die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis wird als Spread bezeichnet. Sehr liquide ETFs weisen oft nur Geld-Brief-Spannen bis 0,05 Prozent auf. Insgesamt bewegen sich die Handelsspannen bei großen, liquiden Indizes zwischen 0,08 und 0,15 Prozent. Bei weniger liquiden ETFs kann der Spread allerdings auch bis zu 0,5 Prozent hochschnellen.

Verwaltungsgebühr:

Die Management- oder Verwaltungsgebühr wird von der Fondsgesellschaft erhoben und ist in die Wertentwicklung des Fonds eingepreist. Im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds weisen passiv gemanagte ETFs meist sehr geringe Verwaltungskosten aus. Sie liegen in der Regel zwischen 0,1 und 0,8 Prozent.

Depotkosten:

Diese werden von der Depotbank erhoben, bei dem der ETF aufbewahrt wird. Niedrige Depotkosten begünstigen den Erfolg einer Geldanlage. Besonders empfehlenswert sind deshalb Direktbanken und Onlinebroker, denn hier verzichten viele komplett auf Depotgebühren, zum Beispiel DKB, ING-DiBa oder Trade Republik. Andere knüpfen die Gebührenfreiheit an Bedingungen wie den regelmäßigen Wertpapierkauf oder die Nutzung des bankeigenen Girokontos. Beispiele hierfür sind Comdirect und S-Broker.

Fallen Gebühren an, gibt es zwei Modelle: Pauschalkosten und volumenabhängige Kosten. Direktbanken berechnen oft Pauschalgebühren, die aufs Jahr gesehen zwischen 20 und 50 Euro betragen. Filialbanken nehmen häufig einen prozentualen Wert vom Depotvolumen, die Höhe dieses Wertes ist oft abhängig von der Höhe des Depotvolumens. Die volumenabhängigen Depotgebühren können wenige Zehntel ausmachen, aber auch bis zu 1,0 Prozent vom Kurswert der Wertpapiere betragen.

Risiken von ETFs

  • Vermögensrisiko und Kapitalschutz:

    Grundsätzlich besteht bei Banken und Investmentgesellschaften das Risiko, dass diese insolvent werden und in Konkurs gehen können. Damit Anleger in diesem Fall nicht um ihr Erspartes bangen müssen, hat der Gesetzgeber Schutzmaßnahmen ergriffen. So sind zum Beispiel Spareinlagen bei Banken bis zur Höhe von 100.000 Euro pro Person durch die gesetzliche Einlagensicherung garantiert. Das heißt, geht die Bank pleite, werden Geldanlagen mindestens bis zu dieser Höhe ersetzt. Darüber hinaus besitzen viele Geldhäuser weiterreichende Absicherungsmechanismen.

    So sind private Banken häufig Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). Dadurch sind pro Kunde Guthaben oberhalb der gesetzlichen Einlagensicherung bis zu einer Höhe von maximal 15 Prozent des Eigenkapitals einer Bank abgedeckt. Diese Grenze wird allerdings ab 1.Januar 2025 auf 8,75 Prozent gesenkt.

    Eine weitreichende Regelung gilt für Wertpapiere und Fondsvermögen. Wertguthaben für Investmentfonds und ETFs zählen zum sogenannten Sondervermögen. Das bedeutet, im Insolvenzfall des Anbieters geht der Wert der Anteile nicht verloren, sondern das Vermögen bleibt im Besitz des Anlegers.

  • Zu geringe Diversifikation:

    Geldanlagen sollten stets ausreichend gestreut sein, um Anlagerisiken zu mindern. Bei Fonds und ETFs, die nur in eine Branche oder ein Land investieren, ist dies aber nicht unbedingt gegeben. Hier besteht ein sogenanntes Klumpenrisiko, weil viel Geld in ein enges Anlagespektrum geflossen ist. Schwächelt die Branche oder das Land, kann der ETF-Kurs überproportional an Wert verlieren. Eng gefasste Themen- oder Regionalfonds sollten daher stets mit anderen ETFs mit unterschiedlicher regionaler oder sektoraler Indexausrichtung kombiniert werden.

  • Zu geringe Fondsgröße:

    Achten Sie darauf, dass das Anlagevolumen des ETF nicht zu klein ist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Fonds mangels Masse geschlossen oder mit einem anderen Fonds verschmolzen wird. Beinhaltet der Fonds wenig Volumen, können die Fondskosten höher sein als der Ertrag. Da die Fondskosten aber unabhängig von der Menge der verkauften Fondsanteile anfallen, wird der Fonds für die Investmentgesellschaft unrentabel - es droht die Schließung. Damit Anleger davon nicht betroffen sind, sollten Sie auf ein gewisses Mindestvolumen des Fonds achten. Fondsexperten empfehlen wenigstens 50 Millionen Euro, besser sind 100 Millionen Euro. Wie groß das Volumen eines Fonds ist, erfahren Sie im Fondsprospekt oder auf der Internetseite der Depotbank.

  • Zu geringes Fondsalter:

    Die Fondsbranche legt ständig neue Fonds und ETFs auf. Wie ein neuer ETF am Markt aufgenommen wird, weiß aber zu Beginn niemand. Die Investmentgesellschaften geben dem Produkt daher einige Zeit, um sich zu etablieren. Als Faustregel gilt unter Marktkennern etwa ein Jahr. Zeichnet sich danach ab, dass der ETF zum Ladenhüter avanciert, wird die Fondsgesellschaft ihn möglicherweise wieder schließen. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie also besser in Fonds investieren, die schon eine Weile am Markt bestehen und rege gehandelt werden. Als Faustregel gilt mindestens zwei Jahre.

  • Blasenbildung:

    Die Zusammensetzung von Aktien-Indizes geschieht in der Regel nach der Vorgabe: In den Index kommen die größten Titel, und je stärker die Kurse steigen, desto größer wird deren Gewicht im Index. Aktuell ist dies gut zu sehen beim globalen Aktienindex MSCI World. Weil US-amerikanische Aktien, allen voran die großen Technologiewerte, immer mehr an Börsenwert zulegen, beträgt das Gewicht von US-Aktien im Index inzwischen rund 65 Prozent, circa 13 Prozent machen allein die großen fünf Werte aus: Alphabet (Google), Amazon, Apple, Facebook und Microsoft. Anleger sind mit einem ETF auf den MSCI World Index aktuell also nicht mehr ausgewogen investiert. Es besteht die Gefahr einer Blasenbildung.

  • Kontrahentenrisiko:

    Synthetisch replizierende ETFs vereinbaren zur Gewährleistung der echten Indexrendite Garantieverträge mit Banken. Durch diese sogenannten Swap-Vereinbarungen entsteht ein Kontrahentenrisiko. Das bedeutet, der ETF ist davon abhängig, dass der Swap-Partner (die Bank) seinen Verpflichtungen auch nachkommt. Sollte dieser aber insolvent werden, bleibt der ETF auf bestehenden Forderungen aus dem Swap-Vertrag sitzen. Mit der Folge, dass das Geld der Anleger weg ist, weil der Swap nicht Teil des Sondervermögens ist. Um Risiken für Anleger gering zu halten, darf der Wert der Swaps daher zusammen höchstens zehn Prozent des ETF-Vermögens betragen. Oft liegt er sogar darunter.

  • Währungsrisiko:

    Immer wieder ist zu hören, dass Fonds und ETFs, die in Dollar oder britischen Pfund ausgewiesen sind, ein Währungsrisiko beinhalten. Diese Aussage stimmt aber nur bedingt. Fonds- oder Handelswährung spielen für Anleger keine große Rolle, vielmehr kommt es auf die Währung der abgebildeten Titel an.

    Ein Beispiel: Ein Anleger kauft einen ETF auf Unternehmen in der Eurozone zum Preis von 100 Euro, wobei die Fondswährung auf US-Dollar lautet. Der Wechselkurs liegt bei 0,90 Euro zu einem US-Dollar. Nun rechnet der in US-Dollar notierende Fonds den ETF-Kauf um. Im Depot des Anlegers wird anschließend nicht ein ETF-Gegenwert von 100 Euro ausgewiesen, sondern von 111,11 US-Dollar. Rechnet nun die Depotbank des Anlegers den Betrag in Euro um, stehen wieder 100 Euro zu Buche.

 

Fazit:

Weil die zugrunde liegenden Titel, welche der ETF abbildet, alle in Euro notieren, trägt der Anleger kein Währungsrisiko.

ETF-Sparpläne

Viele ETFs sind auch als Sparplan erhältlich. ETF-Sparpläne sind wegen ihrer geringen Kosten und hohen Renditechancen prädestiniert für den langfristigen Kapitalaufbau. Anleger können schon mit kleinen Beträgen monatlich sparen. Bei zahlreichen Banken geht dies bereits ab 25 Euro, in der Regel ab 50 Euro. Die Aufbewahrung der Sparpläne erfolgt im Wertpapier-Depot. Hier gelten die gleichen Bedingungen wie unter Punk Kosten beschrieben.

Biallo-Tipp: Beim regelmäßigen Kauf von ETF-Anteilen entfällt bei vielen Banken und Onlinebrokern die Depotgebühr.

Cost-Average-Effekt: Kostenvorteil durch Ratenkauf

Sparplan-Sparer können einen Vorteil nutzen, der nur beim regelmäßigen Anteilskauf auftritt, den Cost-Average-Effekt, auch Durchschnittskosteneffekt genannt. Da beim Ratensparen stets der gleiche Betrag investiert wird, kauft man bei niedrigen Fondskursen mehr ETF-Anteile als bei hohen. Dieser sogenannte Cost-Average-Effekt führt unterm Strich zu günstigen Durchschnittskosten für die erworbenen ETF-Anteile. Bevor man jedoch einen ETF-Sparplan eröffnet, sollte man sich über seine Anlageziele und die Anlagerisiken klar werden.

Denn: Erfolgreicher Vermögensaufbau gelingt nur mit einer ausgewogenen Risikostruktur. Das heißt, Ihr Sparkapital sollte nicht komplett in einen schwankungsintensiven Aktien-ETF oder in einen Anleihen-ETF fließen, sondern klug aufgeteilt sein. Hierbei ist es wichtig, dass Ihre Bank eine möglichst große Auswahl an Sparplänen anbietet. Positiv sind hier Onlinebroker und Direktbanken zu nennen, die meist hunderte ETF-Sparpläne vorhalten.

Spezielle ETF-Sparpläne


VL-Sparpläne mit ETFs:
ETF-Sparpläne gibt es auch mit staatlicher Förderung. So können Arbeitnehmer im Rahmen von Vermögenswirksamen Leistungen ETF-Sparpläne mit VL Zuschüssen betreiben. In diesem Fall steuert der Arbeitgeber bis zu 40 Euro monatlich zum Sparvertrag bei. Die Höhe der Zuwendung ist bei vielen Berufsgruppen im Tarifvertrag geregelt. Es können aber auch individuelle Regelungen im Arbeitsvertrag getroffen werden. Der Chef überweist das Gehaltsextra direkt an die Bank oder Fondsgesellschaft, eine Auszahlung an den Arbeitnehmer ist nicht möglich. Die Sparzeit beträgt sechs Jahre. Nach der letzten Rate folgt eine Wartezeit bis zum Jahresende, anschließend können Arbeitnehmer frei über das Kapital verfügen. Einige Tarifverträge, beispielsweise bei der IG-Metall, binden die VL an die betriebliche Altersvorsorge. Für solche Verträge gilt die sechsjährige Sparzeit nicht. Wichtig: Während der Sparzeit muss regelmäßig Geld in den Vertrag fließen. Biallo-Tipp: VL-Sparverträge lassen sich hintereinander koppeln. So können die Geldgeschenke des Arbeitgebers regelmäßig angelegt werden. Dazu müssen Sparer während der Wartezeit des ersten Vertrags einen Folgevertrag abschließen. Dann können die Zahlungen vom Chef nahtlos auf den neuen Vertrag übergehen.

Riester und Rürup-Sparpläne mit ETFs:

ETF-Sparpläne gibt es auch mit Riester- bzw. Rürup-Förderung. Bei der Riester-Rente profitieren Sparer von Zulagen und Steuervorteilen, bei der Rürup-Rente, auch Basis-Rente genannt, von sehr umfangreichen Steuervorteilen. Im Gegenzug ist die spätere Rente voll einkommensteuerpflichtig. Das ist für die meisten Sparer aber von Vorteil, denn in der Regel ist der Steuersatz im Alter niedriger als im Berufsleben.

Ein Manko zeichnet sich bei Riester-Sparplänen ab: Weil die Einzahlungen zum Rentenbeginn garantiert werden müssen, können Anbieter kein allzu hohes Risiko eingehen. Dadurch werden Anlagen in Aktien-Fonds und -ETFs nur im überschaubaren Rahmen getätigt, der Anlageschwerpunkt liegt auf Rentenfonds. Die sicheren Zinserträge aus Anleihefonds sollen mögliche Verluste am Aktienmarkt bis zum Ende der Ansparzeit ausgleichen können. Da Rentenfonds wegen des Zinstiefs mit sinkenden Erträgen zu kämpfen haben, erleiden Riester-Sparpläne Renditenachteile gegenüber Sparplänen, die keinen Kapitalgarantien unterliegen, wie dies bei Rürup-Sparplänen der Fall ist.

ETF Rentenversicherung:

ETF-Sparen ermöglichen auch immer mehr Versicherer. Die Gesellschaften nutzen die Kostenvorteile und die Flexibilität der Produkte, um attraktive Policen mit höheren Renditechancen als bei klassischer Verzinsung anbieten zu können. Die steuerlichen Vorteile während der Einzahlphase sind allerdings begrenzt. Sparen Sie nicht im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge oder anderer staatlicher Fördermodelle wie Riester- oder Rürup-Renten, können Sie die Beiträge, die in eine ETF-Rentenversicherung fließen, nicht beim Finanzamt geltend machen. Besser sieht es in der Auszahlphase aus: Entscheiden Sie sich für eine einmalige Kapitalauszahlung, sind bei Auszahlung ab dem 62. Lebensjahr nur die Hälfte des Gewinns – also Ablaufleistung minus eingezahlter Beiträge – mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern.

Haben Sie als Rentner einen Steuersatz von 25 Prozent, fallen unterm Strich also nur 12,5 Prozent Steuern auf den Gesamtertrag an. Entscheiden Sie sich für eine lebenslange Rentenzahlung müssen Sie nur den Ertragsanteil versteuern. Bei einem regulären Rentenbeginn mit 67 Jahren brauchen Sie daher lediglich 17 Prozent der Zahlungen beim Finanzamt abrechnen – starten Sie bereits mit 65 Jahren, sind es 18 Prozent.

ETF verwandte Produkte

Neben ETFs gibt es börsengehandelte Produkte, die so ähnlich klingen, auch ähnlich funktionieren, sich aber von der rechtlichen Gestaltung deutlich von ETFs unterscheiden. Zwei Produktklassen sollen hier kurz vorgestellt werden: ETCs und ETNs.

Exchange Traded Commodities (ETC)

Sind Wertpapiere, die an die Wertentwicklung eines Rohstoffindex oder mehrerer Rohstoffpreise gekoppelt sind. Ähnlich ausgestaltet wie börsengehandelte Indexfonds sind sie offen strukturiert, besitzen eine WKN- oder ISIN-Nummer, können jederzeit gehandelt werden und verfügen in der Regel über eine günstige Kostenstruktur. Die Verwahrung erfolgt im Wertpapierdepot.

Der Unterschied zu ETFs: Rechtlich gesehen handelt es sich bei ETCs – wie bei Zertifikaten – um Schuldverschreibungen des Emittenten und nicht um Fonds. ETCs stellen somit kein Sondervermögen in Form einer Fondsstruktur dar! Das Vermögen ist also nicht vor Insolvenz des Anbieters geschützt. Anlegersicherheit erzielen die Emittenten dadurch, dass sie entsprechend der Höhe der angelegten Gelder physische Rohstoffe erwerben. Die Rohstoffe dürfen bei einem Zahlungsausfall nicht angetastet werden. Vielmehr fließt der Erlös an die Anleger zurück. Bei Rohstoffen, bei denen eine physische Hinterlegung nicht sinnvoll ist, etwa bei Agrarprodukten, sind entsprechende Terminkontrakte eines Lieferanten hinterlegt.

Die Wertentwicklung eines ETCs wird entweder durch den Kassapreis (Preis für die Sofortlieferung) oder dem Future-Preis (Preis für die zukünftige Lieferung) eines einzelnen Rohstoffes oder eines Rohstoffkorbes festgelegt. Man kann mit einem ETC nicht in einen einzelnen Rohstoff investieren. Dies liegt daran, dass gesetzlich ein Minimum an Diversifikation festgelegt ist.

Exchange Traded Notes (ETN)

Sind ebenfalls börsengehandelte Schuldverschreibungen, die an die Wertentwicklung eines festgelegten Marktindex gekoppelt sind. Dabei handelt es sich um Devisen- und ausgefallene Aktienindizes oder um Volatilitätsindizes (Indikator für Schwankungsanfälligkeit). ETNs werden wie ETFs vollelektronisch auf Xetra gehandelt. Die Börsenteilnehmer gewährleisten fortlaufende An- und Verkaufskurse. Die Kosten für ETNs sind in etwa mit denen von ETCs vergleichbar.

ETNs auf exotische Indizes können allerdings relativ hohe Verwaltungskosten verursachen. Im Unterschied zu ETCs sind ETNs oft nur in geringerem Maße mit physischen Rohstoffen hinterlegt oder mit treuhänderischen Sicherheiten besichert. Dies ist ein Risikofaktor, denn auch ETNs zählen nicht zum Sondervermögen der Emittenten, so dass insbesondere bei unbesicherten Produkten ein Emittentenrisiko lauert. Beide Wertpapierarten, ETCs und ETNs, werden unter dem Oberbegriff Exchange Tradet Product (ETP) zusammengefasst.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de

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